Daimler-Chef : Stern-Stunde für Dieter Zetsche bleibt aus

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Daimler-Chef : Stern-Stunde für Dieter Zetsche bleibt aus

von Franz W. Rother

Bei Daimler wächst nach dem schlechten Abschneiden des Citan beim Crashtest die Kritik an der Kooperation mit Renault – und am Kurs des Konzernchefs.

Eine halbe Million Menschen haben ihn bei YouTube bereits heruntergeladen, einen kleinen Videoclip mit dem Titel „Die Wahrheit über den Citan von Renault“. Zwei Handwerker aus dem Schwäbischen machen sich darin während einer Arbeitspause lustig über ihren Kollegen Kalli, der jetzt angeblich einen Mercedes fahre. Kurz darauf biegt jener Kalli mit seinem neuen Auto auch schon auf die Baustelle ab – mit einem weißen Renault Kangoo, der zur Begrüßung fröhlich die Marseillaise hupt.

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Im vergangenen Sommer, pünktlich zur Markteinführung des neuen kleinen Mercedes-Stadtlieferwagens Citan, wurde der Videoclip von einem unbekannten Scherzkeks namens „Dat Heinzi“ gedreht und zum kostenlosen Download auf YouTube gestellt. Auf humorvolle Weise wollte der Autoliebhaber darauf aufmerksam machen, dass jener „Held der Stadt“ (Mercedes-Werbung) eigentlich kein richtiger Mercedes ist, sondern nur ein simpler Renault mit einem Mercedes-Stern in der Kühlermaske.

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Solche und ähnliche Scherze über den Kangoo-Klon dürften in der Daimler-Zentrale spätestens seit vergangener Woche tabu sein. Denn das erste Produkt der Zusammenarbeit zwischen Mercedes und Renault kratzt schwer am Image der deutschen Premiummarke, seit der kleine Kastenwagen bei einem Crash-Test Sicherheitsmängel offenbarte. Statt wie üblich fünf gab es für den Mercedes diesmal nur drei Sterne beim sogenannten Euro-NCAP-Test, bei dem die Sicherheit von Fahrzeuge anhand von simulierten Unfällen in speziellen Prüfanlagen bewertet wird. Der Citan schnitt hier sogar noch schlechter ab als der Kangoo 2008: Der Kopfairbag entfaltete sich nicht vollständig bei einem simulierten Frontalzusammenstoß. Das harte Armaturenbrett, urteilten die Tester, hätte im Ernstfall den Insassen ernste Verletzungen zugefügt. Bemängelt wurde zudem das Fehlen eines Sensors, der die Belegung des Beifahrersitzes meldet und eine Gurtwarnung auslöst. Weil die Punktzahl in der Disziplin Assistenzsysteme deshalb nur für drei Sterne reichte, wurde deshalb das gesamte Fahrzeug abgewertet, obwohl es beispielsweise beim Fußgängerschutz mit der  Mercedes-Front besser abschnitt als seinerzeit der Kangoo.

„Das ist mehr als blamabel. Nicht nur für Mercedes-Benz, sondern für Dieter Zetsche“, lästert ein hochrangiger Marketing-Manager. Denn der Citan sei Zetsches ganz persönliches Projekt. Deshalb stehe er auch beim Crash-Test-Desaster in der Management-Verantwortung. Auch Führungskräfte aus dem Entwicklungsbereich nehmen kein Blatt vor den Mund, wenn sie in diesen Tagen auf den Citan angesprochen werden. Sie hätten Zetsche gewarnt, ja gefleht, die Qualität des Renaults zu verbessern und das Debakel beim Citan beim Crashtest vorhergesagt.

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