Daimler-Chef: Hoffnungsschimmer für Dieter Zetsche

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Daimler-Chef: Hoffnungsschimmer für Dieter Zetsche

, aktualisiert 06. Februar 2014, 08:54 Uhr
von Rebecca Eisert

Daimler-Chef Zetsche hat die Ergebnisse für 2013 vorgestellt. Es war kein leichtes Jahr. Zetsche galt als angezählt. Jetzt, so scheint es, ist der Premium-Autobauer wieder auf Erfolgskurs. Kann Zetsche aufatmen?

"Beim Daimler" wie die Schwaben sagen, ist immer was los. Zuletzt beherrschte Produktions-Vorstand Andreas Renschler die Nachrichten. Nach 25 Jahren Konzernzugehörigkeit kehrt er den Stuttgartern den Rücken und will dem Vernehmen nach zum Konkurrenten Volkswagen wechseln. Allerdings hindert ihn ein zweijähriges Wettbewerbsverbot daran. Die Meldungen brachten einmal mehr Unruhe in den Konzern, der doch gerade erst wieder ins ruhigere Fahrwasser zurückgekehrt war.

Nach Einschätzung von Experten dürften die Ergebnisse für 2013 dem Konzern Rückenwind geben. Daimler hat seine selbstgesteckten Ziele beim Ergebnis übertroffen und blickt nun zuversichtlich auf das laufende Jahr. Beim operativen Gewinn aus dem laufenden Geschäft kam der Dax-Konzern auf 7,9 Milliarden Euro. Das ist zwar im Vergleich zum Vorjahr (8,1 Milliarden Euro) ein Rückgang um 3 Prozent. Erwartet hatten die Stuttgarter nach einem schwierigen Jahresstart mit Gewinnwarnung aber lediglich mit 7,5 Milliarden Euro. Sondereffekte wie der Verkauf der Anteile am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sind da herausgerechnet. Der Umsatz stieg 2013 um 3 Prozent auf rund 118 Milliarden Euro. Unter dem Strich standen 8,7 Milliarden Euro (plus 28 Prozent), wobei der EADS-Verkauf mit rund 3,2 Milliarden Euro positiv zu Buche schlug.

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Davon gestärkt rechnet Daimler 2014 mit Zuwächsen bei Umsatz, Absatz und operativem Ergebnis. „Auf Basis dessen, was wir im Jahr 2013 eingeleitet haben, können wir mit Zuversicht auf das Jahr 2014 und die Folgejahre blicken“, erklärte Konzernchef Dieter Zetsche. Der Autobauer will im laufenden Jahr beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) in allen Geschäftsbereichen Werte über dem Niveau des Vorjahres vorweisen.

Vor allem für Dieter Zetsche war 2013 unruhig: Kein Jahr ist es her, dass der Aufsichtsrat des Premium-Autobauers den Vertrag des Daimler-Chefs auf Druck des Betriebsrats nicht um fünf, sondern nur um drei Jahre verlängerte. Zetsche galt seither als angezählt. Doch allen Unkenrufen zum Trotz: Zetsche hat wieder Auftrieb bekommen. Das liegt vor allem an der erfolgreich gestarteten Modelloffensive. Die im Frühsommer 2013 vorgestellte neue S-Klasse setzte mit Assistenzsystemen wie dem Intelligent Drive im Oberklasse-Segment neue Maßstäbe.

In wenigen Monaten kommt die neue C-Klasse zum Händler. Diese Woche rollte das erste Modell im Werk Bremen vom Band. Die A-Klasse verkauft sich vor allem bei der jüngeren Kundschaft gut. Zetsche hofft an diesen Erfolg mit dem Kompakt-SUV GLA - der auf der A-Klasse aufbaut - anknüpfen zu können. "Das "neue" Mercedes-Design wird sicherlich dazu beitragen, dass Mercedes wieder Boden gutmachen kann", meint Martin Benecke, Analyst bei Prognoseunternehmen IHS Automotive. Allerdings hat Zetsche den "First-Mover"-Bonus in einigen Segmenten verpasst. BMW und Audi verdienen mit X1 und Q3 bereits sehr gut mit ihren kleinen Geländewagen - Daimler fuhr bisher hinterher.

Bis 2020 führende Premium-Marke?

Zetsches Ankündigung, bis 2020 die Führerschaft im Premiumsegment zu übernehmen und mehr Autos zu verkaufen als BMW und Audi halten die Spezialisten von IHS für unwahrscheinlich. "IHS geht nicht davon aus, dass Mercedes den gegenwärtigen Rückstand auf die beiden Hauptkonkurrenten Audi und BMW in den kommenden Jahren in eine Führung ausbauen kann. Die Marken Audi und BMW sind ebenfalls mindestens so gut aufgestellt wie Mercedes und haben in dem wichtigen chinesischen Markt einen klaren Vorsprung gegenüber Mercedes", sagt Benecke.

Auf dem chinesischen und amerikanischen Markt könnte sich das Schicksal von Zetsche entscheiden. Noch ist die Schlacht nicht verloren, es gibt ersten Anlass zur Hoffnung. In den USA erzielte Mercedes im Januar einen neuen Absatzrekord und war mit 22.600 verkauften Fahrzeugen der Platzhirsch bei Oberklassewagen - vor der Konkurrenz aus Bayern. Der CLA schickt sich an, ein echter Verkaufsschlager zu werden. Das viertürige Coupé, das bisher in Ungarn vom Band läuft, kommt so gut an, dass die Schwaben bereits darüber nachdenken, die zweite Generation des CLA 2018 in Mexiko vom Band laufen zu lassen. Dort unterhält Allianz-Partner Nissan ein Werk in Aguascalientes. Die Entscheidung soll noch dieses Jahr fallen. Doch so fantastisch die Nachricht für Zetsche auch sein muss, im Vergleich zum Januar 2013 verkaufte Daimler im vergangenen Monat nicht einmal ein Prozent mehr Autos in den USA.

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