Daimler: Auseinandersetzung mit Betriebsrat abgewendet

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Daimler: Auseinandersetzung mit Betriebsrat abgewendet

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Montage im Daimler-Werk Sindelfingen: Es wird nicht der letzte Streit um Sparmaßnahmen in der Daimler-Produktion sein.

von Martin Seiwert

Das ging schnell – nach einem kurzen heftigen Streit haben sich Management und Betriebsräte darauf geeinigt, wie sie bei der S-Klasse die Produktion an die sinkende Nachfrage anpassen wollen. Doch wie Daimler mit BMW und Audi Schritt halten will, bleibt offen.

Die Leitung des Mercedes-Benz-Werkes Sindelfingen und der Betriebsrat hätten „eine Vereinbarung zum weiteren Produktionsprogramm der S-Klasse getroffen“, meldet am Mittwoch der Daimler-Betriebsrat. Weil bis zur Einführung der neuen S-Klasse im kommenden Jahr mit rückläufigen Verkaufszahlen des Mercedes-Flaggschiffs zu rechnen ist, soll die S-Klasse nur noch einschichtig produziert werden. Mitarbeiter der S-Klasse-Montage würden deshalb in der Montage der C-Klasse eingesetzt, so der Betriebsrat.

Über die Ausgestaltung der Produktionskürzung hatten Betriebsrat und Management in den vergangenen Tagen heftig gestritten. Daimler habe sich nun „in wesentlichen Punkten durchgesetzt“, sagt Willi Reiss, Werksleiter in Sindelfingen. Mit der Vereinbarung sei „ein weiterer Schritt in Richtung mehr Flexibilität im Werk Sindelfingen gelungen“. Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm freut sich, dass bei den Verhandlungen „wieder Vernunft eingekehrt“ sei. „Wir haben auf dem Verhandlungsweg eine tragfähige Lösung gefunden, so dass das Unternehmen nun auch die Kündigung der Betriebsvereinbarung zur Arbeits- und Betriebszeit zurückgenommen hat“, sagt Klemm.

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Audi setzte im September immerhin 1,4 Prozent mehr Autos ab als im Vorjahresmonat. Daimler verkaufte fast sieben Prozent weniger. Quelle: dpa

Mit der Einigung ist eine Auseinandersetzung vor dem Arbeitsgericht, mit der das Daimler-Management zuletzt gedroht hatte, abgewendet. Doch es wird nicht der letzte Streit um Sparmaßnahmen in der Daimler-Produktion gewesen sein. Denn Daimler wird zunehmend von BMW und Audi abgehängt und muss deshalb die Produktion auf Vordermann bringen. Die Betriebsräte werden gegenhalten und die Pfründe der Mitarbeiter verteidigen.

BMW konnte im vergangenen Monat in Europa 4,4 Prozent mehr Autos verkaufen als im Vorjahreszeitraum, bei Audi stieg der Absatz 1,4 Prozent. Daimler dagegen verbucht in Europa ein sattes Minus von 6,9 Prozent. Gewiss, diese September-Zahlen sind nur eine Momentaufnahme. Doch das Mosaiksteinchen passt ins Bild: Die Marke Mercedes, die über Jahrzehnte unangefochten das Premiumsegment anführte, war 2011 mit 1,26 Millionen verkauften Fahrzeugen sogar hinter Audi (1,3 Millionen Autos) zurückgefallen. BMW verteidigte mit 1,38 Millionen Autos den Spitzenplatz.

Im laufenden Jahr ist für Daimler keine Besserung in Sicht. BMW liegt in den ersten neun Monaten mit mehr als 1,3 Millionen verkaufte Autos uneinholbar vorn, Audi und Mercedes liefern sich mit einem Absatz von rund einer Million Fahrzeuge ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ähnlich trübe ist aus Stuttgarter Sicht die Lage bei der Rentabilität. BMW verdient derzeit mit jedem verkauften Auto durchschnittlich 4325 Euro (vor Zinsen und Steuern), bei Audi sind es 4242 Euro. Mercedes hinkt mit 3621 Euro klar hinterher.

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