Ermittlungen gegen Rechtsabteilung: GM soll Zündschloss-Skandal vertuscht haben

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Ermittlungen gegen Rechtsabteilung: GM soll Zündschloss-Skandal vertuscht haben

Die defekten Zündschlösser haben den Autobauer General Motors Milliarden an Entschädigungen gekostet. Auch der Ruf hat gelitten. Angeblich soll die Rechtsabteilung den Skandal lange vertuscht haben.

Der Opel-Mutter General Motors droht wegen des Skandals um defekte Zündschlösser weiterer Ärger: Wie das „Wall Street Journal“ am Donnerstagabend (Ortszeit) mit Bezug auf Insider berichtete, untersuchen US-Ermittler mögliche Vertuschungen der GM-Rechtsabteilung. Sollten Mitarbeiter Aufsehern Beweise vorenthalten haben, hätte dies die Rückrufe der mangelhaften Autos verzögern können.

General Motors: Chronologie der Zündschloss-Affäre

  • 15. Januar

    Die GM-Firmenveteranin Mary Barra wird Chefin. Sie ist die erste Frau, die einen Autokonzern führt.

  • 13. Februar

    GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

  • 25. Februar

    GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

  • 12. März

    Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten. Es gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein.

  • 29. März

    GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl alleine für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

  • 31. März und 2. April

    Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der defekten Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

  • 10. April

    Es kommt zu ersten personellen Konsequenzen. Zwei Ingenieure werden beurlaubt. Es folgt eine Neuaufstellung der Entwicklungsabteilung. Mehrere Manager gehen.

  • 24. April

    GM erleidet einen Gewinneinbruch, nachdem sich die veranschlagten Kosten für die Reparaturen im ersten Quartal auf 1,3 Milliarden Dollar summiert hatten.

  • 16. Mai

    General Motors muss 35 Millionen Dollar an Strafe zahlen. Die Verkehrssicherheitsbehörde sieht es als erwiesen an, dass der Autobauer sie zu spät über die Zündschloss-Probleme informiert hat.

  • 5. Juni

    GM legt einen Untersuchungsbericht vor, der zahlreiche Schlampereien auflistet. 15 Mitarbeiter werden gefeuert. Barra verneint aber eine bewusste Vertuschung der Fehler. Opfer sollen entschädigt werden.

  • 13. Juni

    GM warnt vor Zündschloss-Problemen bei einer halben Million weiterer Wagen.

  • 16. Juni

    GM ruft 3,4 Millionen Limousinen wegen problematischer Zündschlösser in die Werkstätten. Nun sind 20 Millionen Wagen insgesamt von 44 Rückrufen betroffen. Die veranschlagten Kosten klettern auf 2 Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro).

Wegen des Debakels mit den Zündschlössern, die bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen können, musste GM Millionen Wagen zurückrufen.

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Das Unternehmen selbst geht davon aus, dass der jahrelang ignorierte Defekt zu Unfällen mit 13 Toten geführt hat. Andere Schätzungen liegen höher.

Im „Wall Street Journal“ heißt es, die Untersuchung sei noch am Anfang und könne durchaus auch ohne Konsequenzen für GM bleiben. Ein Sprecher des Autokonzerns sagte, man kooperiere mit den Ermittlern.

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