Dienstwagen: Das SUV wird zum Kombi-Jäger

, aktualisiert 02. Juni 2017, 11:39 Uhr
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SUV oder Kombi: Volvos XC60 gegen Audis A4 Avant

von Sebastian Schaal

SUV verkaufen sich weltweit blendend. Das schlägt sich mittlerweile auch in den Dienstwagen-Flotten nieder. Bei einer Marke haben SUV die anderen Modelle sogar schon überholt.

Die Kombi-Version eines Kompakt- oder Mittelklasse-Modells, meist schwarz oder silbern lackiert, mit einem etwa 150 PS starken Dieselmotor – je nach Fuhrpark-Politik im Unternehmen eventuell sogar zwingend von einem deutschen Hersteller. So sieht der Vorzeige-Dienstwagen aus.

Über Jahrzehnte waren diese Modelle hierzulande auch bei privaten Autokäufern beliebt. Während in anderen Ländern klassische Limousinen gefragt waren, fuhr der Deutsche Kombi. Oder eben einen Kompaktwagen wie den Golf.

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Doch in den vergangenen Jahren legte vor allem ein Segment kräftig zu: die SUV. Nicht nur Geländewagen-Marken wie Jeep oder Land Rover haben von dem Boom profitiert. Bei einigen Herstellern gibt es quasi zu jeder Baureihe ein SUV-Pendant. Fast jedes zweite neue Pkw-Modell aus europäischer Produktion wird 2017 ein SUV sein. Insgesamt starten im laufenden Jahr 32 neue Baureihen, 14 davon sind SUV oder Geländewagen.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis der SUV-Trend auch die Unternehmensflotten erreicht. Nicht unbedingt bei Abteilungs- oder Poolfahrzeugen, wohl aber bei den persönlich zugeordnete Dienstwagen. Soll das Firmenauto ein Anreiz sein, muss es dem Mitarbeiter auch gefallen.

Die Nachfrage spüren die Autobauer. „Wir verzeichnen im Großkundengeschäft eine kontinuierlich steigende Nachfrage im SUV-Segment, auch wenn der A4 und A6 Avant die Volumenmodelle bleiben“, sagt Martin Sander, Leiter des Deutschland-Vertriebs bei Audi. Von einer Premiummarke beziehen die Großkunden vorwiegend Dienstwagen für Führungskräfte, die das Auto nach ihren persönlichen Vorlieben konfigurieren und hochwertig ausstatten. „Entsprechend ist in diesem Segment auch die Nachfrage nach individuellen Karosserieformen jenseits der klassischen Limousine oder dem Kombi da“, so Sander.

Firmenwagen Die Finanzbranche fährt die teuersten Schlitten

Statussymbole verändern sich. Dem Zeitgeist gemäß werden auch Dienstwagen umweltfreundlicher und billiger. In manchen Branchen darf das Auto aber trotzdem noch etwas kosten. Protzen geht schließlich auch in grün.

In welcher Branche braucht man überhaupt einen Dienstwagen? Quelle: Fotolia

Bei der deutschen Premium-Konkurrenz ist die Lage kaum anders. Modelle wie der Mercedes-Benz GLC oder BMW X3 werden nicht nur von Privatkunden gefahren. Doch auch hier bleiben die Dienstwagen-Klassiker mit den Kombis der C-Klasse und 3er-Baureihe nach wie vor gefragt.

Bei einer Marke wie Volvo hingegen haben die SUV die anderen Modelle inzwischen überholt: Die Topseller bei den Groß- und Firmenkunden sind das Mittelklasse-SUV XC60 und der große XC90. Erst dann kommt mit dem V60 der erste Kombi. „Mit unseren beiden erfolgreichen SUV-Modellen waren wir durchaus am Boom beteiligt“, sagte Rüdiger Hüttemann, Leiter des Großkunden-Vertriebs bei Volvo Deutschland, jüngst im Interview mit dem Fachmagazin „Flottenmanagement“.

Dabei profitiert Volvo von dem Bestreben, dass sich einige Dienstwagen-Berechtige vom Kombi-Einerlei abheben wollen – sei es auf dem Firmenparkplatz oder von den Nachbarn. „Natürlich ist der Wettbewerb in diesen Segmenten auf dem deutschen Markt, gerade wenn es um Premiumprodukte geht, besonders ausgeprägt“, sagt Hüttemann. „Aber glücklicherweise gab und gibt es genug Kunden, die neben dem Mainstream auch nach etwas Besonderem Ausschau halten.“

Sechs von zehn Volvo-Neuwagen gingen 2016 an Großkunden – die Mehrheit davon mit Gelände-Genen.

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