Elektromobilität: E-Autos werden vom Rohrkrepierer zur Rakete

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Elektromobilität: E-Autos werden vom Rohrkrepierer zur Rakete

Seit einigen Monaten gibt es die ersten attraktiven Elektroautos. Und siehe da, die Kunden lassen dafür manch herkömmliches Modell stehen. Langsam zeichnet sich ab, welche Hersteller brillieren und wo die Stromer eine große Zukunft haben.

Böse Gerüchte machen in Kalifornien die Runde. Geldmangel und technische Probleme setzten dem Elektroautohersteller Tesla angeblich so zu, dass die Produktion der Limousine Model S niemals anlaufen werde. Tesla-Chef Elon Musk jubelt zwar, als der erste Wagen dann doch vom Band rollt: „Wir haben es den Skeptikern mal wieder gezeigt.“ Doch glauben will dem Tesla-Gründer und Hauptaktionär das niemand so recht.

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Elf Monate später straft die Realität alle Skeptiker Lügen. Über 10.000 Elektrosportwagen hat Tesla seit dem Produktionsstart im Juni 2012 verkauft, Musk hat die Wochenproduktion im ehemaligen Toyota-Werk im kalifornischen Fremont auf 500 Autos hochgeschraubt. Wer heute in den USA die Limousine für mindestens 70.000 Dollar bestellt, muss bis zu sechs Monate warten. 21.000 Model S will Tesla 2013 ausliefern. Um das zu schaffen, muss die Produktion des geplanten Geländewagens Tesla X auf 2014 verschoben werden. Im ersten Quartal 2013 schrieb Tesla erstmals schwarze Zahlen. In der vergangenen Woche zahlte das Unternehmen einen 450-Millionen-Dollar-Kredit der US-Regierung zurück – neun Jahre früher als vereinbart.

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Zur Person

  • Tesla-Gründer und Tausendsassa Elon Musk

    Elektroautopionier Elon Musk, 42, brach sein Promotionsstudium in Kalifornien nach wenigen Tagen ab, um mit 2000 Dollar sein erstes Startup zu gründen. Vier Jahre später verdiente er mit dem Verkauf des Unternehmens 22 Millionen Dollar. Zur Silicon-Valley-Ikone wurde
    Musk mit der Erfindung des Online-Bezahldienstes Paypal, den er 2002 für 1,5 Milliarden Dollar an Ebay verkaufte. Danach gründete er den Elektroautohersteller Tesla Motors und das Raumfahrtunternehmen SpaceX. 80 Millionen Dollar hat Musk in Tesla investiert, sein Anteil ist inzwischen über zwei Milliarden Dollar wert.

Der märchenhafte Aufstieg des Elektroautopioniers aus Kalifornien, an dem auch Daimler und Toyota beteiligt sind, steht in merkwürdigem Kontrast zu dem öffentlichen Abgesang auf die Elektromobilität in Deutschland. Noch bevor die Autokonzerne ihre ersten elektrischen Großserienmodelle überhaupt auf den Markt bringen konnten, wurde das E-Auto hierzulande von manchen Experten als Rohrkrepierer gebrandmarkt.

Tesla-Aktie

  • Volles Risiko

    Wer bei Tesla auf fallende Kurse spekulierte, erlebt derzeit einen Albtraum. Die Aktie setzt zu immer neuen Höhenflügen an. Im ersten Quartal machte der US-E-Autobauer erstmals Gewinn, die Produktion läuft rund, die Liste der Käufer ist lang. Doch Vorsicht ist geboten. Mit einem Börsenwert von fast elf Milliarden Dollar, nur 413 Millionen Dollar Umsatz und einem Verlust von 396 Millionen Dollar 2012 kommt Tesla wie ein überbewertetes Internet-Startup daher. Gemessen am Umsatz 2012, ist Tesla sogar teurer als das soziale Netzwerk Facebook. Tesla-Gründer Elon Musk will mit dem Verkauf von zusätzlichen Papieren und neuen Krediten etwa 830 Millionen Dollar einsammeln. Zudem will er 100 Millionen Dollar von seinem eigenen Vermögen in den Autohersteller stecken. Musk geht – wie immer – auf volles Risiko.

Doch die meisten Hersteller ließen sich davon nicht beirren. Neben Tesla brachten in den vergangenen Monaten auch Renault und Nissan die ersten attraktiven Modelle auf den Markt. Und siehe da: Die Kunden greifen zu. Angeschoben von teils üppigen Subventionen, schlagen E-Modelle in manchen Märkten sogar herkömmliche Autos.

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