ThemaVolkswagen

Duisport: Volkswagen zieht es an den Rhein

29. Juni 2013
von Franz W. Rother

Nach Audi eröffnet nun auch VW im Duisburger Hafen ein großes Umschlagzentrum für den Export von Autoteilen nach Übersee.

Audi ist bereits Ende vergangenen Jahres Duisport-Kunde geworden, nun konnte Duisport-Chef Erich Staake, 59, auch die Konzernmutter Volkswagen dafür gewinnen, im Duisburger Hafen zu investieren. Im Januar kommenden Jahres wird der Autohersteller an der Mündung der Ruhr in den Rhein einen sogenannten Export-Hub in Betrieb nehmen, wo 230 Beschäftigte dann jede Woche bis zu 1000 Container für den Export nach China und Amerika beladen sollen. Dort werden daraus dann in so genannten CKD (completely knocked down)-Werken komplette Fahrzeuge gemacht. Das Unternehmen spart auf diese Weise Einfuhrzölle.
Pikant daran ist: Ein ähnliches, aber doppelt so großes Logistikzentrum wird Audi bereits im Spätsommer in Betrieb nehmen – zehn Flusskilometer weiter südlich. Rund 500 Menschen sollen hier künftig tätig sein, unter anderem ehemalige Beschäftigte aus dem Bergbau und wohl auch einige aus dem Opel-Werk Bochum. Ein Großteil der Kräfte ist bereits angeworben und die Halle so weit fertiggestellt, dass hier schon in Kürze erste Container mit Audi-Teilen beladen und für den Weitertransport nach China rheinabwärts nach Rotterdam verschifft werden können.

Anzeige

So will VW seine Töchter im neuen System auf Linie bringen

  • Bauteile

    Beispiel: Kilmaanlagen
    Bisher: 102 Varianten in 20 Modellen
    Neu: 28 Varianten
    - einfachere Entwicklung von Fahrzeugen
    - verbesserte Qualitätskontrolle der verwendeten Teile
    - günstigere Einkaufspreise durch höhere Stückzahlen

  • Konstruktion

    Beispiel: Fixierung des Motors
    Bisher: 309 Positionen
    Neu: 36 Positionen
    - einfachere Entwicklung
    - schneller Montage
    - Verwendung gleicher Montagemaschinen
    - niedrigere Kosten für Montagemaschinen
    - niedrigere Kosten auch für Modelle mit geringen Stückzahlen

  • Produktion

    Beispiel: Herstellung von Golf und Audi A3 in China
    Bisher: Eine VW-Fabrik baut zwei Golf-Modelle, eine Audi-Fabrik zwei A3-Modelle
    Neu: Im chinesischen Werk Foshan baut eine einzige Fabrik je zwei Golf- und A3-Modelle
    - Autos aller Marken werden in mehreren Werken gebaut
    - Schnellere Reaktion auf Nachfrageschwankungen
    - bessere Auslastung von Werken

  • Ausbildung

    Beispiel: Lackierer-Werkstätten
    Bisher: 90 Fabriken mit 90 individuellen Lackiermethoden
    Neu: 90 Fabriken mit gleicher Lackiermethode und gleichen Lernwerkstätten
    - gleich hohe Qualifikation der Arbeiter
    - geringere Fehlerzahl
    - schnellere Produktion

  • Einsparung

    Auf diese Weise spart Volkswagen 1500 Euro pro Auto und verdoppelt damit seinen Gewinn.

Auch die Logistik-Anlage von VW, die auf einem 50.000 Quadratmeter großen Grundstück entsteht und als Export-Hub für die Versorgung der außereuropäischen Werke dient, soll zügig in Betrieb genommen werden. Der Immobilienentwickler Goodman trägt die Projektleitung und finanziert die Bauarbeiten. „Als Entwickler, Investor und Verwalter der Immobilie freuen wir uns, mit unserem ersten Bauvorhaben im Duisburger Hafen an einem wichtigen Industrie- und Logistikprojekt mitzuwirken. Es entsteht neuer Raum für wirtschaftliches Wachstum an einem international bedeutenden Logistikstandort“, sagt Andreas Fleischer, der Regionalchef von Goodman in Deutschland. Rund 20 Millionen Euro wird Goodman dem Vernehmen nach in die Anlage investieren, die nach Fertigstellung an Volkswagen vermietet wird. Betrieben werden soll der 25.000 Quadratmeter große Hallenkomplex, der so genannte Export-Hub, von einem Dienstleister – die Entscheidung über den Partner hat Volkswagen angeblich noch nicht getroffen. Den Teileversand bei Audi organisiert der VW-Hausspediteur Schnellecke aus Wolfsburg.

Neues Produktionssystem VW spart 1500 Euro pro Auto

Der Golf 7 läutet eine neue Ära ein. Mit einem völlig neuen Produktionssystem will Volkswagen Milliarden sparen. Die Strategie ist monströs, teuer, riskant und zielt vor allem auf den Rivalen Toyota.

Neues Produktionssystem: VW spart 1500 Euro pro Auto

Duisport hatte sich zehn Monate lang intensiv um die Ansiedlung von VW bemüht und so einen Wettbewerb mit Bremerhaven und dem niedersächsischen VW-Standort Emden gewonnen, die sich ebenfalls um das Projekt beworben hatten. Gelockt wurde der Autohersteller nicht nur mit den günstigen Verkehrsverbindungen von Duisburg über den Rhein, auf der Schiene und per Straße, sondern auch mit einem neuen Anschluss an die Autobahn 40, der eigens für VW errichtet werden soll- Staake ist zuversichtlich nun auch Autozulieferer aus West- und Süddeutschland nach Duisburg locken zu können: Verhandlungen, ist aus dem Unternehmen zu erfahren, über den Verkauf eines Grundstücks in unmittelbarer Nachbarschaft zu VW laufen bereits.

Anzeige

WiWo Guide Unternehmenssuche

Finden Sie weitere Unternehmen aus der für Sie relevanten Branche. z.B.

  • Branchenführer: Allen & Overy LLP
  • Branchenführer: BENKERT + PARTNER
  • Branchenführer: BW PARTNER

WiWo Guide Personensuche

Finden Sie weitere Spezialisten auf dem für Sie relevanten Fachgebiet, z.B.

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.