Ende März: VW stellt Phaeton-Produktion in Dresden ein

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Ende März: VW stellt Phaeton-Produktion in Dresden ein

Sinkende Verkaufszahlen machen dem Luxus-VW Phaeton schon länger zu schaffen. Nun soll die Produktion in Dresden eingestellt werden.

VW will die Produktion der Luxuslimousine Phaeton in Dresden Ende März 2016 einstellen. Dies sei den rund 500 Mitarbeitern der Gläsernen Manufaktur am Mittwoch bei einer Betriebsversammlung mitgeteilt worden, sagte ein Firmensprecher. „Die Manufaktur wird aber mitnichten geschlossen“, betonte er. Vielmehr werde sie für die Produktion des elektrischen Nachfolgemodells umgebaut, das aber erst in einigen Jahren auf den Markt kommen soll.

Die Abgas-Tests in Deutschland und Europa

  • Die Vorgaben in Deutschland

    Neue Modelle werden in Deutschland und der EU nach dem Modifizierten Neuen Fahrzyklus (MNEFZ) getestet. Die Tests laufen unter Laborbedingungen, das heißt auf einem Prüfstand mit Rollen. Dies soll die Ergebnisse vergleichbar machen. Der Test dauert etwa 20 Minuten und simuliert verschiedene Fahrsituationen wie Kaltstart, Beschleunigung oder Autobahn-Geschwindigkeiten.

  • Wer testet?

    Getestet wird von Organisationen wie dem TÜV oder der DEKRA unter Beteiligung des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA). Dieses untersteht wiederum dem Verkehrsministerium.

  • Kritik an Prüfung

    Die Prüfungen der neuen Modelle werden von ADAC und Umweltverbänden seit längerem als unrealistisch kritisiert. So kann etwa die Batterie beim Test entladen werden und muss nicht - mit entsprechendem Sprit-Verbrauch - wieder auf alten Stand gebracht werden. Der Reifendruck kann erhöht und die Spureinstellungen der Räder verändert werden. Vermutet wird, dass etwa der Spritverbrauch im Alltag so häufig um rund ein Fünftel höher ist als im Test.

  • Weitere Prüfungen

    Neben den Tests für neue Modelle gibt es laut ADAC zwei weitere Prüfvorgänge, die allerdings weitgehend in der Hand der Unternehmen selbst sind. So werde nach einigen Jahren der Test bei den Modellen wiederholt, um zu sehen, ob die Fahrzeuge noch so montiert werden, dass sie den bisherigen Angaben entsprechen, sagte ADAC-Experte Axel Knöfel. Zudem machten die Unternehmen auch Prüfungen von Gebrauchtwagen, sogenannte In-Use-Compliance. Die Tests liefen wieder unter den genannten Laborbedingungen. Die Ergebnisse würdem dann dem KBA mitgeteilt. Zur Kontrolle hatte dies der ADAC bei Autos bis 2012 auch selbst noch im Auftrag des Umweltbundesamtes gemacht, bis das Projekt eingestellt wurde. In Europa würden lediglich in Schweden von staatlicher Seite noch Gebrauchtwagen geprüft, sagte Knöfel.

  • Geplante neue Prüfmethode

    Die EU hat auf die Kritik am bisherigen Verfahren reagiert und will ab 2017 ein neues, realistischeres Prüfszenario etablieren. Damit sollen auch wirklicher Verbrauch und Schadstoffausstoß gemessen werden ("Real Driving Emissions" - RDE). Strittig ist, inwiefern dafür die bisherigen Abgas-Höchstwerte angehoben werden, die sich noch auf den Rollen-Prüfstand beziehen.

Während des Umbaus würden Besucherverkehr und Fahrzeugauslieferung weitergehen. Auch Veranstaltungen sollen in der Vorzeige-Fabrik am Rande des Dresdner Stadtzentrums weiter stattfinden. Rund 100 Mitarbeiter sollen den Betrieb gewährleisten. Die anderen würden auf andere Konzernstandorte - vornehmlich in Sachsen - verteilt.

Mit dieser Maßnahme bleibe die Stammbeschäftigung bei Volkswagen Sachsen gesichert, erklärte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Jens Rothe. „Natürlich schmerzt es uns trotzdem, dass wir hierfür Leiharbeitsverträge auslaufen lassen müssen.“ Am Dienstag hatte VW mitgeteilt, die Verträge von 600 Leiharbeitern am Standort Zwickau ab dem nächsten Jahr in zwei Stufen auslaufen zu lassen. Rothe forderte nun verstärkte Anstrengungen, um für die Betroffenen Alternativen inner- und außerhalb des Konzerns zu finden.

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Infolge sinkender Verkaufszahlen war die Produktion des Phaeton bereits in den vergangenen Monaten immer weiter zurückgefahren worden. Ein Teil der Belegschaft wird deshalb bereits seit längerem in Zwickau eingesetzt. Die Neuausrichtung bei VW infolge des Abgas-Skandals hatte auch die ursprünglichen Pläne für ein Phaeton-Nachfolgemodell über den Haufen geworfen. Statt eines neuen Phaeton mit Verbrennungsmotor soll es nun nur noch einen mit vollelektrischem Antrieb geben. Der E-Phaeton soll nach Angaben aus Konzernkreisen frühestens 2019 in Dresden vom Band laufen.

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