Dienstwagen: Geld sparen mit der richtigen Technik

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Dienstwagen: Geld sparen mit der richtigen Technik

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Sprit sparen im Fuhrpark. Welche Mittel helfen die Fahrtkosten zu senken.

von Sebastian Schaal

Das Full-Service-Leasing deckt in den meisten Firmenflotten den Großteil der Kosten ab. Ein Faktor bleibt: die Kraftstoffkosten. Aber diese lassen sich mit einfachen Mitteln senken.

Es ist eine einfache Frage, die derzeit viele Flottenmanager und Dienstwagenfahrer beschäftigt: Was ist der Firmenwagen in Zeiten zunehmender Diesel-Fahrverbote noch wert? Oder auch: Habe ich noch das richtige Auto?

Der Abgasskandal bei Volkswagen und die daraus neu entflammte Debatte über Fahrverbote und Feinstaub- oder Stickoxidwerte mögen nach jetzigem Stand zwar noch keinen Einfluss auf moderne Euro-6-Firmenwagen haben, dennoch hat Dieselgate zu neuen Gedanken angeregt. Standen früher bei Firmenflotten vor allem die Kosten im Vordergrund, bekommt inzwischen ein weiterer Faktor zunehmend mehr Bedeutung: Nachhaltigkeit.

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„Während früher die Meinung verbreitet war, dass Umweltschutz nur zu Lasten der Rendite möglich ist, setzt sich immer mehr die Erkenntnis durch, dass Ressourcenschutz und nachhaltiges Handeln nicht nur dem Image gut tut, sondern sogar finanzielle Vorteile bringt“, schreibt auch Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbandes Fuhrparkmanagement, in einem Gastbeitrag für das Fachmagazin „Flottenmanagement“.

Die finanziellen Vorteile sind schnell umrissen: Sparsamere Autos sind aufgrund des CO2-Faktors günstiger bei der Kfz-Steuer, es fallen keine Zusatzkosten an (etwa Taxi-Rechnungen, weil der Euro-5-Diesel nicht mehr in die Großstadt darf) und nicht zuletzt sinken die Spritkosten. Selbst bei einem halben Liter Minderverbrauch summieren sich die gesparten Kraftstoffkosten in dem Fuhrpark schnell auf mehrere tausend Euro. Es lohnt sich also, auf den Verbrauch zu achten.

Im Fuhrpark gibt es dabei drei Ansätze – das Auto, der Fahrer und die Kontrolle.

Wie man beim Auto sparen kann, erscheint recht simpel: Man schafft ein sparsameres Modell an. Doch das ist zu einfach gedacht, wenn die Entscheidung nur mit Blick auf den Normverbrauch fällt. Das Modell sollte sorgfältig gewählt werden, denn ein Fehler bei der Fahrzeuganschaffung kann sich mehrere Jahre lang negativ auswirken – oft die Leasingdauer von 24 oder 36 Monaten, kauft das Unternehmen das Auto sogar noch länger.

Vor der Anschaffung eines neuen Fahrzeugs sollte genau geprüft werden, für welchen Zweck und wo es eingesetzt wird. „Das beeinflusst die Größe, die Wahl des Antriebs oder die benötigte Leistung“, so Schäfer. „Generell gilt: Ein Fahrzeug sollte nur so groß wie nötig, aber so klein wie möglich sein.“ Dasselbe gelte auch für den Motor. Ein Tipp des Experten: „Dabei sollte als Entscheidungsgrundlage nicht der seltene Extremfall ausschlaggebend sein, sondern der Normalfall.“

Tankkarten für Dienstwagen „Der Trend geht zur Zweitkarte“

Tankkarten sollen Unternehmen und Dienstwagenfahrern Vorteile bringen: Weniger Bürokratie, weniger Diskussionen und bares Geld sparen. Knapp zwei Drittel der Unternehmer nutzen sie – und das nicht nur fürs Tanken.

Tankkarten bieten enorme Vorteile für die Abrechnung von Dienstwagen. Quelle: Presse

Sprich: Ist der Dienstwagenfahrer vor allem in der Stadt unterwegs, hat er ganz andere Anforderungen als etwa ein Außendienstler. Ein großer Kombi oder SUV ist hier nicht unbedingt die beste Lösung. Ein kleineres Auto passt hier für den Einsatz besser – aufgrund des vielen Stop & Go-Verkehrs kann sich sogar ein Hybridmodell lohnen. Gerade einige Taxiunternehmen haben bereits erfolgreich Hybrid- oder Elektroautos im Einsatz. Für Langstreckenfahrten sind sie aber weniger geeignet.

Das Rückgrat der meisten Firmenflotten bilden Mittelklasse-Kombis mit einem ungefähr 150 PS starken Dieselmotor. Gerade für Außendienstmitarbeiter, die lange Strecken auf der Autobahn unterwegs sind und unter Umständen noch Material transportieren, sind solche Autos die erste Wahl – auch wenn es vom selben Modell oft eine etwas schwächere, aber in der Anschaffung günstigere Variante gibt. „Um im für den Verbrauch optimalen unteren oder mittleren Drehzahlbereich zu bleiben, darf in diesem Beispiel der Wagen nicht zu schwach motorisiert sein“, schreibt Schäfer. „Das Basismodell, das vom Papier her zwar den niedrigsten Verbrauch hat, würde dagegen die ganze Zeit sehr hochtourig gefahren werden, mit entsprechendem Mehrverbrauch.“

Die größten Tankkarten-Anbieter

  • Aral Card Plus

    Anbieter: Aral AG
    Akzeptanzstellen in Deutschland: rund 2500 Aral-Tankstellen plus 3500 Tankstellen des Routex-Verbunds
    Akzeptanzstellen außerhalb: europaweit mehr als 18.000 Stationen
    Gebühren: werden individuell vereinbart
    Voraussetzungen: mindestens fünf Karten oder Mindestabnahme von 700 Litern Kraftstoff pro Monat, Bonität
    Besondere Leistungen: Online-Reporting- und Analyse-Tool, Maut-Gebühren, Pannenservice, elektronische Führerscheinkontrolle

  • Avia Card

    Anbieter: Deutsche Avia Mineralöl-GmbH
    Akzeptanzstellen in Deutschland: insgesamt an rund 2300 Tankstellen (AVIA, Total, Westfalen und BayWa)
    Akzeptanzstellen außerhalb: 300 AVIA-Tankstellen in den Niederlanden
    Gebühren: nach Rücksprache
    Voraussetzungen: keine, abgesehen von Bonität
    Besondere Leistungen: Verbrauchsanalyse für Fuhrparkmanagement, Reparaturen

  • DKV Card

    Anbieter: DKV Euro Service GmbH
    Akzeptanzstellen in Deutschland: über 20.000
    Akzeptanzstellen außerhalb: international mehr als 60.000
    Gebühren: nach Rücksprache
    Voraussetzungen: ausschließlich gewerbliche Nutzung, Bonität
    Besondere Leistungen: Analyse-Tool, Dienstleistungen rund ums Fahrzeug, Pannen-, Maut- und Bußgeldservice

  • Esso Card

    Anbieter: WEX Europe Services GmbH
    Akzeptanzstellen in Deutschland: 2900 Tankstellen (Esso und Shell)
    Akzeptanzstellen außerhalb: europaweit 11.300 Tankstellen in 16 Ländern
    Gebühren: individuell festgelegte Kartengebühr und Systembeitrag
    Voraussetzungen: nur gewerbliche Nutzung, Bonität
    Besondere Leistungen: Mautgebühren, Online-Kundenportal mit Reporting-Tool, Pannenservice (EU-weit)

  • UTA Full Service Card

    Anbieter: UNION TANK Eckstein GmbH
    Akzeptanzstellen in Deutschland: über 16.000 Akzeptanzstellen; davon über 11.000 Tankstellen
    Akzeptanzstellen außerhalb: 54.000 Tankstellen in 40 Ländern
    Gebühren: individuelle Absprache
    Voraussetzungen: ausschließlich gewerbliche Nutzung, Bonität
    Besondere Leistungen: Mautgebühren, Pannennotdienstservice, Online-Kundenportal mit Reporting-Tool, App für iOS und Android

  • Multicard

    Anbieter: Eni Deutschland GmH
    Akzeptanzstellen in Deutschland: nicht einzeln benannt
    Akzeptanzstellen außerhalb: europaweit 20.000 Tankstellen im Routex-Verbund (Agip, Aral, BP, OMV, Statoil)
    Gebühren: monatlich 2 Euro pro Karte
    Voraussetzungen: gewerbliche Nutzung, Mindestabnahme von 900 Liter Kraftstoff pro Monat, Bonität
    Besondere Leistungen: europaweiter Pannendienst, Mautgebühren, Online-Kundenportal mit Analyse-Tool

  • Novofleet Card

    Anbieter: Novofleet GmbH
    Akzeptanzstellen in Deutschland: 3600 Tankstellen in Deutschland
    Akzeptanzstellen außerhalb: 100 Tankstellen in Österreich und der Schweiz
    Gebühren: monatlich 2 Euro pro Karte
    Voraussetzungen: gewerbliche Nutzung, Bonität
    Besondere Leistungen: Online-Reporting-Tool, Zahlung an Serviceanlagen von Mr. Wash und Clean Car (Autowäsche/-Innenreinigung, Tanken, Ölwechsel)

  • OMV Card

    Anbieter: OMV Deutschland GmbH
    Akzeptanzstellen in Deutschland: rund 1900 OMV-Tankstellen
    Akzeptanzstellen außerhalb: insgesamt bis zu 18.000 Tankstellen des Routex-Verbands in 29 Ländern
    Gebühren: 2 Euro monatlich pro Karte, monatlich 0,9 Prozent Systembeitrag auf die volle Rechnungssumme
    Voraussetzungen: gewerbliche Nutzung, Mindestabnahme von 8000 Litern Kraftstoff pro Jahr
    Besondere Leistungen: Mautgebühren, internationaler Pannendienst, Kundenportal mit Analyse-Tool

  • Shell Card

    Anbieter: euroShell Deutschland GmbH
    Akzeptanzstellen in Deutschland: 5000 Tankstellen (Shell, Avia, Esso, Total)
    Akzeptanzstellen außerhalb: rund 20.000 Tankstellen in 36 Ländern
    Gebühren: 1,50% auf die Brutto-Kartenumsätze in Deutschland, 19,90 Euro Jahresgebühr pro Karte
    Voraussetzungen: gewerbliche Nutzung, Mindestabnahme von 3000 Liter Kraftstoff pro Monat, Bonität
    Besondere Leistungen: Online-Kundenportal mit Analyse-Tool, Pannenhilfe, elektronische Führerscheinkontrolle

  • Total Card

    Anbieter: TOTAL Deutschland GmbH
    Akzeptanzstellen in Deutschland: 4400 Tankstellen (Total, Avia, Shell, Westfalen)
    Akzeptanzstellen außerhalb: europaweit insgesamt über 15.000 Tankstellen
    Gebühren: individuell vereinbart je nach Leistungspaket, immer monatlich zwei Euro pro Karte
    Voraussetzungen: gewerbliche Nutzung, Bonität
    Besondere Leistungen: Online-Kundenportal mit Analyse-Tool, Mautabrechnung, elektronische Führerscheinkontrolle

  • Westfalen Service Card

    Anbieter: Westfalen AG
    Akzeptanzstellen in Deutschland: 5500 Stationen (Westfalen, Markan, Agip, Aral, Avia, BP, OMV, Total)
    Akzeptanzstellen außerhalb: keine
    Gebühren: keine
    Voraussetzungen: mindestens drei Fahrzeuge, Mindestabnahme von 500 Liter Kraftstoff pro Monat, gewerbliche Nutzung, Bonität
    Besondere Leistungen: Analyse-Tool für Fuhrparks

Welchen Einfluss das Fahrverhalten auf den Verbrauch hat, zeigt auch die Diskussion um den neuen Normverbrauch: Alleine mit dem Wechsel des veralteten NEFZ-Verfahrens auf den realitätsnäheren WLTP-Zyklus wird der Normverbrauch nach Schätzungen des Instituts Transport & Environment um zehn bis 20 Prozent steigen – mit demselben Auto.

Den tatsächlichen Verbrauch muss aber auch der neue Normtest nicht unbedingt widerspiegeln – es kommt vor allem auf den jeweiligen Einsatz und das Fahrverhalten an. Und das kann vor allem der Fahrer beeinflussen.

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