Carsharing: Die Flotten werden elektrisch

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Carsharing: Die Flotten werden elektrisch

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BMW i3 von DriveNow: Das Carsharing wird elektrisch.

von Christian Schlesiger

Die Carsharing-Unternehmen wollen Zweifel an der Klimafreundlichkeit ihrer Systeme ein für alle Mal ausräumen. Sie setzen auf Elektromodelle – und erhöhen damit den Druck auf die Städte.

Studien über die Folgen von Carsharing haben Hochkonjunktur – und häufig sind die Ergebnisse für die Betreiber wenig schmeichelhaft. Vor etwa einem Jahr klagte eine Untersuchung der Nahverkehrsberatung Civity die Systeme von Car2Go, DriveNow und Multicity als „Hype“ an, die „keinen Beitrag zur Entlastung des Verkehrs in Ballungsräumen“ leisteten. Eine Studie von Berylls Strategy Advisors verwies Anfang 2015 ebenfalls auf erheblichen Mehrverkehr und Kannibalisierungseffekte gegenüber dem öffentlichen Nahverkehr.

Die Anbieter selbst sehen das natürlich anders. DriveNow und Car2Go beauftragten deshalb gemeinsam eine Studie. Ihr Fazit: Das Klima profitiert.

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Bei all den kritischen Studien und akademischen Gegenbeweisen wissen vor allem die Städte nicht mehr, wie sie mit der modernen Mobilität umgehen sollen. Denn einerseits sind sie gefordert, ihren Bürgern die bestmögliche Mobilität anzubieten. Andererseits drohen gerade die subventionierten Bereiche wie Nahverkehr und Taxi-Gewerbe unter den neuen Möglichkeiten zu leiden.

Carsharing-Anbieter gehen daher in die Offensive, um sich aus der Rechtfertigungsecke zu ziehen und die Verwaltungen vom ökologischen Nutzen zu überzeugen. Ab Mittwoch bringt DriveNow 100 Fahrzeuge des Modells i3 in die Flotten nach Berlin, München und Hamburg. „Wir haben erkannt, dass wir noch mehr tun müssen, um die ökologischen Vorteile des Carsharings hervor zu heben“, sagt DriveNow-Chef Nico Gabriel. „Deshalb bauen wir unsere Flotten mit zusätzlichen Elektroautos aus.“

Der Startschuss in Berlin an diesem Mittwoch könnte ein Meilenstein in der Neubewertung des Carsharings sein. Wenn die Fahrzeuge zunehmend elektrisch unterwegs sind, dürfte die Kritik am Mehrverkehr abnehmen. Sollten die Nutzer zudem ihren Zweitwagen abschaffen oder komplett auf ein eigenes Auto verzichten, würde der Ausstoß von Kohlendioxid in den Städten sogar durch das One-Way-Carsharing sinken. Der Beweis wäre erbracht. Die logische Konsequenz: Die Städte müssten das Teilen von Autos noch intensiver fördern, beispielsweise indem sie separate Carsharing-Parkplätze ausweisen.

Wie sich Carsharing auf die Nutzung anderer Verkehrsmittel auswirkt

  • Mietwagen

    29 Prozent der Carsharing-Nutzer fahren seltenere mit einem Mietwagen als früher.

    Quelle: Berylls Strategy Advisors, MM Customer Strategy

  • Taxi

    28 Prozent der Carsharing-Nutzer fahren seltener mit dem Taxi als zuvor.

  • Regionalzug

    Den Regionalzug benutzen 22 Prozent der Carsharing-Nutzer seltener.

  • Bus und Straßenbahn

    15 Prozent der Nutzer von Carsharing-Angeboten fahren seltener mit Bus und Straßenbahn.

  • Pkw

    15 Prozent der Carsharing-Nutzer benutzen seltener das eigene Auto

  • Fernzug

    Seltener mit dem Fernzug fahren zwölf Prozent der Carsharing-Nutzer

  • Fahrrad

    Dafür fahren drei Prozent der Carsharing-Nutzer öfter mit dem Fahrrad.

    Quelle: Berylls Strategy Advisors, MM Customer Strategy

Mit dem Nachziehen von BMW setzen alle namhaften Carsharing-Betreiber, die One-Way-Systeme anbieten, bei denen das Auto überall im Stadtgebiet abgestellt werden dürfen, auf Elektromobilität. Die Citroën-Tochter Multicity setzte von Anfang an auf eine rein elektrisch betriebene Flotte in Berlin. Car2Go von Daimler und Europcar folgte mit einer reinen Flotte aus E-Smarts in Stuttgart, Amsterdam und San Diego. Nun zieht DriveNow mit dem Prestigewagen i3 nach.

Das E-Auto ergänzt die Benziner-Flotten zwar nur, aber „zum einen sind wir überzeugt, dass wir dadurch zusätzliche Kunden gewinnen können“, sagt Gabriel. „Zum anderen führen wir unsere Nutzer so auch an die Elektromobilität heran“. Viele Kunden „suchen ganz gezielt nach Elektroautos.“ Gleichzeitig sorgt der i3 für urbanes Fahrvergnügen.

Werner knallhart Neues Carsharing: E-Roller, je doller

Immer die neuesten Autos fahren, immer einen Parkplatz finden und dabei Geld sparen: Mit dem BMW i3 und Elektrorollern steigt Carsharing auf in das nächste Spaßlevel. Selbst auf Dörfern geht es los.

Das Elektro-Auto BMW i3 Quelle: dpa

Die Unternehmen wollen damit vor allem auch die Städte zu einem eindeutigen Bekenntnis für Carsharing bewegen. Ihre Devise: Jetzt oder nie. Denn bislang haben die Städte Carsharing nur halbherzig gefördert. In München beispielsweise wurden die Flotten gedeckelt und mit Sonderparkmöglichkeiten taten sich alle Städte mit Verweis auf die undurchsichtige Rechtslage schwer.

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