Etablierte Autobauer unter Druck: Kampf der Karossen in Brasilien

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Etablierte Autobauer unter Druck: Kampf der Karossen in Brasilien

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Arbeiten in Anchieta - Das größte VW-Werk der Südhalbkugel baut den Fox.

von Alexander Busch

Asiatische Hersteller drängen nach Brasilien, den bald drittgrößten Automarkt weltweit. Die dort etablierten Autobauer geraten unter Druck - allen voran Volkswagen.

Eine der erfolgreichsten deutsch-brasilianischen Erfindungen kam eher stockend in Gang: Die Flex-Fuel Antriebstechnik, mit der Motoren bei jedem Mischungsverhältnis aus Benzin und Ethanol betrieben werden können. "Wir hatten die Technologie schon Anfang der Neunzigerjahre in der Schublade", sagt Besaliel Soares Botelho, Präsident von Bosch im brasilianischen Campinas. "Doch die Autokonzerne interessierten sich nicht dafür." Diese setzen die neue Technik in der Massenproduktion erst seit 2003 ein - nachdem die Zuckerfabriken in den Destillen immer mehr Ethanol produzierten und die flächendeckende Versorgung mit dem Biotreibstoff gesichert war.

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Inzwischen werden 95 Prozent aller brasilianischen Neuwagen mit der Flex-Fuel-Technik ausgestattet. Heute könnten es sich die Autokonzerne in Brasilien gar nicht mehr leisten, technische Neuerungen so lange zurückzuhalten. Denn der Technologietransfer nach Brasilien und die Entwicklung in Brasilien selbst sind heute zu strategischen Instrumenten der Branche geworden: Die Regierung fördert Autobauer, die in Brasilien entwickeln und forschen, mit hohen Steuernachlässen.

Ziel der Aktion: Die ausländischen Kraftfahrzeughersteller sollen weniger Autos und Lkws aus ihren Mutterhäusern nach Brasilien exportieren oder dort aus importierten Teilen zusammenschrauben. Vielmehr sollen die Autobauer in Brasilien Arbeitsplätze schaffen und eine starke Zuliefererindustrie hochziehen. Zudem sollen sie für den Wissenstransfer aus den Mutterhäusern sorgen, um die eigene Entwicklung in Brasilien voranzutreiben.

Dazu erhöhte die Regierung Ende des vergangenen Jahres die Steuern für Pkws auf 30 Prozent. Auch ausländische Fahrzeughersteller, die schon teilweise in Brasilien produzieren, aber nicht auf einen lokalen Fertigungsanteil (Local Content) von 65 Prozent kommen, müssen diese Steuer bezahlen. Bei der Berechnung des Local Content wollen die Behörden künftig nur Auto- und Motorenteile berücksichtigen - und nicht wie bisher üblich auch Marketing- oder Personalkosten.

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Die brasilianische Regierung belohnt jedoch Pkw-Hersteller mit Steuerreduzierungen, die ihre Flotten mit spritsparenden Technologien ausstatten und alternative Antriebsarten für den Markt entwickeln. Davon profitieren vor allem die in Brasilien stark vertretenen deutschen Fahrzeughersteller. Das meistverkaufte Modell in Brasilien ist der Gol von Volkswagen - brasilianisch für Tor im Fußball. VW hat den Gol in Brasilien entwickelt. Den Käfer-Nachfolger gibt es nun seit 32 Jahren, inzwischen in der sechsten Generation.

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