Elektromobilität: Ralf Christian: Der Meister der Stromnetze

Elektromobilität: Ralf Christian: Der Meister der Stromnetze

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Christian

von Martin Seiwert

Der Siemens-Manager Ralf Christian ist die Spinne in einem Netz, ohne das die Fahrzeuge der Zukunft keinen Strom erhielten.

Gleichstromübertragung, Regel-energie, Verbundnetze – wer früher bei Power Distribution der Siemens AG arbeitete, erzählte auf Partys besser nichts von seiner Tätigkeit in der Sparte Stromverteilung des Münchner Technologiekonzerns. Sein Gegenüber wäre vielleicht weggenickt.

Das hat sich in den letzten Jahren geändert. Strom, Solarenergie und Windräder, ja sogar Elektroautos – derlei taugt heute mindestens schon zum Small Talk.

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Das Problem stellt sich für Ralf Christian, den Chef der Power-Distribution-Sparte von Siemens, allerdings selten. Der 46-jährige Wirtschaftsingenieur hat kaum Zeit für Partys. Drei Viertel seiner Arbeitszeit sitzt er nicht in seinem Büro im fränkischen Erlangen, sondern tourt durch die Welt. Dann besucht er Automanager, Bürgermeister oder Energiemanager und erklärt ihnen, wie das Stromnetz der Zukunft aussieht und welche Bedeutung das für sie haben wird.

Christian ist, was das Elektroauto angeht, wie eine Spinne. Er zieht die Fäden und macht reiche Beute. Denn früher oder später gehen sie ihm alle ins Netz: die Autobauer, weil ohne perfekte und wirtschaftliche Anbindung ans Stromnetz das Elektroauto eine Utopie bleiben wird; die Bürgermeister, weil ihre Städte nur mit einer stabilen Stromversorgung und Tankstellen für E-Autos lebenswert bleiben; und die Energieversorger, weil sie moderne Netze brauchen, um die Menschen mit sauberem, aber vielfach unstetem und fernem Strom aus erneuerbaren Quellen zu versorgen.

„Meine Reisetätigkeit hat sich in den letzten Jahren verdoppelt“, erzählt Christian. „Schuld ist vor allem das Elektroauto. Ständig melden sich bei mir aus irgendeinem Winkel der Erde Unternehmen oder Behörden, die an der Infrastruktur für Elektroautos arbeiten und deshalb an unserer Beratung oder unseren Produkten interessiert sind. Es sind fünf, oft zehn neue Kontakte pro Woche.“

Elektrifizierung des Lebens

Christian weiß, dass er und seinesgleichen die Stromnetze in allen Industriestaaten ertüchtigen müssen, um dem E-Auto zum Durchbruch zu verhelfen. Es geht um den Bau sogenannter intelligenter Netze, im Englischen auch „Smart Grid“ genannt. Am Ende, ist er überzeugt, gehe es um die endgültige Elektrifizierung des Lebens. „Früher wurde der Herd mit Kohle betrieben. So wie dort der Strom Einzug gehalten hat“, sagt Christian, „wird er es auch beim Auto tun.“

Bei E-Autos trägt das aber nur dann zur CO2-Minderung bei, wenn der Strom dazu – dank intelligenter Netze – aus sauberen Quellen kommt und wirtschaftlicher als heute verwendet wird. Ein Beispiel: Es ist Nacht, Deutschland verbraucht wenig Strom, doch an der Nordseeküste sorgt eine steife Brise für viel Windstrom. Das Smart Grid lenkt den überflüssigen Strom in die Akkus geparkter Elektroautos. Fehlt tagsüber Strom, fließt ein Teil der Ladung aus den Autos zurück in Netz.

Diese schöne neue Stromwelt wäre nicht nur im Sinne von Energieversorgern und Verbrauchern, die damit Geld sparen können, sondern natürlich auch im Interesse des größten deutschen Technologiekonzerns. „Elektrizität“, sagt Christian, „ist die DNA von Siemens.“

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