BMW: Staatsanwalt ermittelt gegen BMW-Dienstleister

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Das Schild "Staatsanwaltschaft Berlin" ist am Eingang zum Gerichtsgebäude zu sehen.

von Harald Schumacher

Gegen einen wichtigen BMW-Dienstleister, die Berliner Hofer Group, ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen der mutmaßlichen Beschäftigung von Scheinselbstständigen.

Das Unternehmen, das jahrelang Chauffeur-Dienstleistungen für den bayerischen Autohersteller und andere Topkonzerne übernommen hat, soll nach Recherchen der WirtschaftsWoche und des ARD-Magazins „Report München“ an die Deutsche Rentenversicherung in großem Umfang Sozialversicherungsbeiträge nachzahlen. Der Grund: Hofer habe über Jahre hunderte seiner Chauffeure und Hostessen bei einer Hofer-Tochtergesellschaft fälschlicherweise als Selbständige geführt. Nach Informationen von WirtschaftsWoche und "Report München" geht es um einen siebenstelligen Betrag. Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt gegen Firmengründer und Geschäftsführer Tonio Hofer, Mitgeschäftsführer Oliver Vogel und zwei weitere Mitarbeiter der Unternehmensgruppe. Vogel sagte, von einer siebenstelligen Forderung gehe er nicht aus. Die laufenden Ermittlungen bestätigte Vogel. Zu diesen wolle man sich aber nicht äußern.

Strittig sind nach Informationen von WirtschaftsWoche und Report München unter anderem Einsätze von Hofer-Fahrern bei den Berlinalen 2011 bis 2013 und weiteren Großveranstaltungen. Bei den Berlinalen stellte BMW als Sponsor die Fahrzeuge, während Hofer vom Veranstalter des Filmfests beauftragt wurde. Bei anderen Veranstaltungen engagierte BMW die Firma Hofer auch direkt, etwa beim Filmfest München oder bei einem Richtfest der neuen BMW-Niederlassung in Berlin.

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Die Hofer Group ist bereits seit Ende der 90er Jahre für BMW tätig und hat von dem bayerischen Autobauer eine Vielzahl von Aufträgen erhalten. Seit 2013 betreibt Hofer für BMW mit rund 170 festangestellten Mitarbeitern die BMW-Welt in München. „Tonio Hofer verbindet Menschen und Produkte“, lobte ein Magazin des Autokonzerns schon 2006 den Firmenchef. Dieser erklärte, er habe seine „primäre Aufgabe von Anfang an darin gesehen, die Marke BMW stets perfekt zu inszenieren“.

BMW teilte zu den Ermittlungen mit, Grundlage für die Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern seien rechtmäßiges Handeln und insbesondere die Einhaltung geltender Vorschriften. Nach Auskunft des Münchner Konzerns dürfen „Auftragnehmer nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung von BMW Unteraufträge erteilen“.

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