Elektromobilität: "Es fehlt die notwendige Infrastruktur"

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Elektromobilität: Die größten Mythen über E-Autos

"Es fehlt die notwendige Infrastruktur"

E-Auto-Hemmnis 3: „Es fehlt die notwendige Infrastruktur“

Nicht nur die Ladetechnik, eben auch die deutsche Infrastruktur der Elektromobilität wird häufig hinterfragt: Wo kann ich das E-Auto eigentlich aufladen? Gibt es genug Ladestationen?

Dabei seien diese Frage für Elektroautofahrer in der Praxis vergleichsweise unerheblich, sagt  Professor Günther Schuh, Lehrstuhlinhaber an der RWTH Aachen, Initiator der StreetScooter (der Elektrofahrzeuge, die mittlerweile im Besitz der Deutschen Post bundesweit Briefe und Pakete ausliefern) und Gründer der e.Go Mobile, einem Unternehmen das nun E-Kleinwagen entwickelt, die nächstes Jahr in Produktion gehen sollen: „Ich fahre jetzt schon seit Jahren Elektroauto. Sie fahren mit einem Elektroauto nicht tanken, wenn Sie sich nicht vertun. Es wird meist dort getankt, wo geparkt wird und dass ist in der Regel zuhause oder bei der Arbeit.“

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Ähnliche Erkenntnisse förderte auch die Studie ihrer Analyse „Electrifying insights: How automakers can drive electrified vehicle sales and profitability“ der Unternehmensberatung McKinsey zutage – wer bereits E-Auto fährt, sorgt sich sehr selten darum, nicht genug laden zu können und liegen zu bleiben.

Das liegt vor allem daran, dass Aufladezeiten von bis zu sechs Stunden kaum jemanden abschrecken, wenn letztlich am Stecker in der eigenen Garage oder am Stromer-Parkplatz bei der Arbeit aufgeladen wird. "Wer Zuhause laden kann, hat im Grunde kein Problem. Schwieriger wird es für diejenigen, die keine Garage haben, in der sie laden können – da wird das Ganze kompliziert“, sagt Lienkamp. Die meisten könnten dann allerdings einmal die Woche zur Schnellladestation fahren – „das müsste ausreichen“, so der Professor.

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Quelle: Illustration für WirtschaftsWoche: Jan von der Veken

Allerdings sind die Schnellladesäulen derzeit in viel zu geringer Zahl im öffentlichen Raum vorhanden – ein klarer Minuspunkt fürs E-Auto. Dafür muss künftig die Infrastruktur noch besser ausgebaut werden. Das ist durchaus ein Hemmnis – aber kein unlösbares und vermutlich ein kurzfristiges Problem. Angebot wächst schließlich häufig erst mit dem Bedarf.

Und es gibt Pläne für die Schnellladefunktion: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt plant 400 Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge an Autobahn-Raststätten aufzustellen und die großen deutschen Autohersteller Daimler, BMW, VW, Porsche und Audi sowie US-Autobauer Ford unterschrieben eine Absichtserklärung, 2017 in einem ersten Schritt ebenfalls 400 Schnellladestationen entlang der großen Verkehrsachsen in Europa aufzubauen. Bis 2020 sollen es dann schon Tausende Stationen sein.

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