Connectivity Compass: Autonomes Fahren schafft 2035 den Durchbruch

Connectivity Compass: Autonomes Fahren schafft 2035 den Durchbruch

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Der Marktanteil an autonom fahrenden Autos wird erst ab 2035 rapide ansteigen, prognostiziert die Unternehmensberatung Berylls

Keine Innovation in der Geschichte des Automobils könnte so umfassende Auswirkungen auf die individuelle Mobilität haben wie das autonome Fahren. Doch deutsche Autofahrer bleiben skeptisch.

Es gibt kaum einen großen Autobauer, der nicht an seiner eigenen Vision vom autonomen Fahren werkelt. Die Hersteller sind sich einig, dass der Fahrer in Zukunft öfters das Lenkrad aus der Hand geben und von seinem Auto chauffiert wird. Der einzige Unterschied liegt im "Wann": Die einen sprechen von 2020, die anderen von 2025, manche von noch später.

So verlockend diese Vision für einige klingt, die Sache hat auch einen Haken: Der Kunde interessiert sich – zumindest in Deutschland – kaum für das automatisierte Fahren, so eine Kundenbefragung der Unternehmensberatung Berylls. Nur 23 Prozent der deutschen Endkunden gaben im Rahmen des "Connectivity Compass 2014" an, ein wahrscheinliches oder sehr wahrscheinliches Kaufinteresse an autonomen Fahren als Sonderausstattung zu haben.

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Interessant ist die Differenzierung nach Altersstufen: Immerhin 42 Prozent der befragten Deutschen im Alter von 17 bis 24 Jahren hätten wahrscheinlich oder sogar sehr wahrscheinlich Kaufinteresse an einer Sonderausstattung "Autonomes Fahren", bei den über 55-Jährigen – die sich im Gegensatz zu den meisten Jüngeren einen Neuwagen leisten können – sind es nur zwölf Prozent.

Der Durchbruch kommt erst 2035

Ganz anders ist die Akzeptanz für das autonome Fahren in China. Hier äußern 58 Prozent Interesse - durch alle Altersgruppen relativ konstant. In einem anderen Punkt sind sich die deutschen und chinesischen Umfrageteilnehmer wieder einig: In beiden Ländern trauen die Kunden es deutschen Autobauern am ehesten zu, als Erste autonomes Fahren in den Markt einzuführen.

In Deutschland genießt Daimler mit 41 Prozent Zustimmung das größte Kundenvertrauen beim fahrerlosen Fahren. BMW, Audi und Volkswagen belegen die Ränge zwei bis vier. In China führt Audi mit 44 Prozent, gefolgt von BMW, Volkswagen und Daimler.

Auf ihrem Vorsprung und ihren Konzeptfahrzeugen ausruhen dürfen sich die deutschen Autobauer aber nicht. Denn auch IT-Konzerne wie Google und Apple sind nicht zu unterschätzen. In der Umfrage rangieren beide Unternehmen in den Top Ten, wenn es um die erstmalige Markteinführung von autonomen Fahrfunktionen geht.

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Elmar Frickenstein, BMW Entwicklung Leiter Elektrik/Elektronik und Fahrerlebnisplatz Quelle: BMW

Die Berylls-Experten schätzen, dass einzelne hoch-automatisierte Fahrfunktionen – also etwa Autobahn-Piloten – bereits in zwei bis drei Jahren in Luxuslimousinen wie einer Mercedes-Benz S-Klasse oder einem 7er BMW angeboten werden, zu Preisen zwischen 2.000 und 3.000 Euro.

Deutlich teurer, geschätzte 5.000 bis 8.000 Euro, ist das voll-automatisierte Fahren, solche Fahrautomaten können dann eigenständig jegliche Fahrsituation meistern und benötigen keinen Eingriff des Fahrers mehr. Hier geht Berylls davon aus, dass solche Systeme in etwa zehn Jahren eingeführt werden. Für eine breitere Markt- und Kundenakzeptanz sei aber ein maximaler Aufpreis von 3.000 Euro nötig.

Wertschöpfungskette im Umbruch

Doch selbst dann wird der Marktanteil hoch- oder voll-automatisierter Fahrzeuge in dem Berylls-Szenario verschwindend gering bleiben. Bis 2035 sei mit einem rasanten Anstieg des Marktanteils auf etwa 20 Prozent zu rechnen. Das wären dann bis zu 35 Millionen hoch-automatisierter, voll-automatisierter oder gar autonomer Pkws pro Jahr, die vor allem in Nordamerika, China und Westeuropa verkauft werden. Der weltweite Fahrzeugbestand wird dann bis etwa 2050 "umgedreht" – weniger als 10 Prozent haben dann keinen Auto-Piloten an Bord.

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Diese Aussicht könnte die gesamte Wertschöpfungskette der Autoindustrie umkremplen. Neben den etablierten Unternehmen hätten auch neue Spieler gute Perspektiven am Markt, analysiert Berylls. Bei autonomen Fahrzeugen wie dem in der Studie genannten Google Car könne sich das Bild zugunsten der IT-Hersteller wandeln. Die Kernkompetenz dieser aufs Wesentliche reduzierten Fahrzeuge sei das Betriebssystem inklusive der Sensorik – mit anderen Worten der Autopilot.

Andere Komponenten wie der batterieelektrische Antrieb, Karosserie oder Innenraum könnten von Zulieferern oder Engineering-Dienstleistern entwickelt und zugekauft werden. Damit könnten Unternehmen wie Vernetzungsspezialisten, die heute noch nicht in der Autoindustrie tätig sind, Schlüsselpositionen in der von CarIT geprägten automobilen Wertschöpfungskette der Zukunft übernehmen.

Intelligent aufgestellt könnten das aber auch die heutigen Autobauer sein – allerdings mit einem neuen Geschäftsmodell.

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