Elektromobilität: Deutschland verpennt die E-Autos

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KommentarElektromobilität: Deutschland verpennt die E-Autos

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Elektroautos haben in Deutschland nach wie vor einen schweren Stand - Doch an mangelndem Interesse der Kunden oder fehlenden Investitionen der Autohersteller liegt es nicht

von Martin Seiwert

Deutschland macht Konferenzen über das Elektroauto, andere Länder machen Milliardenumsätze damit. Weil Deutschland lieber konferiert als handelt, bleibt für die meisten Autofahrer das Elektroauto auf absehbare Zeit blanke Theorie.

Berlin, Elektroautokonferenz der Bundesregierung. Spitzenpolitiker, Spitzenmanager, Spitzentechnik – nach dem Auftakt gestern wurde in der Hauptstadt auch heute auf höchster Ebene konferiert in Sachen Elektromobilität. Wieder einmal.

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Wie ich es so schreibe, das Wort Elektromobilität, stelle ich fest, wie zäh es in den letzten Monaten geworden ist. Wie diese schillerlockenartig gewundenen Ladekabel am elektrischen Kfz im Winter. Bei Kälte sind die Dinger so widerspenstig, dass nur durchtrainierte Zeitgenossen, die neben ihrem elektrischen Vehikel vor allem das Fahrrad nutzen, es bis zur Steckdose zu zerren vermögen.  

Eeeeeeelektromobilität ist eine zähe Veranstaltung geworden. Aber nicht, weil das Thema keinen Wumms hätte. Die E-Autos sind so was von agil, dass jeder, der mal eines gefahren hat, sich fragt, warum sich nach dem elektrischen Start des Automobils vor über hundert Jahren die Verbrennungsmotoren durchsetzten. Nicht, weil die Autofahrer nicht bereit wären für den Umstieg. Jeder vierte Deutsche kann sich vorstellen, ein Elektroauto zu kaufen.

Elektromobilität E-Autos werden vom Rohrkrepierer zur Rakete

Die ersten attraktiven Elektroautos sind auf dem Markt. Und die Kunden lassen dafür manch herkömmliches Modell stehen. Langsam zeichnet sich ab, welche Hersteller brillieren und wo die Stromer eine Zukunft haben.

Quelle: dpa

Und schon gar nicht, weil die Autobauer das Thema verpennten. Wer beim Zukunftsthema Elektroauto versage, so Opel-Chef Karl-Thomas Neumann am Montag in Berlin, könne als Autohersteller einpacken. Deshalb investieren allein die deutschen Hersteller eine zweistellige Milliardensumme in die technische Revolution. Doch weil die Entwicklung eines herkömmlichen neuen Autos vier Jahre dauert und die einer gänzlich neuen Antriebstechnik noch länger, schicken die meisten Hersteller erst ab diesem Jahr ihre ersten E-Modelle ins Rennen. Allein aus Deutschland kommen 15 neue E-Fahrzeuge bis Ende 2014.

Zäh ist die ganze Chose, weil Deutschland so gerne quatscht, konferiert und plant. Mit einem Planungsmonster – der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) – hat sich das Autoland vor drei Jahren dem Thema gestellt. Und das machen wir bis heute. Wir konferieren.

Deutschland hinkt hinterher

Und die Elektroautos? Die fahren auf anderen Straßen, nicht den deutschen. Während in einigen Ländern Elektroautos längst zum Alltag gehören – in Norwegen ist das Elektroauto Nissan Leaf das nach dem VW Golf am zweithäufigsten verkaufte Auto, in Frankreich werden mehr elektrische Renault Zoe verkauft als Skoda Fabia oder Fiat Punto, in den USA überflügelt das Start-up Tesla deutsche Premiummarken – laboriert Deutschland noch an seinen sogenannten „Schaufensterprojekten“.

Pilotversuche also, die erst im einigen Jahren Ergebnisse bringen, die dann wiederum so ganz allmählich in die Fahrzeugentwicklung einfließen sollen. Eine Milliarde Euro Steuergeld fließt in diese Schaufenster und die damit verbundenen Forschungsvorhaben.

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