Studie zum Umweltbewusstsein: Elektroautos verschieben Präferenzen

Studie zum Umweltbewusstsein: Elektroautos verschieben Präferenzen

Bild vergrößern

Bei Elektroautos zählen andere Merkmale als PS und Protz

PS und Status – das erwartet ein Deutscher von seinem Dienstwagen. Aber nur, wenn es um Benziner oder Diesel geht. Bei Elektroautos zählen hingegen ganz andere Werte.

Ein Dienstwagen muss in der Größe dem Rang entsprechen, hochwertig sein und einen starken Motor, vornehmlich einen Diesel, haben. So sehen es die meisten Deutschen. Geht es aber um Elektroautos zählen ganz andere Eigenschaften, wie jetzt eine Studie des Meinungsforschungsinstituts TNS im Auftrag der Leasinggesellschaft LeasePlan ergeben hat.

So gaben die deutschen Autofahrer mehrheitlich an, dass für sie die Fahrzeuggröße (80 Prozent), die Anmutung (78 Prozent) und die Motorleistung (71 Prozent) eine "wichtige" bis "sehr wichtige" Rolle spielen. Werden dieselben Fahrer jedoch nach Elektroautos gefragt, verschieben sich die Präferenzen – und die sonst als wichtig bezeichneten Merkmale treten in den Hintergrund.

Anzeige

Elektroauto-Absatz 2014 in Deutschland

  • Platz 10

    Modell: Audi A3 e-tron

    Verkaufte Autos: 460 Fahrzeuge

    Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt KBA

  • Platz 9

    Modell: Renault Twizy

    Verkaufte Autos: 573 Fahrzeuge

  • Platz 8

    Modell: VW E-Golf

    Verkaufte Autos: 601 Fahrzeuge

  • Platz 7

    Modell: Nissan Leaf

    Verkaufte Autos: 812 Fahrzeuge

  • Platz 6

    Modell: Tesla Model S

    Verkaufte Autos: 814 Fahrzeuge

  • Platz 5

    Modell: Mitsubishi Outlander PHEV

    Verkaufte Autos: 1.068 Fahrzeuge

  • Platz 4

    Modell: VW E-Up

    Verkaufte Autos: 1.354 Fahrzeuge

  • Platz 3

    Modell: Renault Zoë

    Verkaufte Autos: 1.498 Fahrzeuge

  • Platz 2

    Modell: Smart Fortwo ED

    Verkaufte Autos: 1.589 Fahrzeuge

  • Platz 1

    Modell: BMW i3*

    Verkaufte Autos: 2.231 Fahrzeuge

    *inklusive Modelle mit Range Extender

Zählten gerade noch viel PS, stellt eine geringe Motorleistung im Falle eines E-Autos nur bei 27 Prozent der Befragten deutschen Autofahrer eine Anschaffungshürde dar. Fahrzeugdesign (27 Prozent) und der geringere Komfort (22 Prozent) bremsen Elektroautos ebenfalls nicht aus.

Virtuelles Kraftwerk Auf dem Weg zur Energie Cloud

Der Energiemarkt ist im Umbruch: Der Anteil der erneuerbaren Energien und die Zahl dezentraler Versorger nehmen zu. Ein virtuelles Kraftwerk kombiniert die Anlagen und kann die verfügbare Energie intelligent steuern. 

Virtuelles Kraftwerk: Auf dem Weg zur Energie Cloud

Was allerdings bremst, sind bekannte Argumente: Eine geringe Reichweite (86 Prozent), hohe Anschaffungskosten (69 Prozent) und das mangelnde Vertrauen in die Ladeinfrastruktur (68 Prozent) gelten als K.O.-Kriterien. "Im Bereich der gewerblich genutzten Fahrzeuge merken wir, dass das Interesse an Elektroautos mit der Verfügbarkeit von Serienfahrzeugen renommierter Hersteller steigt", sagt Gunter Glück, Geschäftsleitung Vertrieb und Kundenbetreuung bei LeasePlan Deutschland. "Dennoch wird auch bei Fuhrparkleitern die geringe Reichweite als Hindernis gesehen, obwohl viele Nutzungsprofile den Einsatz von Elektrofahrzeugen durchaus zulassen. Zur Verunsicherung tragen darüber hinaus die vielen Ladekonzepte der unterschiedlichen Betreiber bei."

Nur drei Prozent gegen umweltfreundlichere Autos

Die Studie zeigt auch: Elektroautos werden aus Überzeugung gefahren. 40 Prozent gaben als Motivation an, sich vor allem "der Umwelt zuliebe" für ein umweltfreundlicheres Auto entscheiden zu wollen. Dann darf es aber nicht jedes beliebige Modell sein: Rund einem Viertel sind dann immer noch das Fahrzeugmodell und die Marke wichtig. Für 23 Prozent wären finanzielle Vorteile, etwa Steuernachlässe, die Hauptmotivation für ein umweltfreundlicheres Fahrzeug. Immerhin: Lediglich eine Minderheit von drei Prozent lehnt umweltfreundlichere Fahrzeuge rigoros ab.

Elektroauto Die Suche nach dem Super-Lader

Für die meisten Alltagsfahrten reichen heutige Elektroautos vollkommen aus. Doch dann muss das Auto für Stunden an den Stecker. Ein Tüftler will nun das Rezept für alltagstaugliche Elektromobilität gefunden haben.

Elektroautofahrer braucht Zeit zum aufladen Quelle: rtr

Stattdessen gab die Hälfte der Befragten an, dass die CO2-Emissionen für sie bei der Wahl des Modells wichtig bis sehr wichtig sind. Fuhrpark-Experte Glück weiß diese Zahl aber einzuschätzen: "Bei diesem Ergebnis müssen wir beachten, dass besonders viele Dienstwagenfahrer an der Umfrage teilgenommen haben. Viele Unternehmen setzen materielle Anreize, die direkt mit den CO2-Emissionen verknüpft sind – zum Beispiel in Form von Bonus-Malus-Regelungen." Stattdessen sei bei diesen Unternehmen die Tendenz zu beobachten, statt zu einer stärkeren Motorisierung zu einer besseren Ausstattung zu greifen.

Bessere Ausstattung statt stärkeren Motor

Gerade letzteres ist eine Entwicklung, die nicht für selbstverständlich genommen werden sollte. Denn werden Autofahrer konkret nach ihrer nächsten Fahrzeugauswahl gefragt, gibt die überwiegende Mehrheit (71 Prozent) an, sich kein kleineres Fahrzeugmodell anschaffen zu wollen. Nur ein Prozent der Befragten zieht ein zukünftiges Downsizing in Betracht. Immerhin 13 Prozent gaben an, bereits ein Auto mit geringer Motorisierung zu fahren und dies auch zukünftig tun zu wollen.

Mit welchen Hindernissen Elektroautos kämpfen

  • Preis

    Noch sind die reinen E-Autos deutlich teurer als ihre Benzin-Pendants. Ein Beispiel: Der E-Golf von Volkswagen ist ab 35 000 Euro zu haben. Ein Golf mit vergleichbarer Ausstattung kostet nur 24 150 Euro. Doch das könnte sich ändern. Laut Berechnungen des Ingenieurbüros P3 sind Elektrofahrzeuge ab dem Jahr 2018 beim Preis wettbewerbsfähig, wenn nicht sogar im Vorteil. Dabei werden neue Batterien zu Grunde gelegt, die einen höheren Nickelanteil vorweisen.

  • Die Reichweite

    Die Batterietechnologie, die für den Preis verantwortlich ist, ist auch der Grund für einen weiteren Knackpunkt: Für den E-Golf gibt Volkswagen eine Reichweite zwischen 130 und 190 Kilometern an. Für eine Fahrt in den Urlaub dürfte das kaum reichen, zumal die Zahl der Ladepunkte in Deutschland im Vergleich zu den herkömmlichen Tankstellen noch klein ist. Auch das dürfte sich aber mit der Weiterentwicklung der Batterietechnologie ändern.

  • Infrastruktur

    Vor allem auf dem Land kann die geringe Reichweite zum Problem werden. Deutschland liegt laut der Nationalen Plattform Elektromobilität mit 4800 Ladepunkten an 2400 Standorten im internationalen Mittelfeld. Nach dem Willen der EU Kommission sollen bis 2020 in Deutschland 150 000 öffentlich zugängliche Ladestationen entstehen. Zum Vergleich: Laut ADAC lag die Zahl der herkömmlichen Tankstellen 2013 bei 14 328.

  • Förderung

    Smart-Chefin Annette Winkler spricht sich schon lange offen für eine Förderung von E-Autos aus. Das müssen nicht unbedingt finanzielle Anreize sein: Der Bundestag erlaubte jüngst Städten und Gemeinden, kostenlose Parkplätze für E-Autos zu reservieren und ihnen die Nutzung von Busspuren zu erlauben. Ob das ausreicht, zweifelt unter anderem VDA-Präsident Matthias Wissmann an. Er fordert finanzielle Impulse - wie zum Beispiel Sonderabschreibungsregeln für Firmenwagen. In anderen Ländern wie den USA, China oder Frankreich bekommen Käufer Cash vom Staat beim Kauf eines E-Autos.

  • Angebot

    Nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) rollten Ende 2014 knapp 19 000 reine E-Autos auf deutschen Straßen. Die Zahl der sogenannten Plug-In-Hybride, die die Bundesregierung zu den E-Autos zählt und die sowohl an der klassischen Tankstelle als auch an der Steckdose betankt werden, lag bei 108 000. Insgesamt waren 44,4 Millionen Pkw in Deutschland unterwegs. Das Ziel der Bundesregierung von einer Million elektrisch betriebenen E-Autos bis 2020 liegt damit noch in weiter Ferne. An der Auswahl kann es nicht liegen: Im vergangenen Jahr kamen laut Verband der Automobilindustrie (VDA) 17 neue Serienmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt. 2015 sollen noch einmal zwölf weitere hinzukommen. Selbst der elektroskeptische Porsche-Chef plant offenbar mit einem E-Auto: Zuletzt schloss Müller nicht mehr aus, dass das bis Ende des Jahrzehnts geplante nächste Porsche-Modell rein elektrisch betrieben wird.

LeasePlan betreut nach eigenen Angaben in Deutschland knapp 90.000 Autos, darunter über 100 Elektrofahrzeuge. Zusammen mit TNS hat die Leasinggesellschaft Autofahrer und Vielfahrer zu ihrem Umweltbewusstsein befragt. In mehr als 20 Ländern beteiligten sich 3.377 Vielfahrer am "LeasePlan MobilitätsMonitor". Auch fast hundert deutsche Autofahrer nahmen an der Online-Befragung teil.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%