Electro Vehicle Index: Von wegen Norwegen

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Electro Vehicle Index: Von wegen Norwegen

von Rebecca Eisert

Frankreich überholt Japan als drittgrößte E-Autonation. Norwegen überdenkt seine Subventionen.

Norwegen ist das gelobte Land der Elektroautos. 22.000 neue Stromer wurden hier seit 2009 zugelassen, in Deutschland sind nach der Statistik des Kraftfahrtbundesamtes aktuell rund 19.000 batterieelektrische Fahrzeug unterwegs. Schon jeder 20. Neuwagen im ersten Quartal 2014 fährt in Norwegen elektrisch, in Deutschland liegt der Anteil noch bei unter einem Prozent. Doch für das Siegertreppchen im exklusiven Electro Vehicle Index EVI von WirtschaftsWoche und der Unternehmensberatung McKinsey reicht es für die Skandinavier lange nicht. Hier ist zwar die Nachfrage riesig – doch das Angebot an E-Fahrzeugen gleich null: Im Land der Fjorde gibt es seit der Pleite von Think Global im Jahr 2011 keinen einzigen Autobauer mehr. So reicht es im EVI, der Angebot und Nachfrage gleichermaßen erfasst, für Norwegen nur für Rang fünf (siehe Grafik).

Frankreich holt auf: Der Electric Vehicle Index (EVI) gibt an, zu wie viel Prozent ein Land die Elektromobilität erreicht. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Frankreich holt auf: Der Electric Vehicle Index (EVI) gibt an, zu wie viel Prozent ein Land die Elektromobilität erreicht. (zum Vergrößern bitte anklicken)

Nicht begehrenswert

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Auf der Poleposition halten sich weiter die USA. Das zweite Quartal 2014 brachte mit 32.000 Neuzulassungen – dank der weiter starken Nachfrage nach Nissan Leaf und Tesla Model S sowie einem Absatz von rund 1.000 BMW i3 – einen neuen Rekord. Auch in Deutschland zog der Verkauf mit 3.600 neuen Stromern bis Juni merklich an – Zugmaschinen waren auch hier BMW i3 (1.539 Zulassungen bis Ende Juli) und Tesla Model S (472 Neuzulassungen). Insgesamt bleibt die Nachfrage hierzulande aber weiterhin überschaubar. „Elektroautos werden sich erst dann durchsetzen, wenn die Menschen sie als begehrenswertes Premiumprodukt wahrnehmen“, erklärt Christian Malorny, Autoexperte bei McKinsey. Bundesverkehrsminister Sigmar Gabriel möchte die Deutschen neuerdings zusätzlich mit Gratisparkplätzen und freier Fahrt auf Busspuren zum Kauf eines Elektroautos verführen. Er hat die Rechnung allerdings ohne die Kommunen gemacht. Von Berlin bis München, keiner mag sich für Autos begeistern, die vergleichsweise teuer sind, einen stark eingeschränkten Aktionsradius besitzen und keinerlei finanzielle Förderung erfahren. So wird Deutschland seinen zweiten Rang im EVI allein dadurch behaupten, der weltweit größte Produzent von Elektroautos sein. Bis 2019 sollen 440.000 batterieelektrische Stromer von deutschen Bändern rollen: Dank e-Up und e-Golf kommt Volkswagen auf dem hoch subventionierten norwegischen Elektroautomarkt bereits auf einen Anteil von 49,3 Prozent.

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Aber wie lange noch werden die europäischen Nachbarn den Absatz deutscher E-Autos mit ihren Staatsgelder ankurbeln? „Wir geraten in die Situation, dass der französische Staat indirekt die deutsche Autoindustrie subventioniert“, so Malorny. Bisher dominiert der Renault Zoe auf den Straßen zwischen Lille und Marseille. Renault hat die Produktion der Batterie-Flitzer so angekurbelt, dass Frankreich inzwischen Japan den Titel als drittgrößte E-Auto-Nation abgeluchst hat.

Norwegen will derweil die Förderung ab der 50.000. Neuzulassung kappen. Das könnte schon Anfang 2015 greifen. Ob dann niederländische Verhältnisse einkehren? Dort brachen nach dem Ende der Steuervergünstigungen zum Jahreswechsel die Zulassungen ein.

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