BrandIndex: Die Marke Opel aus Verbrauchersicht

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kolumneBrandIndex: Die Marke Opel aus Verbrauchersicht

Kolumne von Holger Geißler

Anders als der Mutterkonzern General Motors halten Kunden Opel die Treue. Für Autokäufer ist die Marke in den letzten Jahren wieder attraktiv geworden.

Aus unternehmerischer Perspektive mag die Marke Opel für den Mutterkonzern General Motors zur Disposition stehen. Zusammen mit der britischen Schwestermarke Vauxhall könnte Opel an Peugeot Citroën (Groupe PSA) verkauft werden. Für deutsche Verbraucher scheint das wenig nachvollziehbar zu sein: Im YouGov-Markenmonitor BrandIndex ist die Marke nach wie vor ein Top-Player und in den meisten Aspekten sogar deutlich gestärkt im Vergleich zu Ende 2013.

Da übernahm Tina Müller das Marketing-Regime bei Opel und sorgte schrittweise für ein „Umparken im Kopf“.

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Deutsche Verbraucher sehen Opel immer noch als eine der Top-10-Automarken. In den zurückliegenden drei Monaten erreicht Opel in unseren Indexrankings im Schnitt den achten Platz hinter Marken wie Mercedes-Benz, BMW, Volvo, Porsche. In diese Rankings fließen Bewertungen von Verbrauchern ein, die angeben, die jeweilige Marke zu kennen und ihre Meinung zu Qualität, Preis-Leistungs-Verhältnis, Kundenzufriedenheit und anderen Faktoren abgeben.

Hintergründe zur PSA Group

  • Absatz

    Der vom Staat gestützte französische Autobauer PSA Peugeot Citroën hat im vergangenen Jahr weltweit über 3,1 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Der französische VW-Konkurrent mit den Marken „Peugeot“, „Citroën“ und „DS“ sieht sich in Europa schon länger als Branchenzweiter.

  • Sanierung

    Konzernchef Carlos Tavares fuhr in den vergangenen Jahren einen harten Sanierungskurs unter anderem mit Werkschließungen und Jobabbau. Um das vor drei Jahren stark angeschlagene Unternehmen zu retten, schoss unter anderem der französische Staat Geld zu und hielt zuletzt rund 14 Prozent der Anteile.

  • Chinesischer Investor

    Auch der staatlich kontrollierte chinesische Hersteller Dongfeng stieg 2014 bei dem Traditionsunternehmen mit 14 Prozent ein. Der Einfluss der Peugeot-Familie sank im Zuge der Sanierung hingegen beträchtlich.

  • Umsatz

    Der Umsatz betrug im vorvergangenen Jahr 54,7 Milliarden Euro; neuere Jahreszahlen liegen nicht vor. Der Konzern beschäftigte 184.000 Mitarbeiter.

  • Diesel-Untersuchung

    Unlängst schaltete die französische Antibetrugsbehörde nach Untersuchungen zu Diesel-Abgasen bei PSA die Justiz ein. Ein entsprechendes Dossier ging an die Staatsanwaltschaft. Es liegt nun an der Justiz, über eventuelle Folgen zu entscheiden. Der Konzern betonte, er habe seine Fahrzeuge niemals mit Betrugs-Software ausgestattet.

Stehaufmännchen Opel

Ein weiterer starker Indikator dafür, wie Verbraucher eine Marke wahrnehmen, ist der Buzz. Dieser Wert zeigt an, wie positiv oder negativ ein Unternehmen in der öffentlichen Diskussion wahrgenommen wird. Im Quartalsschnitt erreicht Opel auf der von -100 bis +100 reichenden Skala +7 Punkte und damit Platz 4 unter 30 Automarken. Der Verlauf des Buzz über die vergangenen Jahre zeigt, dass sich die Marke Opel trotz negativer Nachrichten immer wieder von Krisen erholen konnte.

Interessant ist der Blick auf Verbraucher, die tatsächlich vorhaben, ein Auto zu kaufen. Von dieser Gruppe sagen 26 Prozent, dass Opel eine Marke ist, die für sie infrage kommt. Nur Volkswagen und Audi kommen in Deutschland auf mehr Interessenten. Der überzeugendste Wert ist aber dieser: Von den Verbrauchern, die sich unter anderem den Kauf eines Opel vorstellen können, sagen ein Drittel, dass sie am ehesten tatsächlich einen Opel kaufen werden – zudem ist dieser Anteil im Jahresvergleich gestiegen. Unter allen Verbrauchern, die ein neues oder gebrauchtes Auto anschaffen wollen ist Opel außerdem nach Volkswagen die Mittelklasse-Marke, die auf das zweitgrößte Kaufinteresse stößt.

Die Opel-Produktionsstandorte in Europa

  • Rüsselsheim

    Am Opel-Hauptstandort arbeiten 15.040 Beschäftigte, davon gut die Hälfte im Entwicklungszentrum. Die Produktion hat rund 4000 Arbeitnehmer. Sie bauen den Mittelklassewagen Insignia in mehreren Varianten, den Zafira sowie Getriebe und Komponenten.

    Quelle: rtr

  • Kaiserslautern

    Der Standort in Rheinland-Pfalz hat 2140 Beschäftigte. Sie produzieren Motoren und Fahrwerkskomponenten.

  • Eisenach

    In Thüringen laufen die Kleinwagen Corsa und Adam vom Band. Im Werk Eisenach arbeiten 1850 Menschen.

  • Polen

    Im polnischen Gliwice sind knapp 3270 Mitarbeiter beschäftigt. Sie bauen den Kompaktwagen Astra und das Cabrio Cascada und den Sportwagen Opel GTC. In Tychy stellen 410 Beschäftigte Motoren her.

  • Spanien

    In Figueruelas bei Saragossa laufen Corsa, der SUV Mokka und bald auch der Stadt-SUV Crossland X vom Band. Der Standort hat 5080 Arbeitsplätze.

  • Großbritannien

    Im Werk Ellesmere Port arbeiten 1830 Beschäftigte. Hier werden ebenfalls Astra-Modelle produziert.
    Der Standort Luton nördlich von London hat 1530 Arbeitnehmer und baut den Kleintransporter Vivaro.

  • Österreich

    Im Werk Aspern nahe Wien arbeiten 1390 Menschen. Dort werden Motoren und Getriebe hergestellt.

  • Ungarn

    Motoren und Komponenten produziert auch die Fabrik in Szentgotthard mit 1210 Arbeitnehmern.

  • Italien

    In Turin gibt es noch ein Zentrum zur Entwicklung von Dieselmotoren mit 700 Mitarbeitern.

Opel-Fahrer sind die treuesten

Das Interesse der Verbraucher an Opel ist also ungebrochen. Für den potenziellen Käufer des Unternehmens könnte es den Wert der Marke zusätzlich steigern, dass Opel-Fahrer ihr treu sind. Keine andere Automarke hat unter denjenigen, die sie im „Relevant Set“ für einen anstehenden Autokauf haben, so viele frühere Kunden. Vieles des oben Gesagten gilt auch für Opels britische Schwester Vauxhall. Deren Automodelle entsprechen weitgehend denen von Opel, und so ähnelt sich die Einschätzung der Verbraucher, die vorhaben, ein Auto zu kaufen. In der britischen Gesamtbevölkerung ist das Image von Vauxhall zwar schlechter als das von Opel in Deutschland, während andere deutsche Marken bei den Briten überraschend gut wegkommen. Volkswagen etwa hat in Großbritannien den Diesel-Skandal anscheinend schon hinter sich gelassen und konnte seine Indexwerte wieder deutlich aufbessern. Doch wenn sie sich für eine Marke entscheiden müssten, dann steht Vauxhall auch bei den Briten hoch im Kurs.

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