Elektromobilität: Großes Wettrennen

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Elektromobilität: E-Autos werden vom Rohrkrepierer zur Rakete

Großes Wettrennen

Die deutschen Autobauer erwischen nach Ansicht von McKinsey-Berater Malorny einen guten Zeitpunkt, wenn sie Ende des Jahres ihre ersten Großserien-Elektrofahrzeuge auf den Markt bringen: „Die Preise für die teuerste Komponente, die Batterie, sind stark gesunken. Auch haben die Hersteller jetzt Erfahrungen gesammelt, mit welchen Leasingmodellen sie den Kunden die Angst vor der neuen Technik nehmen können.“ Zudem habe sich gezeigt, dass viele Kunden ausgereifte Technik und ein Premiumimage bei den E-Fahrzeugen wollten. „Genau das“, sagt Malorny, „ist die Positionierung der deutschen Hersteller.“

Gleichzeitig läuft im Markt offenbar das das große Wettrennen um die stärkste und kostengünstigste Batterie. So arbeitet Toyota an Stromspeichern, die die derzeit verwendeten Lithium-Ionen-Akkus um Längen schlagen. Angeblich hat Toyota Akkus entwickelt, die Reichweiten von 1000 Kilometern ermöglichen und trotzdem preisgünstig sind. Bereits 2015 könnten sie marktreif sein. Sollte Toyota dieser Durchbruch nicht gelingen, werden andere Forscher triumphieren: Fast täglich vermelden Labore von Universitäten, Instituten, Autobauern und Chemiekonzernen neue Rekorde auf dem Weg zu günstigeren und besseren Batterien.

Zwar ist der Preis für die Akkus zurzeit noch sehr hoch. Bei Autos mit einer elektrischen Reichweite von über 100 Kilometern entfällt etwa ein Drittel der gesamten Herstellungskosten auf die Batterie. Über 500 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität mussten Autobauer wohl berappen, die derzeit mit E-Autos auf dem Markt sind. Doch weil Hersteller in aller Welt Überkapazitäten für Elektroautobatterien aufgebaut haben, rauschen die Preise derzeit in die Tiefe. Für rund 300 Euro pro Kilowattstunde könnten Autohersteller inzwischen Batterien in Asien beziehen, sagt Dirk Uwe Sauer, Professor für elektrische Antriebe an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Mit solchen Preisen hätten Experten erst im Jahr 2020 gerechnet. Bis 2020, so die Prognose des Experten, würden Preise sogar auf 200 Euro sinken.

Die überraschend schnell sinkenden Batteriepreise helfen all jenen Autobauern, die schon mit E-Modellen auf dem Markt sind und nun mit den Preisen heruntergehen können. So will General Motors den Nachfolger des Chevrolet Volt 2015 rund 10.000 Dollar günstiger anbieten. Bei Renault ist bereits die Rede davon, den Zoe in zwei Jahren mindestens 5000 Euro preiswerter auf den Markt zu bringen. Der neue Nissan Leaf ist bereits über 4000 Euro günstiger als der Vorgänger.

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Auf der anderen Seite leiden die Batterieproduzenten unter dem Preisverfall. Etablierten Anbietern wie Panasonic, Johnson Controls oder Saft machen Überkapazitäten von bis zu 400 Prozent schwer zu schaffen. A123, ein amerikanischer Neuling unter den Batterieherstellern, musste im Oktober Insolvenz anmelden und wurde von einem chinesischen Unternehmen aufgekauft.

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