Börsengang: Fiat will Ferrari abspalten

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Börsengang: Fiat will Ferrari abspalten

, aktualisiert 29. Oktober 2014, 16:52 Uhr

Der Autokonzern Fiat Chrysler (FCA) will seine Sportwagentochter Ferrari abspalten und an die Börse bringen. Das teilte FCA am Mittwoch mit.

Fiat Chrysler will die Sportwagen-Tochter Ferrari abspalten. Zehn Prozent sollten an die Börse gebracht werden, kündigte der Konzern am Mittwoch an, der einen solchen Schritt bislang immer ausgeschlossen hatte. Die restlichen Anteile würden an die Aktionäre von Fiat Chrysler gehen, darunter die Agnelli-Familie, die Fiat einst gründete. Die Transaktion dürfte nächstes Jahr über die Bühne gehen. Ferrari-Aktien sollen vor allem in den USA gehandelt werden. Investoren reagierten euphorisch auf die Nachricht. In Mailand verteuerten sich Fiat-Aktien zeitweise um mehr als 18 Prozent auf 9,03 Euro und kletterten damit auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. In der Hintergrund trat, dass der Quartalsgewinn geringer ausfiel als erwartet.

Mit der Ferrari-Abspaltung will der weltweit siebtgrößte Auto-Produzent seine 48 Milliarden Euro teuren Expansionspläne finanzieren. Mit diesen soll der Rückstand auf den Weltmarktführer Toyota und den europäischen Branchenprimus Volkswagen verringert werden. Einige Experten haben aber bereits Zweifel angemeldet. Sie gaben zu bedenken, dass sich Fiat mit den Plänen überheben könnte. Die mit 11,4 Milliarden Euro hoch verschuldete Gruppe beschloss zugleich einige Kapitalmaßnahmen, die schon länger erwartet worden waren. So wird zum Beispiel eine Wandelanleihe im Volumen von 2,5 Milliarden Dollar ausgegeben. Nur wer diese zeichne, könne später bei der Zuteilung von Ferrari-Aktien bedacht werden. Börsenexperten, die den Firmenwert der Sportwagen-Tochter auf fünf bis sechs Milliarden Euro taxieren, sprachen von einem geschickten Schachzug. Mit den Maßnahmen könne die Bilanz aufpoliert werden. Der Konzern kämpft noch immer mit Verlusten in Europa. Auch in Lateinamerika verschlechtert sich das Bild. Die Holding der Agnelli-Familie kündigte bereits an, rund 600 Millionen Euro in die Wandelanleihe zu investieren.

Ehrgeizige Ziele

Fiat hatte 2009 Chrysler übernommen, nachdem der traditionsreiche US-Hersteller in der Weltwirtschaftskrise mit staatlichen Geldern aufgefangen wurde. Das fusionierte Unternehmen ist mittlerweile nach niederländischem Recht organisiert. Sitz ist aus steuerlichen Gründen London. Das operative Geschäft wird von Turin und Detroit aus gesteuert. Der Absatz soll sich in den kommenden Jahren auf sieben Millionen Wagen erhöhen, was einem Zuwachs von 60 Prozent entsprechen würde. Der Nettogewinn soll sich bis 2018 verfünffachen - auf dann 5,5 Milliarden Euro.

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Bei Ferrari ist gerade erst Firmenchef Luca Cordero di Montezemolo nach fast einem Vierteljahrhundert an der Spitze zurückgetreten. Er hatte sich stets für die Eigenständigkeit starkgemacht und lag oft mit Fiat-Chef Sergio Marchionne über Kreuz. Marchionne hatte unter anderem das zuletzt schwache Abschneiden Ferraris in der Formel 1 als "nicht akzeptabel" kritisiert. Zwischen 2000 und 2004 hatte der Stall mit Michael Schumacher noch fünf Weltmeistertitel in Folge eingefahren. Im dritten Quartal stieg der operative Gewinn von Fiat Chrysler um sieben Prozent auf 926 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um 14 Prozent auf 23,6 Milliarden Euro.

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