Elektromobilität: "Alles viel zu teuer"

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Elektromobilität: Die größten Mythen über E-Autos

"Alles viel zu teuer"

E-Auto-Hemmnis 5:  „Alles viel zu teuer“

Wer rund zehntausend Euro mehr zahlen muss, um das Auto als Stromer und nicht als Verbrenner zu bekommen, der denkt garantiert länger nach, ob diese Anschaffung lohnt. Dass die Preise, die deutsche Kunden derzeit für die angebotenen E-Autos zahlen sollen, unattraktiv hoch sind, bestätigt auch jeder noch so glühende E-Auto-Befürworter. „Die Autoindustrie hat bei der Elektromobilität schlichtweg die Dominanz des Preises immer unterschätzt“, sagt RWTH-Professor Schuh. Bei den Preisen, die die großen Autobauer vorgeben, fehle vielen Kunden schlichtweg das Geld.

„Wenn ich den Nutzen halbiere und den Preis verdoppele und dann nur eine Vorlesung in Mikroökonomie gehört habe, dann habe ich alle Begründungen, warum der Elektroautomobil-Markt noch nicht funktioniert“, argumentiert Schuh. „Auch unsere Untersuchungen zeigen, dass die Kosten für das Elektrofahrzeug als primäres Hemmnis gesehen werden“, bestätigt Heimes.

Elektroauto als Dienstwagen Wenn der Chef sein E-Auto mit den Mitarbeitern teilt

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp hat sein privates E-Auto zum Dienstwagen seiner Mitarbeiter gemacht. Sie können den Wagen per App dienstlich nutzen. Zukunftsmusik oder die verrückte Idee eines Einzelnen?

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp Quelle: Stadt Aachen/Andreas Schmitter

In erster Linie ist die Batterie daran schuld: E-Autos sind derzeit beim Kauf rund 50 Prozent teurer als Verbrenner – und das in erster Linie wegen ihres Antriebs. „Die Kosten eines Elektrofahrzeugs werden zu rund 40 Prozent von der Batterie bestimmt“, sagt Heimes. Um E-Autos günstiger zu machen, müssen also die Batterien günstiger werden. „Hier gibt es aber großes Entwicklungspotenzial und vielfältigere Produktionsmöglichkeiten, die in den nächsten Jahren dazu führen werden, dass die Kosten sinken“, schätzt der Ingenieur. Dazu gehört zum einen die Verwendung neuer chemischer Rezepturen zum Batteriezellbau, zum anderen die Produktion höherer Stückzahlen, die die Kosten reduzieren könnten.

Schon jetzt, so die Ergebnisse der aktuellen Studie der Unternehmensberatung McKinsey, sind die Batteriepreise deutlich gefallen. In ihrer Analyse führten die Studienmacher auf, dass die Preise zwischen 2010 und 2016 um rund 80 Prozent gefallen seien.

E-Autos als Dienstwagen Für den elektrischen Fuhrpark braucht es Mut

Der Fuhrpark mit alternativen Antrieben ist gut fürs Image, fürs ökologische Gewissen und sogar wirtschaftlich. So sieht es zumindest ein Stuttgarter Familienunternehmen – und stellt komplett auf Stromer um.

Der "Stromzwerg" - ein Poolfahrzeug des Stuttgarter Bauunternehmens Wolff & Müller. Quelle: Wolff & Müller

Werden weitere Projekte vorangetrieben, wie etwa Elektroautobauer Teslas Batteriefabrik zusammen mit Panasonic, dürften die Marktpreise für E-Autobatterien weiter fallen. Und damit auch der Preis für die E-Autos insgesamt. Der wird sich in den nächsten zwei Jahren deutlich reduzieren, sind sich die meisten Experten einig.

Zudem zeigen Entwicklungen wie der E-Kleinwagen eGo, den RWTH-Professor Schuh ab 2018 in Aachen produzieren wird, dass es auch schon heute günstiger geht. Unter 20.000 Euro soll sein E-Auto für den Stadtverkehr kosten. Andere Projekte jenseits der großen Autobauer peilen ähnliche Preisspannen an.

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Stimmt die Ausgabe im Autohaus, werden Kunden auch geringeres Tempo und kleinere Reichweiten in Kauf nehmen, bekommen sie doch dann für einen angemessenen Preis ein Auto, das bei Verbrauch, Unterhalt und Wartung deutlich günstiger ist, in jeder Stadt fahren darf (Stichwort Dieselfahrverbot) und sogar noch dem guten Umweltgewissen auf die Schulter klopft. So wird sich die Kosten-Nutzen-Rechnung, die jetzt noch Diesel und Benziner besserstellt, schon sehr bald umkehren: „In wenigen Jahren wird es so sein, dass ein Elektroauto insgesamt günstiger sein wird als ein Verbrenner“, sagt Lienkamp.

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