Chefwechsel: Opels Tag der Entscheidung

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Chefwechsel: Opels Tag der Entscheidung

General Motors will schnellstmöglich den neuen Opel-Chef präsentieren. Am Dienstag soll spätestens die Entscheidung fallen.

General Motors kann es nicht schnell genug gehen. Kaum hat GM-Boss Dan Akerson den deutschen Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke wegen anhaltend schlechter Absatzzahlen und einem Fehlbetrag im Sanierungsplan in dreistelliger Millionenhöhe geschasst und Stephen Girsky zum Interimschef bestimmt, soll am Dienstag ein neuer Opel-Chef folgen. Es wäre der 20te seit 1948 und - zählt man Girsky als den wohl am kürzesten amtierenden Opel-Vorstandsvorsitzenden aller Zeiten mit - der sechste innerhalb eines Jahrzehnts.

Für die Opelaner wird der Dienstag ein Tag der Entscheidung. Kommt mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden ein knallharter Sanierer? Ein Manager, der den Blick stets streng gen USA richtet? Werden die Werke Bochum und Rüsselsheim nun doch schneller als von Stracke versprochen dicht gemacht? Stracke hatte sich mit Arbeitnehmern darauf verständigt, bis 2016 auf Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. Arbeitnehmervertreter bestehen darauf, dass diese Beschäftigungsgarantie eingehalten wird.

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Opel-Mitarbeiter bangen erneut um ihre Zukunft

Der vereinbarte Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2016 sei nicht mit Stracke ausgehandelt worden, sagte der Betriebsratschef des Werks Bochum, Rainer Einenkel, dem Magazin „Focus“. „Das wurde am 12. Juni im Verwaltungsrat von General Motors in Detroit diskutiert“, sagte Einenkel. Als Gegenleistung für die Job-Garantie sollen die Opel-Mitarbeiter ihrerseits Beiträge zur Sanierung leisten. Bis Oktober gewähren sie dem Unternehmen Aufschub bei der Tariferhöhung.

Daneben stehe nach Berichten der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" auch die Fertigung in Eisenach mit 1700 Beschäftigten auf der Kippe. Der dort produzierte Kleinwagen Corsa könne langfristig ausschließlich im spanischen Saragossa vom Band laufen. Um Opel wieder nach vorne zu bringen, soll die Produktion zwischen den sechs europäischen Pkw-Werken von Opel neu verteilt werden. Das Management verhandelt derzeit noch mit den Arbeitnehmern über die Auslastung der einzelnen Fabriken.

IG-Metall-Chef Berthold Huber warnte GM davor, die Vereinbarungen mit der Arbeitnehmerseite einseitig zu brechen. „Wir gehen davon aus, dass GM die Verträge einhält. Dass die Garantien für die Werke und die Arbeitsplätze bis Ende 2016 weiter gelten."

"Jeder Einzelne ist verantwortlich"

Girsky kündigte eine Fortsetzung des Sanierungskurses an. „Ich möchte Ihnen versichern, dass wir unsere dringenden Arbeiten zur Wiederherstellung einer nachhaltigen Profitabilität bei Opel/Vauxhall und GM in Europa ohne Unterbrechung fortsetzen werden“, schrieb der Interimschef laut „Bild“-Zeitung in einer E-Mail an die Mitarbeiter. Zugleich bereitete der GM-Vorstand die Beschäftigten auf weitreichende Änderungen vor. „Unsere erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln. Jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse“, heißt es demnach in der Rundmail.

Nur erwarten die übriggebliebenen 20.000 Opel-Beschäftigten an den vier deutschen Standorten in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern mit Spannung und Sorge die Sitzung des Aufsichtsrats. Als Stracke-Nachfolger sind zwei Opel-Vorstände im Gespräch.

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