Chrysler 200: Starke Konkurrenz für den Baby-Benz

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Chrysler 200: Starke Konkurrenz für den Baby-Benz

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Der Chrysler 200 wird im Werk Sterling Hight vom Band laufen. Die Mittelklasse-Limousine von der Größe der Mercedes C-Klasse ist mit einem Basispreis von 22.700 Dollar (16.600 Euro) allerdings deutlich günstiger als das deutsche Modell.

von Franz W. Rother

Die einstigen Schwestermarken Daimler und Chrysler werden in den USA immer mehr zu Rivalen. Die Chrysler 200 Mittelklasse-Limousine ist als direkte Konkurrenz zur neuen C-Klasse positioniert.

Das grobkantige Fahrerhaus sieht aus, als hätten es die Designer mit einer großen Axt geformt. Der riesige Kühlergrill stemmt sich mit voller Breitseite gegen den Fahrtwind, wer einen Blick in den Motorraum werfen möchte, sollte wenigstens zwei Meter groß sein oder eine kleine Trittleiter mitbringen. Ein Trittbrett unter den Türen hilft auch beim Besteigen der Fahrerkabine im Kingsize-Format, Supercrew genannt. Die Insassen finden dort jede Menge Platz, jede Menge Hartplastik und gleich drei Zigarettenanzünder sowie einen riesigen Aschenbecher vor - der Innenraum des Auto zählt zu den wenigen verbliebenen Orten in den USA, wo die strengen Rauchverbote noch nicht gelten. Die Amerikaner lieben große Autos vielleicht auch deshalb immer noch heiß und innig. Das gilt vor allem für Pickups, jene große wie robusten Geländewagen mit offener Ladefläche, deren Stammbaum bis in die Zeit der großen Planwagen-Trecks gen Westen zurückreicht.

Der Ford F 150 - kurz "one-fifty" genannt - ist das populärste Fahrzeug dieses Typs. Seit 37 Jahren schon wird das Modell gebaut und schaufelt es fette Gewinne die die Kasse der Ford Motor Company. Es bietet jede Menge Platz und Laderaum, zieht schwere Lasten, ist robust, entsprechend zuverlässig und preiswert - das aktuelle Basismodell steht mit 24.500 Dollar, umgerechnet nicht einmal 18.000 Euro, in der Preisliste. Dass der gut 2,5 Tonnen schwere und 365 PS starke  Truck bei voller Beladung säuft wie ein Loch - im Alltagsverkehr werden rauschen locker über 20 Liter Super durch die Kraftstoffleitungen - verzeihen ihm seine Fans - noch. Bei einem Spritpreis von umgerechnet nicht mal 70 (Euro-)Cent pro Liter sind solche Verbrauchswerte bislang kein Grund zur Verzweiflung.

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Dennoch ist die Fuel Economy vor dem Hintergrund der kommenden scharfen Flottenverbrauchswerte auch für die Autohersteller in USA ein großes Thema. Bis 2016 dürfen die leichten Nutzfahrzeuge (Light trucks wie der F150) umgerechnet nicht mehr als 188 Gramm CO2 pro Kilometer emittieren. Ford hat reagiert: Der Ford des Modelljahrs 2015, der jetzt auf der Detroit Motor Show präsentiert wurde, behält zwar seinen kantigen Charakter, kriegt aber eine Karosserie aus Aluminium und zwei neue Motoren mit sechs und acht Zylindern. Das Gesamtgewicht sank dadurch um insgesamt 300 Kilogramm auf knapp 2,2 Tonnen, der Spritverbrauch im genormten Testverfahren auf Werte von angeblich rund 10 Liter. "Wir gehen damit einen großen Schritt vorwärts, das muss uns erst einmal jemand nachmachen", feierte Ford-Chairman William Clay Ford das neue Auto als Aufbruch in die Zukunft.

Es tut sich wieder was in Detroit

Fast eine Milliarde Dollar hat der Ford-Konzern in den neuen Truck und die Modernisierung in das Werk River Rouge in Dearborn bei Detroit investiert, in dem der F150 ab Sommer produziert wird. Eine ähnliche Summe investierte Chrysler in das Werk Sterling Hights. In dem riesigen Werk, das vor fünf Jahren eigentlich geschlossen werden sollte, wird künftig der neue Chrysler 200 produziert, eine Mittelklasse-Limousine von der Größe der Mercedes C-Klasse, mit einem Basispreis von 22.700 Dollar - 16.600 Euro - jedoch deutlich preiswerter. Und auch General Motors lässt Detroit wiederaufleben: Für den neuen Kompaktwagen von Cadillac namens ATS hat der Konzern rund 200 Millionen Dollar in seine Fabrik in Lansing investiert und dort 500 neue Arbeitsplätze geschaffen.

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