Continental: Degenharts kaum getrübte Bilanz

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KommentarContinental: Degenharts kaum getrübte Bilanz

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Für den Vorstandsvorsitzenden von Continental, Elmar Degenhart, läuft es momentan gut. Nur eine Schadenersatzklage in den USA und der Wechsel der Vorstands-Quotenfrau trüben die Stimmung.

von Hans-Jürgen Klesse

Beim Autozulieferer Continental aus Hannover geht es weiter aufwärts, das erste Quartal verlief so gut, dass der Konzern seine Gewinnprognose verbesserte. Nur zwei Punkte störten die Champagnerlaune bei der Hauptversammlung.

Aus Mediensicht wird der Autozulieferer Continental langsam langweilig. Seit zwei Jahren steigen Umsatz, Gewinn und Aktienkurs. Im Dax gehört der Konzern aus Hannover, der die internationale Autoindustrie mit Reifen, Fahrwerkteilen und Fahrzeugelektronik beliefert, mit einem Kurszuwachs von über 80 Prozent zu den Best-Performern. Für die Aktionäre kommt die Freude gleich doppelt, denn sie dürfen sich auch noch über eine um elf Prozent höhere Dividende als im Vorjahr freuen.

Da fällt einem Journalisten kaum noch etwas ein, über das sich meckern ließe. Das dürfte sich auch kaum so schnell ändern, denn auch beim Start ins neue Jahr kam Conti gut aus der Box. Trotz der anhaltenden Flaute in den europäischen Automobilmassenmärkten konnte Vorstandschef Elmar Degenhart seinen Anteilseignern bei der Hauptversammlung in Hannover ein Umsatzplus von 4,4 Prozent im ersten Quartal melden. Und um noch eins drauf zu setzen: Degenhart legte auch bei der Prognose für 2014 nach: Statt zehn will er jetzt eine Marge vor Steuern und Zinsen von 10.5 Prozent erreichen.

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Sogar zur Vermögenslage, in den vergangenen Jahren immer gut für einen Seitenhieb, lässt sich nichts substanziell Böses mehr sagen: Die durch die VDO-Übernahme 2007 verursachte Verschuldung von ursprünglich über zehn Milliarden Euro konnten Degenhart und sein Finanzmann Wolfgang Schäfer auf mittlerweile knapp sieben Milliarden senken. Seitdem hat Conti wieder ein vorzeigbares Rating von BBB, nach etlichen Jahren, in denen das Papier trotz vieler positiver Signale immer noch Schrott-Status hatte.

Unwürdiger Abgang

Zu Schaeffler fällt einem auch nichts Kritisches mehr ein, zumal die Herzogenauracher, mit 46 Prozent immer noch größter Anteilseigner von Conti, sich mit der Rolle des Coupon-Schneiders begnügen und Degenhart und seine Führungscrew ihren Job machen lassen, ohne sich einzumischen. Von einer Integration der beiden Unternehmen redet schon lange niemand mehr, die zahlreichen technischen Kooperationen auf Produktebene laufen offenbar störungsfrei. Das Beste für alle Beteiligten: Fusionen von Großunternehmen gehören zu den schwierigsten Managementprozessen überhaupt, vor allem als Traumhochzeit angekündigte Zusammenschlüsse enden in der Regel als Zwangsehe und damit als Tragödie.

Zulieferer gibt Gas Continental - vom Sorgenkind zum Börsenstar

Conti-Chef Degenhart hat alles richtig gemacht: Der Zulieferer- und Reifenkonzern war 2013 der Überflieger im Dax und macht Bosch Beine. Nun ist das Unternehmen auch 2014 mit Zuwächsen unterwegs.

Conti-Chef Elmar Degenhart: Der Autozulieferer war in den vergangenen beiden Jahren einer der erfolgreichsten Werte im Dax. Quelle: dpa

Wenigstens bleiben zwei Punkte, zu denen sich kritische Fragen stellen ließen. Der erste ist die reichlich unwürdige Art, mit der sich der Konzern seiner Vorstandsfrau Elke Strathmann entledigte. Die brachte zwar reichlich Erfahrung aus ihrer Zeit bei Nestle, Johnson & Johnson oder Unilever mit, scheiterte aber dennoch – wenn man den Gerüchten aus Hannover trauen darf, vor allem an der Männerwirtschaft bei Continental. Vorstandschef Degenhart passt zwar nicht so recht in die Rolle Frauen-mobbender Machos, der eine oder andere aus der zweiten oder dritten Reihe aber schon eher.

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