Consumer Electronics Show CES: Im Auto der Zukunft wird gewedelt statt gewischt

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Consumer Electronics Show CES: Im Auto der Zukunft wird gewedelt statt gewischt

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Die Highlights der CES 2016: VW-Studie zum Budd-e und BMW's Connected Drive.

von Rebecca Eisert

Las Vegas zieht zur CES längst nicht mehr nur Elektronik-und-IT-Riesen wie Samsung und IBM an. Immer mehr Autobauer zeigen hier ihre Vision vom Auto der Zukunft. Und die ist elektrisch, autonom und berührungslos.

Wenn Sie jetzt – die Hände entspannt im Schoß, statt am Lenkrad – über einen vierspurigen Boulevard gleiten, linker Hand fasziniert die Springbrunnen des Bellagio-Hotels beobachten, sehen wie die Fontänen in die Höhe schießen und sie mit einer läppischen Handbewegung das Schiebdach ihrer elektrisch angetriebenen und leise dahin summenden Limousine öffnen, dann, ja dann sind sie entweder im Autohimmel – oder in Las Vegas. Willkommen in der Stadt der Spieler, Träumer und Autonarren.

Die Consumer Electronics Show, einst Domäne der Elektronik-Giganten wie LG, Panasonic und Samsung öffnet ihre Pforten von Jahr zu Jahr für mehr Auto-Begeisterte. Volkswagen, Daimler, BMW, Ford, Toyota und viele andere Autohersteller suchen in Las Vegas die große Bühne. Kein Wunder.

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Die Trends der CES 2016

  • Smart Home

    Das vernetzte Zuhause ist noch nicht breit im Alltag angekommen - aber in Las Vegas werden wieder Hunderte Geräte zu sehen sein, die sich miteinander und mit dem Internet verbinden lassen. So will Samsung einen Kühlschrank mit einem riesigen Display vorstellen, wie vom Blog „The Verge“ aufgespürte Werbebanner zeigen. Ein Problem bleibt oft die Kommunikation zwischen Technik verschiedener Anbieter - einheitliche Standards wie in anderen Elektro-Bereichen gibt es nicht. Das Problem soll gelöst werden durch die direkte Kooperation der Hersteller, offene Schnittstellen sowie Onlinedienste, die im „Internet der Dinge“ als eine Art Vermittler auftreten.

  • Lernende Maschinen

    Für die Nutzer oft unsichtbar, werten Computer in der Cloud eine Vielzahl von Daten aus, um sich besser an ihre Bedürfnisse anzupassen. Das Ergebnis sollen zum Beispiel schlaue Messenger-Dienste sein, die Fragen beantworten oder kleine Aufgaben wie eine Restaurant-Reservierung erfüllen können. Facebook experimentiert damit in dem Dienst „M“ in seinem Messenger, Google soll auch daran arbeiten. Einige Geräte auf der CES werden auf Amazons Sprach-Assistenten Alexa zurückgreifen.

  • Drohnen

    Vor einem Jahr sorgte Intel-Chef Brian Krzanich für Aufsehen auf der CES mit kleinen Fluggeräten, die auch beweglichen Hindernissen ausweichen können. Inzwischen können das immer mehr Drohnen. Das chinesische Branchen-Schwergewicht DJI testet ein Geofencing-System, dass die Drohnen automatisch von für sie verbotenen Zonen zum Beispiel um Flughäfen fernhalten soll.

  • Neue Anschlüsse

    Hartnäckig halten sich Gerüchte, Apple könnte beim nächsten iPhone ganz auf einen klassischen Ohrhörer-Stecker verzichten und dafür auf seinen digitalen Lightning-Anschluss setzen. Außerdem breitet sich in immer mehr Geräten der neue USB-C-Anschluss aus, über den Daten und auch Ladestrom übertragen werden können.

Autos werden von Jahr zu Jahr mehr zu rollenden Rechnern – Navigation, Infotainment- und Fahrassistenzsysteme benötigen kilometerweise Kabel, dutzende Steuerungseinheiten und Millionen Zeilen Software-Code. Welcher Ort könnte also besser geeignet sein, um sich als Hersteller mit Visionen zu präsentieren als die Consumer Electronics Show vor der fulminanten Kulisse der Glitzer-und Glitter-Metropole Las Vegas.

VW-Vorstand Diess hält die Keynote

Nie war die Ausstellungsfläche für den Bereich Smart Car größer als in diesem Jahr. 19.000 Quadratmeter vollgepackt mit den neuesten Entwicklungen aus dem Feld des automatisierten und autonomen Fahrens, elektrischer Antriebskonzepte, Cloud-Lösungen, neuer Bedienkonzepte für das Cockpit und so weiter und so fort. Das Gedränge dürfte groß werden; 170.000 Besucher werden vom 6. bis 9. Januar erwartet.

Zu den Keynote-Speaker gehören traditionell auch Top-Manager aus der Automobilsektor. In diesem Jahr für VW-Markenvorstand die Reihe vor, die Audi-Chef Rupert Stadler und Daimler-Vorstand Dieter Zetsche in den Vorjahren begonnen haben. Es ist der erste große öffentliche Auftritt des VW-Managers in den USA nach Bekanntwerden des Diesel-Skandals. Doch nicht nur deshalb wird er mit Spannung erwartet. Volkswagen hat die Studie eines E-Fahrzeugs angekündigt (Details siehe unten). Auch die Chefin des amerikanischen Autokonzerns General Motors Mary Barra zählt zu den Top Acts der Show und mischt sich damit unter Größen der digitalisierten Welt wie Netflix-Chef Reed Hastings oder IBM-Chef Ginni Rometty.

Ja, hier in Las Vegas ist spürbar, wie nahe Auto- und IT-Welt in den letzte Jahren bereits zusammengerückt sind und in naher Zukunft noch weiter zusammenrücken werden – teils als Partner, teils als Rivalen. Und immer öfter betreten neue Spieler die Bühne – in diesem Jahr das kalifornisch-chinesische Start-up Faraday. Damit zu den wichtigsten Trends der CES 2016:

Elektroautos

VW-Chef Diess wird einen elektrischen Mini-Bus enthüllen. Angeblich unter dem Namen „Budd-e“ zeigen die Wolfsburger wie erschwingliche elektrische Langstreckenmobilität in Zukunft aussehen soll. Wohl 2018 soll der elektrische Bulli auf den Markt kommen. GM-Chefin Mary Barra bringt mit der Hausmarke Chevrolet den ersten vollelektrischen Kompaktwagen Bolt nach Las Vegas mit. BMW wird aller Voraussicht nach mit einer seriennahen Version des Hybrid-Sportwagens i8 Spyder anrollen, die Schweizer Hersteller Rinspeed bringt den futuristischen Sportwagen Etos (auf i8-Basis) – unter anderem mit einfaltbarem Lenkrad und Drohnenlandeplatz auf dem Heck mit.

Die meisten Spekulationen heizt zweifelsohne der Auftritt von Faraday Future an. Das Unternehmen wird nach ein Elektro-Auto vorstellen. Wie es aussehen könnte, ist allerdings völlig offen. Auch über das Unternehmen selbst ist kaum etwas bekannt. Das kalifornische Start up versteht sich als mehr als Mobilitätsanbieter denn als klassischer E-Auto-Hersteller. Angeblich plant Faraday bis zu sieben verschiedene Modelle, die je nach Bedarf geliehen werden können. Der Kunde kauft ein Kilometerkontingent und wählt die Art des fahrbaren Untersatzes nach Bedarf. Roland Berger-Partner Wolfgang Bernhart rechnet derartigen Angeboten gute Chancen aus: „Die bisherigen Carsharing und Mietauto-Konzepte werden sich zunehmend in Mobility-on-demand und pay-per-ride-Konzepte mit selbstfahrenden Autos wandeln.“

Ob Apple hinter dem Unternehmen steckt oder doch der chinesische Milliardär Jia Yueting – man weiß es nicht, Gerüchte gibt es viele. Da jedoch mindestens eine Milliarde Euro chinesisches Kapital in Faraday steckt, nehmen viele den Tesla-Herausforderer ernst.

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