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Daimlers Sparprogramm: Zetsche muss gegensteuern

Gewinneinbruch, Aktienkurs im Keller, schwache Rendite - beim Autokonzern Daimler herrscht helle Aufregung. Konzernlenker Dieter Zetsche lässt nun nacharbeiten.

General Motors-Chef Dan Akerson muss seit Jahren zusehen, wie seine Europa-Töchter Opel und Vauxhall Geld verbrennen. Allein 2012 schlug im Europa-Geschäft ein operatives Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Milliarden Euro) zu Buche. Damit sich das ändert, verständigte sich das Management mit der IG Metall auf einen Sparplan, der die Verschiebung von Lohnerhöhungen vorsieht. Im Gegenzug erhalten die Werke Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach mehrjährige Produktionszusagen. Im Werk Bochum mit 3200 Mitarbeitern soll die Produktion dagegen Ende 2014 eingestellt werden. Dort hatte die Belegschaft als einzige dem Sanierungsplan von GM nicht zugestimmt. Es wird aber nicht nur gespart. Akerson hat angekündigt, GM werde bis 2016 vier Milliarden Euro in Deutschland und Europa investieren.

Bild: REUTERS

Gegensteuern will das Unternehmen jetzt mit einem milliardenschweren Sparprogramm. Das "Fit for Leadership" genannte Programm soll ab 2014 mit zwei Milliarden Euro zum Ergebnis beitragen, wie Finanzvorstand Bodo Uebber am Donnerstag in Stuttgart sagte. Mehr als 50 Prozent des Betrags sollen schon 2013 realisiert werden.

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Der Grundsatz laute: "Was unsere Wettbewerbsfähigkeit steigert, wird gemacht, auf alles andere wird verzichtet." Das Unternehmen will sich alle Kosten genau anschauen. Davon wird auch die Belegschaft nicht ausgenommen. Es sollen aber keine Kündigungen ausgesprochen werden. Daimler setzt auf Abfindungsprogramme und Regelungen zur Altersteilzeit.

Wie dringend Daimler an seiner Profitabilität arbeiten muss, zeigen nicht zuletzt die Zahlen für das dritte Quartal. Durch eine Panne im New Yorker Büro hatte Daimler diese bereits am Mittwochabend veröffentlicht. Statt mit 8,8 Milliarden Euro wie im Vorjahr rechnet der DAX-Konzern 2012 demnach nur noch mit einem Ergebnis vor Steuern und Zinsen von 8,0 Milliarden Euro.

Daimler Betriebsrat und Management wetzen die Messer

Nach einem kurzen Streit haben sich Management und Betriebsräte darauf geeinigt, wie sie bei der S-Klasse die Produktion an die sinkende Nachfrage anpassen wollen. Doch die Herausforderungen bleiben bestehen.

Daimler: Auseinandersetzung mit Betriebsrat abgewendet

Damit kassiert Daimler wie bereits von einigen Analysten erwartet seine Jahresprognose für den Gesamtkonzern. Zuvor hatte das Unternehmen bereits die Erwartungen für seine Autosparte Mercedes-Benz Cars zurückgeschraubt. Auch die ehrgeizigen Renditeziele für die einzelnen Sparten werden zunächst zurückgestellt. "Der Konzern geht davon aus, die Ziele erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erreichen", erklärte Daimler.

Absatz

Mit 1,67 Millionen Fahrzeugen weltweit setzt der bayerische Autobauer gut 300.000 Fahrzeuge mehr ab als sein Konkurrent aus Baden-Württemberg. Daimler verkaufte 2011 "nur" 1,36 Millionen Autos.

BMW-Vorstandsvorsitzender Norbert Reithofer bekräftigte auf der Hauptversammlung im Mai die Wachstumsziele. Demnach sollen beim Absatz und beim Konzernergebnis vor Steuern 2012 neue Bestwerte erreicht werden. 2011 hat BMW ein Vorsteuerergebnis von 7,3 Milliarden Euro erzielt.

Bild: dpa

Man dürfe den Rückschlag aus der Bilanz aber nicht überdramatisieren, so Autoexperte Stefan Bratzel von der Fachhochschule Bergisch-Gladbach. Daimler habe die Probleme früh genug erkannt und steuere gegen. „Die Signale gefallen mir sehr gut.“, sagte Stefan Bratzel der Nachrichtenagentur dpa. Der rigide Sparkurs dürfte laut Bratzel schon bald spürbare Kreise über die Unternehmensgrenzen hinaus ziehen. „Das bedeutet, dass man beim Materialkauf versucht, die Zulieferer weiter unter Druck zu setzen.“ Daimler habe dort im Vergleich kräftig Nachholbedarf.

Aktie geht auf Talfahrt

Die Daimler-Aktie brach am Donnerstag zeitweise um über drei Prozent ein und notierte zwischenzeitlich bei 36,31 Euro. Die anderen Konzernwerte stimmten zwar weitestgehend. Von Juli bis September verkaufte Daimler weltweit 528.600 Pkw und Nutzfahrzeuge, das war ein Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Pkw-Sparte fuhr in dem Zeitraum mit 345.400 Einheiten einen Rekord ein. Auch Daimler Trucks steigerte den Absatz um drei Prozent auf 119.100 Einheiten. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 28,6 Milliarden Euro.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 25.10.2012, 16:02 UhrAWehrbor

    Erbarmen!
    Seit Jahren bin ich nun leidgeprüfter Daimler Aktionär und kann mich einfach nicht dazu "durchringen" meine Verluste endlich zu realisieren, Kleinanleger eben.
    Die Entwicklung dieser Aktie entspricht dem Horror den dieser Konzern darstellt. Letztlich muss man einfach feststellen, dass Daimler seit x Jahren von offenbar unfähigen Managern geleitet wuird und immer mehr in den Abgrund driftet.

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