Daimler-Hauptversammlung: Ruf nach einem neuen Mercedes-Chef

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Daimler-Hauptversammlung: Ruf nach einem neuen Mercedes-Chef

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Dieter Zetsche muss auf der Hauptversammlung den Aktionären des Autobauers Daimler gegenübertreten. Der Chef ist nach der Vertragsverlängerung um nur drei statt um fünf Jahre schwer angeschlagen.

von Martin Seiwert

Dieter Zetsche ist Chef von Daimler und Chef der Autosparte des Konzerns, also der Marken Mercedes-Benz und smart. Daimler-Großaktionäre halten Zetsche damit für überfordert und plädieren für einen neuen Kopf an der Spitze der Autosparte – ein heißes Eisen auf der Hauptversammlung des Konzerns in Berlin.

Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche ist nicht zu beneiden. Er muss sich auf eine Hauptversammlung vorbereiten, die wohl die unangenehmste im Lauf seiner Karriere wird. Wenn am Mittwoch um zehn Uhr die Daimler-Aktionäre in der Messe Berlin zusammenkommen, sitzt Zetsche angeschlagen und angezählt auf dem Podium.

Angeschlagen, weil von der versprochenen Aufholjagd auf BMW und Audi, die der Start der neuen Mercedes A-Klasse auslösen sollte, wenig erkennbar ist. Im vierten Quartal fiel Daimler bei der Rendite weit hinter die deutschen Wettbewerber zurück. Daimler hat 2013 bereits als „Übergangsjahr“ (Zetsche) auf dem Weg zu besseren Zeiten abgehakt.

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Angezählt, weil die Arbeitnehmervertreter im Daimler-Aufsichtsrat mit ihrer jüngsten Revolte Zetsche zum „Übergangschef“ degradierten: Die Arbeitnehmervertreter der IG Metall setzten durch, dass Zetsches Arbeitsvertrag nicht um fünf sondern nur um drei Jahre verlängert wird und dass sein Vertrauter Wolfgang Bernhard, bislang Produktionschef, mit Lkw-Spartenchef Andreas Renschler den Posten tauschen musste.

Chef auf Abruf

Drastischer hätte die Arbeitnehmerseite Zetsche das Vertrauen nicht entziehen können. Eine erneute Bestellung Zetsches, der am 5. Mai seinen 60. Geburtstag feiert, ist damit so gut wie ausgeschlossen – Zetsche ist ein Chef auf Abruf. Aufsichtsratschef Manfred Bischoff sucht, so ist aus dem Konzern zu hören, bereits nach einem Nachfolger. Derart geschwächt muss Zetsche den Aktionären gegenübertreten und ihnen erklären, warum die Daimler-Aktie heute sieben Prozent weniger Wert ist als bei seinem Amtsantritt im Januar 2006. Die VW-Vorzugsaktie vervierfachte ihren Wert im gleichen Zeitraum, BMW schaffte immerhin eine Verdopplung.

Daimler-Großaktionäre wie Union Investment, DWS oder Deka werden Zetsche deshalb in Berlin die Leviten lesen. Womöglich nehmen sie auch Aufsichtsratschef Bischoff ins Visier. Nicht nur, weil er seit Jahren dabei zusieht, wie Daimler ins Hintertreffen gerät, sondern auch wegen der wenig ausgeprägten kritischen Distanz zu Zetsche.

Der Daimler-Chef konnte sich der Rückendeckung durch Bischoff bislang stets sicher sein. Wie sicher, zeigte sich auf der Automesse in Detroit zu Beginn des Jahres. „Im Moment spricht vieles dafür, dass ich weiter an der Spitze des Unternehmens bleibe“, sagte er, ohne dass sich der Aufsichtsrat mit der Chefpersonalie befasst hatte. „Ein in der jüngeren deutschen Wirtschaftsgeschichte ziemlich einmaliger Vorgang“, schimpft ein Daimler-Großaktionär.

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