Elektroautos: Was der E-Auto-Gipfel der deutschen Autoindustrie bringt

Elektroautos: Was der E-Auto-Gipfel der deutschen Autoindustrie bringt

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Smart fortwo Elektroautos

In einer „Nationalen Plattform Elektromobilität“ wollen Bundesregierung und Industrie für die deutschen Unternehmen den Weltmarkt für strombetriebene Autos aufrollen. Doch die Konzerne sind gespalten. Egoismen und Eifersüchteleien könnten die einmalige Gemeinschaftsaktion gefährden.

So einen Auflauf deutscher Top-Manager hat es in Berlin schon lange nicht mehr gegeben: mehr als zwei Dutzend Konzernvorstände auf einem Haufen, in der Hauptstadt-Repräsentanz der Deutschen Telekom.

Der erhabene, lichte Veranstaltungssaal mit dem hellen Holzparkett wirkt wie geschaffen für die Zusammenkunft. Gekommen sind auch die Spitzen der wichtigsten Verbände, Top-Wissenschaftler, Gewerkschafter und Umweltschützer. Sie sind dem Ruf von Angela Merkel gefolgt. Bevor die Kanzlerin das Wort an die Runde richtet, stellt sie sich schnell noch ans Brandenburger Tor, um bei laufenden Kameras vor Elektroautos made in Germany zu posieren.

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Der 3. Mai 2010 könnte deutsche Industriegeschichte schreiben. Zum ersten Mal, seit es die Bundesrepublik gibt, hat die Bundesregierung die Repräsentanten eines ganzen Industriezweiges einschließlich vor- und nachgelagerter Branchen unter einem Dach versammelt. Zum Programm gehört ein zweistündiges Spitzengespräch im kleinen Kreis und eine 15-minütige Rede Merkels. Das Projekt, dem sich am Ende die erlesene Runde verschreibt, trägt den Namen Nationale Plattform Elektromobilität.

Das Treffen mit dem donnernden Titel schlägt ein neues Kapitel deutscher Industriepolitik auf. Noch nie seit der massiven Förderung der Kernenergie in den Sechziger- und Siebzigerjahren hat eine Bundesregierung einen solchen Schulterschluss zwischen Staat und Unternehmen organisiert, um große Teile der Wirtschaft zum Aufbruch in eine neue Epoche, diesmal der Elektromobilität, zu drängen.

Mit ihrer Aktion vor über 400 geladenen Gästen wollen Merkel und ihre federführenden Minister Rainer Brüderle (Wirtschaft) und Peter Ramsauer (Verkehr) einen Startschuss abgeben, den kein Unternehmen überhören soll. 

Das Herz der Nationalen Plattform Elektromobilität, geleitet von Henning Kagermann, dem ehemaligen Chef des Softwarekonzerns SAP, werden sieben Arbeitsgruppen sein. Ihr Auftrag könnte ambitionierter kaum sein. Laut einer vorbereiteten gemeinsamen Erklärung geht es um nicht mehr oder nicht weniger als

die Technologieführerschaft beim Elektroauto zu erringen, Arbeitsplätze auf- und auszubauen, die Forschung zu intensivieren, einheitliche technische Standards zu schaffen und eine Strategie zu entwickeln, um die Ressourcen für Batterien und Strom zu sichern.

Die Angst geht um in Teilen der deutschen Industrie, bei Unternehmen und Politik – vor wirtschaftlichem Abstieg und Arbeitsplatzverlusten, vor zu langem Zaudern und Zweitklassigkeit. Auslöser sind tiefgreifende Veränderungen in der Automobilindustrie, einer der deutschen Paradebranchen, die weit in andere Industrien abstrahlen. Scharfe Umweltvorschriften, die den Autobauern etwa in der EU von 2012 an einen deutlich geringeren Ausstoß des klimaschädlichen Kohlendioxid abverlangen, setzen die Autobauer wie noch nie zuvor unter Druck.

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