Erfolgsrezept Alstom: PSA Peugeot Citroën hofft auf Hilfe von Vater Staat

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Erfolgsrezept Alstom: PSA Peugeot Citroën hofft auf Hilfe von Vater Staat

von Karin Finkenzeller

Der angeschlagene französische Autohersteller verbucht für 2012 einen Rekordverlust von fünf Milliarden Euro. Jetzt hofft der Konzern auf Hilfe vom französischen Staat, der im Sommer 2003 bereits de Industriekonzern Alstom mit Beteiligungen vor der Pleite.

Die Erinnerungen gehen in diesen Tagen oft an den Sommer 2003 zurück. Damals, als sich der französische Staat in Milliardenhöhe an dem Siemens-Konkurrenten Alstom beteiligte und ihn so vor der sicher scheinenden Pleite bewahrte, begann der Industriekonzern ein zweites Leben. Der Erfolg kehrte zurück, und die Intervention dient als gelungenes Stück französischer Industriegeschichte. Es überrascht deshalb nicht, wenn sie nun im Zusammenhang mit einer möglichen Rettung des schwer angeschlagenen Autobauers PSA Peugeot Citroen zitiert wird. Allerdings sind die Bedingungen diesmal ungleich schwieriger. PSA musste nun bei der Bekanntgabe der Ergebnisse für 2012 den höchsten Verlust in der Geschichte des Unternehmens vermelden: Fünf Milliarden Euro Verlust machte der Konzern. Der Umsatz ging danach um 5,2 Prozent auf 55,4 Milliarden Euro zurück. Für den PSA-Vorstandsvorsitzenden Philippe Varin spiegeln die Zahlen „das verschlechterte Umfeld in der Automobilbranche in Europa“ wider. Vor allem in Südeuropa hat PSA erhebliche Absatzprobleme.

Knapp vier Milliarden gehen allein auf eine vorige Woche veranlasste Wertberichtigung auf die Autosparte zurück, mit der das Unternehmen einer Empfehlung der französischen Börsenaufsicht folgte. Die Existenz und Zahlungsfähigkeit seien dadurch keinesfalls in Frage gestellt, versichert man in der Konzernzentrale in der Pariser Avenue de Grande Armée in Sichtnähe zum Triumphbogen. Doch die Begründung, die PSA-Finanzchef Jean-Baptiste de Chatillon für den Schritt lieferte, dient nicht eben der Beruhigung: "Wir glauben, dass der europäische Automarkt noch lange unter der Baisse leiden wird."

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Genau auf den europäischen Automarkt hat sich PSA noch gestützt, als Konkurrenten wie Volkswagen längst die Expansion nach Asien und Südamerika suchten - dort auch eigene Produktionsstätten bauten. Die Auseinandersetzung mit den Gewerkschaften um die Argumentation, dass Werke im fernen Ausland auch die Arbeitsplätze zu Hause sichern helfen, ersparte man sich in Frankreich. Stattdessen galt PSA als Vorzeigeunternehmen, weil der Autobauer Wert auf "Made in France" legte. Noch heute wird fast die Hälfte der Fahrzeugpalette in Frankreich gefertigt. 59 Prozent der Verkäufe tätigt PSA in Europa. Das rächt sich, seit die europäische Schuldenkrise den Süden mit voller Wucht erreicht hat.

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Quelle: REUTERS

PSA verbrennt jeden Monat rund 200 Millionen Euro. Der Schuldenstand dürfte Analysten zu Folge zum Jahreswechsel drei Milliarden Euro betragen haben. Dass das 400 Millionen weniger waren als Ende 2011, war nur durch Verkäufe von Immobilienvermögen und von 75 Prozent der ertragsstarken Logistiktochter Gefco zu erreichen. Deshalb schießen die Vorschläge zur Sanierung seit Wochen ins Kraut. Budgetminister Jérôme Cahuzac sprach vorige Woche von einer möglichen Beteiligung durch den staatlichen Investmentfonds FSI, als sei das bereits ausgemachte Sache. "Dieses Unternehmen kann und darf nicht verschwinden", sagte der Minister und löste damit eine kleine Kursrally an der Börse aus. Zwar dementierte Premierminister Jean-Marc Ayrault umgehend.

Doch der Wortlaut schien so gewählt, als wolle man die Tür durchaus offen halten: Eine Staatsbeteiligung stehe nicht auf der Tagesordnung, sagte Ayrault. PSA habe nicht darum gebeten. "Ein Nein klingt anders", sagt ein Börsenhändler in Paris. In der Tat haben Vermögensverwalter weltweit die Papiere des französischen Autobauers ohne Sorge in ihren Portfolios. "Die französische Regierung wird PSA um jeden Preis retten", gibt einer die allgemein gültige Überzeugung wider. Schließlich hängt an Frankreichs Automobilindustrie jeder zehnte Arbeitsplatz des Landes.

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