Ernst & Young-Ranking: Deutschland ist weltweit führender Autostandort

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Ernst & Young-Ranking: Deutschland ist weltweit führender Autostandort

Die europäische Autobranche will trotz Absatzkrise ihre Produktionskapazitäten erhöhen, so eine aktuelle Studie. Dabei leidet sie stark unter der Krise. Deutschland macht im weltweiten Standort-Ranking trotzdem den ersten Platz.

Europas Absatzkrise wird den Autobauern auch 2013 stark zu schaffen machen. Das zeichnet sich in einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young ab. Europäische Automobilmanager rechnen damit, dass die Pkw-Verkäufe auch dieses Jahr zurückgehen werden, heißt es in der „Ernst & Young European Automotive Survey 2013“. Zwei Prozent Neuwagen sollen in Europa nach einem Rückgang von acht Prozent im Vorjahr nun 2013 weniger verkauft werden, so die Aussichten der Manager. Für die Studie wurden 300 Unternehmen aus der europäischen Automobilbranche befragt.

Trotz negativer Aussichten für den Großteil des europäischen Markts kann sich ein Automobilstandort aber weiterhin nicht nur behaupten, sondern wird laut Studie auch kaum zu leiden haben: Deutschland. Unter europäischen Automanagern gilt die Bundesrepublik als der mit Abstand führende Automobilstandort weltweit. In den Kategorien Innovationskraft, Produktqualität und Produktivität führt sie das Länderranking deutlich an.

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Top-Standorte Produktqualität

  • Platz 1: Deutschland

    Für die europäischen Automanager ist Deutschland der wettbewerbsfähigste Automobilstandort hinsichtlich der Produktionsqualität. Über die Hälfte der Befragten sagen, dass Deutschland "sehr wettbewerbsfähig sei" und 37 Prozent sprechen von "eher wettbewerbsfähig". Damit belegt die Bundesrepublik mit Abstand den ersten Platz.

  • Platz 2: Japan

    Über die Hälfte der europäischen Automanager schätzen Japan als wettbewerbsfähigen Automobilstandort ein. Jeder vierte Befragte bezeichnet Japans Produktqualität sogar als "sehr wettbewerbsfähig".

  • Platz 3: Schweden

    Mit einem Zuwachs von 14 Prozentpunkten im Vergleich zu den Ergebnissen von 2011 landet Schweden dieses Jahr auf dem dritten Platz des Produktqualitäts-Rankings. 43 Prozent der befragten Automanager bewerten Schweden als "eher wettbewerbsfähig". Immerhin jeder Fünfte geht sogar davon aus, dass das Land als Automobilstandort in diesem Jahr "sehr wettbewerbsfähig" sei.

  • Platz 4: Südkorea

    Südkorea zählt im Standortranking 2013 als einer der Gewinner schlechthin. In zahlreichen Kategorien waren Europas Automanager für das Land deutlich optimistischer. Mit einem Plus von 22 Prozentpunkten gilt Südkorea in der Kategorie Produktqualität für 61 Prozent der Befragten als wettbewerbsfähig und belegt damit den vierten Rang.

  • Platz 5: USA

    Die Vereinigten Staaten konnten dieses Jahr 60 Prozent der befragten Automanager Europas von ihrem Standort hinsichtlich der Produktqualität überzeugen. Etwas weniger als die Hälfte (47 Prozent) schätzen den Standort USA als "eher wettbewerbsfähig" ein. 13 Prozent sprechen davon, dass er "sehr wettbewerbsfähig" sei. 2011 lag der Gesamtwert noch um elf Prozentpunkte niedriger.

Die deutsche Autobranche profitiere von ihrer globalen Aufstellung und ihrer starken Stellung im Premiumsegment, das bislang weniger stark von der Absatzkrise in Europa betroffen sei, so Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young. „Deutschland ist in puncto Innovationskraft und Qualität nach wie vor weltweit führend“, kommentiert Fuß. „Und für ein Premiumprodukt lassen sich auch Premiumpreise durchsetzen. Allerdings dürfen trotzdem die Kosten nicht aus dem Ruder laufen.“ Denn einzig bei den Produktionskosten verliert Deutschland aus Sicht der Branche deutlich an Attraktivität und fällt im Vergleich zu 2011 vom ersten auf den elften Platz zurück.

Zu viel Sparkurs gefährdet Wachstum

Trotz der schwachen Entwicklung in weiten Teilen Europas ist die Geschäftslage in der deutschen Autobranche derzeit relativ gut: 45 Prozent der befragten Automanager sprechen von einer aktuell guten Geschäftslage. Europaweit gilt das im Vergleich nur für jedes dritte Unternehmen.

Trotzdem warnt Fuß auch hier vor den Folgen des kriselnden westeuropäischen Absatzmarktes: „Angesichts des Sparkurses, den immer mehr deutsche Unternehmen fahren, ist ein Zuwachs bei den für den deutschen Markt so wichtigen gewerblichen Zulassungen unrealistisch. Auch Deutschland wird in diesem Jahr trotz guter Verbraucherstimmung bestenfalls stabil bleiben.“ Denn die Absatzmarkt-Krise dürfte sich 2013 fortsetzen: 43 Prozent der befragten Automanager gehen von weiter sinkenden Verkaufszahlen aus und nur ein Viertel spricht von einer Erholung des Marktes. „Die Konjunkturkrise in Südeuropa ist noch lange nicht ausgestanden – es wird Jahre dauern, bis wir in diesen Märkten wieder deutliches Wachstum sehen werden“, so Fuß.

Top-Standorte Innovationskraft

  • Platz 1: Deutschland

    Die Werte haben sich im Vergleich zu 2011 kaum verändert: Während vor zwei Jahren 79 Prozent der Automanager den Automobilstandort Deutschland hinsichtlich seiner Innovationskraft für wettbewerbsfähig hielten, sind es heute 81 Prozent. Damit haben sich die Erwartungen gegenüber des deutschen Standorts zwar kaum verändern, die Konkurrenz ist aber trotzdem weiterhin abgeschlagen. Satte 44 Prozent der Befragten schätzen die deutsche Innovationskraft übrigens auch als "sehr wettbewerbsfähig" ein.

  • Platz 2: Japan

    Mit einem Zuwachs von sechs Prozentpunkten seit 2011 landet Japan in der Kategorie Innovationskraft auf dem zweiten Rang. 65 Prozent der befragten Automanager halten das asiatische Land für wettbewerbsfähig. 24 Prozent schätzen Japan sogar als "sehr wettbewerbsfähig" ein.

  • Platz 3: Südkorea

    Satte 61 Prozent der europäischen Befragten bescheinigen Südkorea eine hohe Wettbewerbsfähigkeit in der Kategorie Innovationskraft. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 40 Prozent. Jeder Fünfte spricht davon, dass Land sei sogar "sehr wettbewerbsfähig". Dafür gibt es im Ländervergleich Rang drei.

  • Platz 4: China

    Für China sind die europäischen Autobauer geteilter Meinung: Gerade einmal die Hälfte der Befragten bezeichnet die Innovationskraft des chinesischen Autostandorts als wettbewerbsfähig. Die andere Hälfte widerspricht dem. Dafür sind aber 18 Prozent sogar der Meinung, dass China sogar "sehr wettbewerbsfähig" sei. Im Gesamtvergleich gibt es dafür den vierten Platz.

  • Platz 5: USA

    56 Prozent der Automanager sind der Meinung, dass die Vereinigten Staaten als Automobilstandort 2013 in Sachen Produktqualität wettbewerbsfähig sind. 13 Prozent schätzen den Standort als "sehr wettbewerbsfähig" ein. Im Vergleich zu 2011 entspricht das einem Zuwachs von sieben Prozent. Damals hielten etwas weniger als die Hälfte der Automanager die USA für einen wettbewerbsfähigen Standort in der Kategorie Innovationskraft.

Nach Einschätzung des Experten haben die deutschen Unternehmen aber inzwischen die Reißleine gezogen: „Derzeit treten die Unternehmen heftig auf die Kostenbremse. Dabei kommt alles auf den Prüfstand.“ Vor allem dürfte vorerst kein weiterer Beschäftigungsaufbau stattfinden, so Fuß. Im Gegenteil: „Die Unternehmen setzen den Rotstift an und verschlanken sich, um sich gegen eine Verschlechterung des Umfelds zu wappnen und die Marge zu optimieren.“

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