Ein starker Partner für Peugeot: Dongfeng - bitte einsteigen!

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Ein starker Partner für Peugeot: Dongfeng - bitte einsteigen!

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PSA-Chef Philippe Varin, beim Besuch des dritten gemeinsamen Werks des Joint-Ventures Dongfeng Peugeot Citroen Automobile im chinesischen Wuhan. Dongfeng könnte für Varin zum Retter werden.

von Karin Finkenzeller und Rebecca Eisert

Die Gerüchteküche brodelt. Chinas zweitgrößter Autohersteller Dongfeng ist angeblich an einer Beteiligung am französischen PSA-Konzern interessiert. Experten halten das für keine schlechte Idee.

Jede Woche ein neues Gerücht um den darbenden französischen Autobauer PSA Peugeot Citroën. Vorige Woche hieß es, die Eigentümerfamilie Peugeot wolle womöglich sogar ihre bisher eifersüchtig verteidigte Kontrolle über das Unternehmen aufgeben, wenn US-Partner General Motors (GM) seinen Anteil von derzeit sieben Prozent bei den Franzosen aufstocke. Nun kommt Chinas zweitgrößter Autobauer Dongfeng ins Spiel. Aus der PSA-Firmenzentrale in der Pariser Avenue de la Grande Armee unweit des Triumphbogens heißt es dazu stoisch: "Gerüchte kommentieren wir nicht."

Tatsache ist: PSA geht es nicht gut. Der Hersteller verbrennt täglich knapp 600.000 Euro. Im den erste fünf Monaten des Jahres hat die Gruppe im krisengebeutelten Europa 14 Prozent weniger Autos abgesetzt als im Vorjahr, noch schlechter steht es nur um Mitsubishi. PSA hat es verpasst, eine globale Absatzstrategie zu entwickelt. Nun rächt sich die Konzentration auf die europäischen Absatzmärke und das margenschwache Kleinwagengeschäft.

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Natürlich kann Staatspräsident Francois Hollande den größten französischen Autokonzern neben Renault nicht vor die Hunde gehen zu lassen. Im Oktober drohte der Bank des Autobauers Banque PSA die Bonitätsabstufung. Die Regierung stellte dem Institut Garantien in Höhe von sieben Milliarden Euro zur Verfügung. Damit kann die Banque PSA in den nächsten drei Jahren Anleihen besichern und sich so günstiger am Kapitalmarkt finanzieren. Doch die großzügige Unterstützung gab es nicht umsonst. Im Gegenzug sitzt nun mit dem ehemaligen EADS-Chef Louis Gallois ein Vertreter für den Staat im Aufsichtsrat von PSA, außerdem ein Vertreter der Arbeitnehmer. Zudem wurde ein neues Kontrollgremium eingerichtet, das “jeder Operation, die sich auf die Größe und Zusammensetzung der Gruppe und ihrer wichtigsten Filialen bezieht, sowie auf die Entwicklung ihrer wichtigsten Aktivitäten zustimmen” müsse. Faktisch gerät die Bank und PSA selbst damit unter staatliche Aufsicht.

Erfolgsrezept Alstom PSA Peugeot Citroën hofft auf Hilfe von Vater Staat

Autobauer PSA verbucht für 2012 einen Rekordverlust von fünf Milliarden Euro. Jetzt hofft er auf Hilfe vom französischen Staat, der im Sommer 2003 bereits den Industriekonzern Alstom vor der Pleite rettete.

huGO-BildID: 29828526 A man cleans a company logo on a Peugeot car parked in Paris, February 12, 2013. French carmaker PSA Peugeot Citroen is due to post its 2012 results on Wednesday, February 13, 2013. REUTERS/Christian Hartmann (FRANCE - Tags: BUSINESS TRANSPORT) Quelle: REUTERS

Mehr Hilfe vom Staat kann PSA-Chef Varin aber kaum erwarten. Frankreich selbst ist hochverschuldet. Außerdem würden direkte Finanzspritzen die europäischen Kartellbehörden auf den Plan rufen.

Was also tun? Varin, das steht fest, muss eine Zweckehe eingehen. PSA braucht einen starken Partner – je eher desto besser. Erste hoffnungsvolle Zeichen über einen Zusammenschluss mit der Opel-Mutter GM gab es im vergangenen Jahr. Der PSA-Chef unterzeichnete einen Kooperationsvertrag mit General Motors über gemeinsame Fahrzeugplattformen und die Vermarktung in ausgewählten ausländischen Märkten wie Südamerika und Russland. Einsparpotenzial: bis zu 1,5 Milliarden Euro jährlich. Doch es geht nur langsam voran, erste Ergebnisse wird das Projekt erst 2016 bringen.

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