Carsharing: Deutsche Bahn und Renault planen Allianz

exklusivCarsharing: Deutsche Bahn und Renault planen Allianz

von Christian Schlesiger und Franz W. Rother

Die Deutsche Bahn und der französische Autobauer Renault bereiten ein gemeinsames Projekt in Berlin vor.

„Wir entwickeln ein flexibles Carsharing-System, das Kunden die Möglichkeit gibt, das Auto überall im Stadtgebiet abzustellen“, sagt Rolf Lübke, Chef der Bahn-Konzernsparte DB Rent. Zwar wollte Lübke den Kooperationspartner nicht verraten, doch Achim Schaible, Vorstandschef von Renault Deutschland, bestätigte Verhandlungen mit der Bahn. Renault habe Wege gesucht, sich im sogenannten „Schaufenster Elektromobilität“ der Hauptstadtregion zu präsentieren. Zudem wollte der Konzern am Wachstumsmarkt Carsharing teilhaben. „Ich wollte nicht länger warten“, begründet Schaible die Aktion.

Anders als die Konkurrenz – DriveNow von BMW und Car2go von Daimler – will die Allianz von Bahn und Renault ausschließlich Elektroautos einsetzen: den vierrädrigen Zweisitzer Twizy, der als Quad zugelassen ist und mit einer Länge von 2,30 Metern und einer Breite von 1,20 Meter praktisch in jede Parklücke passt.

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Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 Stundenkilometern kommt der Winzling mit einer Akkuladung bis zu 100 Kilometer weit – mehr als genug für Fahrten in der Stadt.

„Wir haben noch nicht über Konditionen und Stückzahlen gesprochen“, sagt Schaible. Details nähmen beide Unternehmen „in Kürze“ in Angriff. Projektbeteiligte gehen davon aus, dass die Flotte bis zu 100 Twizys umfasst. Der Plan sieht vor, Ladestationen zunächst an mindestens vier Verkehrsbrennpunkten in Berlin anzubieten: am Hauptbahnhof, am Flughafen, am Gendarmenmarkt und am Kurfürstendamm.

Statistisch fahren Nutzer in einem One-Way-System pro Strecke 10 bis 15 Kilometer weit, was bei einer Reichweite von 100 Kilometern im Schnitt acht Fahrten ermöglichte. Mit einer Zeitgutschrift könnten Nutzer dazu motiviert werden, den Elektro-Twizy bei leerem Akku zu einer der Ladestationen zu fahren.

Die Bahn versucht, mit der neuen Allianz ihre Marktstellung im Carsharing zu verteidigen. Zur Flotte ihrer Verleihtochter Flinkster gehören 2500 Fahrzeuge. 190.000 Kunden – inklusive aller Bahncard-Inhaber – können das System nutzen. Bisher setzt die Bahn in 140 Städten allerdings auf feste Stationen: Die Kunden müssen die Autos genau an der Station abgeben, wo sie gestartet sind.

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Das neue Konzept, das einen anderen Namen als Flinkster tragen soll, gesellt sich im Markt zu den Carsharing-Angeboten von Daimler und BMW. Die Autoriesen setzen etwa in Berlin, Hamburg und Düsseldorf mit den Marken Smart und Mini auf volle Flexibilität. Nutzer können die Autos im Stadtgebiet auf jedem öffentlichen Parkplatz abstellen.

Ein Konkurrenzprodukt zu Daimler und BMW sieht der Renault-Deutschland-Chef in dem Bahn-Angebot aber nicht. „Wir tun damit niemandem weh“, sagt Schaible, schon bestehende Carsharing-Angebote würden durch Renault nur ergänzt und damit noch attraktiver gemacht.

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