VW: Dieselskandal bremst Absatz in Deutschland

Deutscher Automarkt: Dieselskandal bremst VW-Absatz

Noch mehr schlechte Nachrichten für den VW-Konzern: Der Absatz auf dem Heimatmarkt ging im Juli um sechs Prozent zurück. Besonders die Kernmarke Volkswagen machte ein schlechtes Geschäft.

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VW verzeichnet auf dem Heimatmarkt Absatzeinbrüche.

Drohende Dieselfahrverbote und neue Vorwürfe im Abgasskandal lasten weiter auf dem Absatz des Volkswagen-Konzerns in Deutschland. Mit einem Rückgang um fast sechs Prozent auf 97.500 Fahrzeuge verzeichnete der Heimatmarkt im vergangenen Monat neben den USA als einziges großes Absatzgebiet ein Minus. Die Kernmarke Volkswagen lieferte im Juli mit gut 40.000 Fahrzeugen gar 14 Prozent weniger aus als vor Jahresfrist, wie VW am Freitag mitteilte. Hier wirke sich noch immer die Verlängerung der Haltefrist von VW-Geschäfts- und Leasingwagen der eigenen Mitarbeiter seit Ende 2016 aus, wie eine VW-Sprecherin erklärte. Normalerweise fahren die Konzernbeschäftigten Modelle wie Golf oder Passat maximal ein Jahr. Vorübergehend war die Frist um ein halbes Jahr verlängert worden. Inzwischen sei die Haltefrist wieder verkürzt auf längstens neun Monate.

Volkswagen Händler verkauften trotz Verbot manipulierte Diesel

VW-Händler haben nach der Aufdeckung des Dieselskandals im September 2015 trotz Verbots noch monatelang Autos mit manipulierter Software verkauft.

VW-Händler haben nach der Aufdeckung des Dieselskandals im September 2015 trotz Verbots noch monatelang Autos mit manipulierter Software verkauft. Quelle: dpa

Durch die verzögerte Abgabe der Wagen sollte der Gebrauchtwagenmarkt entlastet werden, ergänzte die Sprecherin. Die Kehrseite der Medaille sind aber geringere Eigenzulassungen von Neuwagen. Auf den Höfen der Händler stehen Dieselautos nach Erkenntnissen des Branchendienstleisters Deutsche Automobil Treuhand (DAT) immer länger herum. Der Diesel-Neuwagenabsatz sank in Deutschland im Juli um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Autokäufer wenden sich immer stärker vom Diesel ab aus Unsicherheit, ob Großstädte wie Stuttgart oder München Fahrverbote womöglich auch für neueste Modelle verhängen können. Auf dem Diesel-Gipfel Anfang August sagten die deutschen Autobauer eine Nachrüstung von mehr als fünf Millionen neue Selbstzünder-Modelle per Software-Update zu. Auch locken inzwischen alle deutschen Autobauer mit Umtauschprämien. Wer einen alten Diesel verschrottet, kann einen Neuwagen einige Tausend Euro billiger bekommen.

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Das durch den Dieselabgasskandal ramponierte Image des Wolfsburger Konzerns litt unter neuen Vorwürfen: Nach Audi im Juni musste Ende Juli auch die Konzerntochter Porsche auf Geheiß der Behörden einen Rückruf des SUV-Modells Cayenne starten. Das Bundesverkehrsministerium verhängte ein Zulassungsverbot über die Fahrzeuge mit Audi-Motor, weil sie eine unzulässige Abschalteinrichtung bei der Abgasreinigung hätten.

Weltweit kletterte der Absatz von Volkswagen im Juli um 4,3 Prozent auf knapp 820.900 Pkw und Nutzfahrzeuge. Der wichtigste Absatzmarkt China brummt weiter, die Wolfsburger lieferten acht Prozent mehr aus als vor Jahresfrist. Auch erholen sich die früheren Krisenmärkte Russland und Brasilien weiter, dort sind die Stückzahlen allerdings gering.

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