Diesel-Krise: IG Metall warnt vor Verfehlung der CO2-Ziele

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Die IG Metall hält es für möglich, dass die deutschen Autobauer künftige CO2-Ziele nicht erreichen und deshalb Strafzahlungen leisten müssen.

von Annina Reimann

In der Diesel-Krise warnt die IG Metall vor der Verfehlung der CO2-Ziele. Die Abkehr vom CO2-freundlichen Diesel konterkariere die Bemühungen der Autobauer. Ab 2020 könnten Strafzahlungen drohen.

Die IG Metall hält es für möglich, dass die deutschen Autobauer künftige CO2-Ziele nicht erreichen und deshalb Strafzahlungen leisten müssen. Die Abkehr vom CO2-freundlichen Diesel konterkariere die Bemühungen der Autokonzerne: „Wir sehen schon heute, dass durch die sinkenden Diesel-Zulassungen der durchschnittliche CO2-Wert der deutschen Autoflotte ansteigt. Im Schnitt liegt er jetzt bei 128,5 Gramm CO2 pro Kilometer. Wenn dieser Trend anhält, dürften die deutschen Automobilisten die CO2-Ziele im Jahr 2020 verfehlen“, sagte Frank Iwer, Autoexperte der IG Metall, der WirtschaftsWoche. Ab 2020 dürfen neu zugelassen Autos im Schnitt nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Das 95-Gramm-Ziel müssen die Autohersteller im Durchschnitt ihrer verkauften Flotte einhalten – falls nicht, müssen sie Strafe zahlen.

Auch das Thema Stickoxide bereitet Sorgen: Informationen der WirtschaftsWoche zufolge können die Autobauer den Ausstoß von Stickoxiden mit Software-Updates nur um 25 bis zu 50 Prozent senken. „Es wird auch nach den Software-Updates nicht gelingen, alle Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 5 auf den Stand der Abgasnorm Euro 6 zu bringen“, sagte IG-Metall-Experte Iwer wenige Tage vor dem Diesel-Gipfel, auf dem die Autobauer gerade für solche Nachbesserungen werben wollen.

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Käme es trotz Software-Updates zu Fahrverboten, plädiert die IG Metall für eine blaue Plakette. „An diese blaue Plakette müssten dann bestimmte Kriterien geknüpft sein – wir fordern sie zum Beispiel für Halter, die ihr Fahrzeug freiwillig mit einem Software-Update ausstatten lassen. Auch Krankenwagen oder Feuerwehrautos sollten die Plakette im Fall von Fahrverboten von vorne herein erhalten“, sagte Iwer der WirtschaftsWoche.

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