Diesel: Förderung von Rußpartikelfiltern verpufft

Diesel: Förderung von Rußpartikelfiltern verpufft

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Rußpartikelfilter entscheiden darüber, ob ein Auto eine grüne Feinstaubplakette bekommt oder nicht – was wichtig für die Umweltzonen ist.

In der Diskussion um Abgaswerte und Schadstoff-Emissionen von Diesel-Autos hat die Regierung ein Förderprogramm zur Nachrüstung mit Rußpartikelfiltern in alten Fahrzeugen aufgelegt – nur kaum ein Deutscher nutzt es.

Die Diskussion um hohe Abgaswerte bei Dieseln hat die Nachfrage nach dem vom Bund aufgelegten Förderprogramm zur Nachrüstung mit Rußpartikelfiltern in alten Fahrzeugen kaum angekurbelt. Von den in diesem Jahr zur Verfügung stehenden 12 Millionen Euro ist bislang nur ein Bruchteil abgerufen worden, wie aus Daten des zuständigen Bundesamts für Ausfuhrkontrolle (Bafa) hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Nur mit etwa 3,4 Millionen Euro haben deutsche Autofahrer die Umrüstung ihrer alten Dieselfahrzeuge in diesem Jahr bislang fördern lassen.

Ursprünglich hatte das Bundesumweltministerium für dieses Jahr 22,5 Millionen Euro bewilligt, dem Bafa aber zunächst nur 12 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Der Betrag könne bei Bedarf aufgestockt werden, so ein Ministeriumssprecher. Danach sieht es bislang aber nicht aus. In lediglich 13.200 Autos wurden bislang Filter eingebaut.

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Wer in diesem Jahr die Förderung noch beantragen will, muss sein Auto bis Ende September umrüsten und kann dann bis Mitte November den Antrag für Fördergelder stellen. Der Haushalt für 2017 sehe keine weiteren Fördermittel vor, so der Ministeriumssprecher.

Die Abgas-Tests in Deutschland und Europa

  • Die Vorgaben in Deutschland

    Neue Modelle werden in Deutschland und der EU nach dem Modifizierten Neuen Fahrzyklus (MNEFZ) getestet. Die Tests laufen unter Laborbedingungen, das heißt auf einem Prüfstand mit Rollen. Dies soll die Ergebnisse vergleichbar machen. Der Test dauert etwa 20 Minuten und simuliert verschiedene Fahrsituationen wie Kaltstart, Beschleunigung oder Autobahn-Geschwindigkeiten.

  • Wer testet?

    Getestet wird von Organisationen wie dem TÜV oder der DEKRA unter Beteiligung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Dieses untersteht wiederum dem Verkehrsministerium.

  • Kritik an Prüfung

    Die Prüfungen der neuen Modelle werden von ADAC und Umweltverbänden seit längerem als unrealistisch kritisiert. So kann etwa die Batterie beim Test entladen werden und muss nicht - mit entsprechendem Sprit-Verbrauch - wieder auf alten Stand gebracht werden. Der Reifendruck kann erhöht und die Spureinstellungen der Räder verändert werden. Vermutet wird, dass etwa der Spritverbrauch im Alltag so häufig um rund ein Fünftel höher ist als im Test.

  • Weitere Prüfungen

    Neben den Tests für neue Modelle gibt es laut ADAC zwei weitere Prüfvorgänge, die allerdings weitgehend in der Hand der Unternehmen selbst sind. So werde nach einigen Jahren der Test bei den Modellen wiederholt, um zu sehen, ob die Fahrzeuge noch so montiert werden, dass sie den bisherigen Angaben entsprechen, sagte ADAC-Experte Axel Knöfel. Zudem machten die Unternehmen auch Prüfungen von Gebrauchtwagen, sogenannte In-Use-Compliance. Die Tests liefen wieder unter den genannten Laborbedingungen. Die Ergebnisse würdem dann dem KBA mitgeteilt. Zur Kontrolle hatte dies der ADAC bei Autos bis 2012 auch selbst noch im Auftrag des Umweltbundesamtes gemacht, bis das Projekt eingestellt wurde. In Europa würden lediglich in Schweden von staatlicher Seite noch Gebrauchtwagen geprüft, sagte Knöfel.

  • Geplante neue Prüfmethode

    Die EU hat auf die Kritik am bisherigen Verfahren reagiert und will ab 2017 ein neues, realistischeres Prüfszenario etablieren. Damit sollen auch wirklicher Verbrauch und Schadstoffausstoß gemessen werden ("Real Driving Emissions" - RDE). Strittig ist, inwiefern dafür die bisherigen Abgas-Höchstwerte angehoben werden, die sich noch auf den Rollen-Prüfstand beziehen.

Das aktuelle Programm läuft seit Februar 2015. Ursprünglich hatte der Bund 30 Millionen Euro locker gemacht, um die Luftreinhaltung zu fördern. Doch schon 2015 wurde der Fördertopf nicht ausgenutzt. Das Geld gibt es für Autos, die vor dem 1. Januar 2007 zugelassen wurden und leichte Nutzfahrzeuge mit einem Gewicht von weniger als 3,5 Tonnen mit Erstzulassung vor dem 17. Dezember 2009.

Kosten für die Nachrüstung sind hoch

Hintergrund sind die Umweltzonen, die viele Städte eingeführt haben, und die Auflagen der Europäischen Union für Feinstaub. Nach der Nachrüstung erhalten die alten Diesel die grüne Plakette, mit der sie auch in die gekennzeichneten Umweltzonen fahren dürfen.

Beim Bundesumweltministerium begründet man die verhaltene Nachfrage mit dem hohen Alter der förderfähigen Fahrzeuge. Diese müssten neuneinhalb Jahre alt sein. „Daher sind die Kosten für die Nachrüstung – durch den zusätzlich notwendigen Austausch des Katalysators zur Sicherstellung der Funktion des Partikelfilters – im Vergleich zum Fahrzeugwert relativ hoch“, heißt es.

Auto-Abgase Benziner haben auch Probleme

Seit dem VW-Abgasskandal sind die Abgaswerte für Dieselmotoren in den Fokus geraten. Aber auch moderne Benziner sind nicht frei von Problemen – in manchen Punkten sogar dreckiger als ein Diesel.

Der Straßentest stellt nicht nur Diesel-, sondern auch Benzinmotoren vor große Herausforderungen. Quelle: Getty Images

Der Zentralverband des Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) bezeichnet die bisherige Jahresbilanz dennoch als „enttäuschend“ und hält das Kostenargument für zu kurz gegriffen. Man habe ein deutlich höheres Interesse bei Dieselfahrern erwartet.

260 Euro gibt das Bafa für die Nachrüstung. Die Ausgaben für eine Nachrüstung beginnen dem Verband zufolge bei etwa 650 Euro und können bis zu 1500 Euro betragen. „Dass manch einer bei der Förderung erst einmal zuzahlt ist zwar meist zu kurzsichtig gedacht, weil mit der Nachrüstung auch der Wiederverkaufswert des Fahrzeuges steigen kann, mag aber ein Grund für die Zurückhaltung der Dieselfahrer sein“, heißt es beim ZDK. Der Bedarf sei da. So zähle man knapp zwei Millionen Dieselfahrzeuge, denen die Nachrüstung zur grünen Plakette und damit zur Einfahrt in jede Umweltzone verhelfen könnte.

Die Diskussion über Abgaswerte nach den Manipulationen von Dieselfahrzeugen bei Volkswagen hat das Interesse allerdings kaum angekurbelt. So zeigte sich nach Bekanntwerden des Skandals im vergangenen Herbst kein Anstieg der Förderanträge. Seit April ziehen die Zahlen zumindest etwas an.

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