BMW: Neues Rekordjahr - und trotzdem eine Schlappe

BMW: Neues Rekordjahr - und trotzdem eine Schlappe

, aktualisiert 09. März 2017, 12:28 Uhr
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Eine BMW-Mitarbeiterin im Werk in Regensburg.

Der Autobauer BMW fährt das siebte Rekordjahr in Folge ein. Die Rendite geht jedoch zurück. Die Bayern liegen nun hinter ihrem Dauerrivalen.

Nach der Absatzkrone muss der Autobauer BMW auch bei der Rendite den Spitzenplatz an den Dauerrivalen Daimler abgeben. Wie der Münchner Konzern mitteilte, blieb in der Kernsparte Automobile 2016 trotz Rekordverkaufszahlen weniger hängen als im Jahr zuvor. Die Rendite vor Zinsen und Steuern (Ebit-Marge) sackte auf 8,9 Prozent ab - und lag damit unter den 9,1 Prozent, die Mercedes-Benz im vergangenen Jahr verbuchte. Während die Schwaben den Betriebsgewinn im Pkw-Geschäft steigern konnten, verbuchten die Münchener in der Autosparte einen Rückgang um 1,8 Prozent auf knapp 7,7 Milliarden Euro. Damit blieben sie unter den Erwartungen der Analysten. Vor allem der Preiskampf sowie der Hochlauf neuer Modelle und Technologien kosteten viel Geld.

An der Börse fiel die BMW-Aktie zeitweise um rund 3,5 Prozent. Die Anleger können sich trotzdem freuen: Sie bekommen für 2016 mehr Dividende. Weil der Konzern insgesamt das siebte Rekordjahr in Folge einfuhr und noch dazu im vergangenen Jahr 100-jähriges Bestehen feierte, soll die Dividende auf neue Höchstwerte steigen. Für 2016 wollen Vorstand und Aufsichtsrat je Stammaktie 3,50 (Vorjahr: 3,20) Euro ausschütten und 3,52 (3,22) je Vorzugsaktie. Damit zahlt BMW ein Drittel seines Gewinns an die Anteilseigner aus.

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Unterm Strich erwirtschafteten die Münchner 2016 ein Ergebnis von 6,91 Milliarden Euro, ein Zuwachs von acht Prozent. Vor Steuern legte der Gewinn ebenfalls auf einen neuen Spitzenwert zu: Das EBT wuchs um 4,8 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro. Der Umsatz der BMW-Gruppe stieg um 2,2 Prozent auf 94,16 Milliarden Euro. Die konzernweite EBT-Marge, ab 2017 eine zusätzliche Steuerungsgröße, betrug damit 10,3 Prozent. BMW will künftig mehr Geld mit digitalen Diensten und außerhalb des klassischen Autogeschäfts verdienen und hat sich dafür das neue Ziel einer Vorsteuerrendite von mindestens zehn Prozent gesetzt. "Wir fokussieren uns auf die konsequente Umsetzung unserer Strategie", sagte Vorstandschef Harald Krüger. Der Autobauer werde auf die Zukunftsfelder Automatisierung, Vernetzung, Elektromobilität und Sharing ausgerichtet.

Für 2017 äußerte sich der BMW-Chef angesichts neuer Modelle wie 5er oder Mini Countryman vorsichtig optimistisch: "Wir streben im laufenden Jahr einen leichten Zuwachs der Auslieferungen auf einen neuen Höchstwert an." Details nannte er nicht. Eine konkretere Prognose wird zur Bilanz-Pressekonferenz am 21. März erwartet.

Im vergangenen Jahr hatten die Münchner nach zwölf Jahren an der Spitze den Titel des größten Oberklasse-Autobauers der Welt an Mercedes abgeben müssen. Die Premiummarke aus dem Hause Daimler verkaufte dank zahlreicher neuer Modelle gut 2,08 Millionen Pkw weltweit, BMW kam mit der weiß-blauen Kernmarke auf rund 2,0 Millionen Fahrzeuge. VW-Ableger Audi, der Dritte im Bunde der Dauerrivalen, lag mit 1,87 Millionen ausgelieferten Wagen auf Platz 3. BMW betonte erneut, dass der Konzern mit seinen drei Marken - dazu gehören auch Mini und Rolls-Royce - weltweit der führende Hersteller von Premiumautos bleibe. Insgesamt erzielten die Münchner 2016 beim Absatz den Bestwert von knapp 2,4 Millionen Autos, Daimler kam mit Mercedes und Smart auf gut 2,2 Millionen.

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