Daimler: Der Mercedes-Stern leuchtet wieder

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KommentarDaimler: Der Mercedes-Stern leuchtet wieder

von Franz W. Rother

Zum Jubeln ist es zwar noch zu früh. Aber bei Daimler ist die Trendwende eingeleitet – das Sparprogramm "Fit for Leadership" zeigt Wirkung.

Es war eine Ehe, die im Himmel geschlossen wurde - und geradewegs in die Hölle führte: Die Fusion von Daimler-Benz mit dem todkranken US-Autobauer Chrysler, vom damaligen Konzernchef Jürgen Schrempp und seinen Vasallen in einem Anfall von Größenwahn beschlossen und durchgezogen, hat nicht nur jahrelang die Bilanzen des Konzerns belastet und das Management überfordert, sondern auch dem Image des nach eigenem Verständnis besten Autobauers der Welt schweren Schaden zugefügt: Weil die US-Tochter nicht nur finanziell, sondern auch technisch immer wieder gepeppelt werden musste, musste bei Mercedes jahrelang kräftig gespart werden. Investitionen in den Ausbau der Modellpalette wurden auf die lange Bank geschoben und in der Fertigung der Rotstift angesetzt – mit der Folge, dass selbst Autos mit einem Stern auf der Motorhaube Rost ansetzten oder am Straßenrand liegenblieben, weil billig eingekaufte Einspritzdüsen ihren Dienst versagten.

Von dieser düsteren Zeit, die immerhin acht Jahre dauerte, hat sich das Unternehmen nur langsam erholt. 2007 wurde Chrysler – kurz vor der Insolvenz – wieder abgestoßen und in die Hände eines auf den Namen des Höllenhunds getauften Finanzinvestors verkauft und Jürgen Schrempp in die Wüste gejagt. Doch an den Folgen der gescheiterten Ehe und am damaligen Missmanagement litt der Konzern noch eine ganze Reihe von Jahren – die Wunden wollten nicht so schnell heilen, wie es sich Dieter Zetsche als neuer Konzernchef erhofft hatte. Kein Wunder: Die Kasse war leer und das Image schwer lädiert, die Mitarbeiter waren verunsichert und die Kunden frustriert. Sieben Jahre, eine Modellgeneration, allerlei Umbauten im Management und ein ambitioniertes Restrukturierungsprogramm brauchte es, um Daimler wieder „fit for leadership“ – zu machen: Trotz des verunglückten Abenteuers in USA halten sich die Anglizismen im Tagesgeschäft der Stuttgarter Autobauer hartnäckig. Viel Prügel hat Zetsche in dieser Zeit bezogen, weil er all die Brandherde im Unternehmen nicht schnell genug bekämpfte, er mit der Herkulesaufgabe zeitweise überfordert schien und er es nicht schaffte, die Belegschaft für den Neuanfang zu motivieren. Nur unter Auflagen wurde ihm in diesem Frühjahr eine Vertragsverlängerung gewährt – statt für fünf allerdings nur für drei Jahre.
Zu Unrecht, wie sich jetzt zeigt: Die Zahlen, die der Konzern jetzt vorgelegt hat, belegen, dass Daimler auf einem guten Weg ist. Am Ende des dritten Quartals liegen Umsatz wie Ertrag fast in allen Geschäftsfeldern über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.

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Und das in einer Phase, in der der wichtige europäische Automarkt wegen der Schuldenkrise am Boden liegt. Aber die Arbeit der vergangenen Jahre zahlt sich nun allmählich aus. Etwa die Investitionen in den Ausbau der Modellpalette: Auch wenn die neuen Fahrzeuge der Kompaktklasse, die A- und B-Klasse, naturgemäß nicht die fetten Renditen einfahren wie die Fahrzeuge der oberen Mittel- und Oberklasse, so helfen sie doch, neue, vor allem jüngere Kunden in aller Welt zu gewinnen.

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