ThemaElektroautos

Evi-Index: Große Aufholjagd

von Martin Seiwert

Deutschland steigt in den nächsten fünf Jahren zum zweitwichtigsten Elektroauto-Produzenten auf.

Pünktlich zur IAA sorgt der Elektroauto-Index Evi von WirtschaftsWoche und McKinsey für eine Überraschung: Deutschland wird in den kommenden fünf Jahren zum zweitwichtigsten Produzenten für Elektroautos aufsteigen. Rund 370.000 Elektroautos werden 2018 in Deutschland vom Band laufen, so die Evi-Prognose. Nur Japan wird mit 950.000 Elektroautos noch dominanter sein. Die derzeit noch starken Elektroauto-Nationen USA (268.000) und Frankreich (74.000) dagegen werden als E-Auto-Hersteller allmählich ins Hintertreffen geraten.

Welche Länder bei der Elektromobilität führen Quelle: McKinsey

Welche Länder bei der Elektromobilität führen (Klicken Sie für eine detaillierte Ansicht bitte auf die Grafik)

Bild: McKinsey

Deutschland profitiert dabei nicht nur von der Stärke der eigenen Autoindustrie sondern von einer Entscheidung des japanischen Branchenprimus Toyota: Der Hersteller will das Elektroauto Prius Plug-in Hybrid nicht wie geplant in den USA produzieren, sondern in Japan – offenbar im Vertrauen auf einen schwachen Yen, der beim Export des Autos helfen soll. Das wird die USA rund 200.000 Fahrzeuge kosten.

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Im Evi-Gesamtranking, das neben der Produktion auch den Absatz von E-Mobilen erfasst, kann Frankreich dagegen Boden gutmachen, weil das Elektroauto-Modell Zoe von Renault gut ankommt und sich besser verkauft als mancher konventionelle Kleinwagen. Die USA verlieren wegen des Abzugs der Prius-Plug-in-Produktion, Deutschland und Japan bleiben fast unverändert auf den Plätzen eins und drei.

Anders als in Deutschland werden in den USA bereits im großen Stil Elektroautos verkauft. Rund 100.000 Stromer sind bereits auf US-Straßen unterwegs – eine Verdopplung in weniger als einem Jahr. In Deutschland gibt es nur rund 10.000 E-Mobile.

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Die Entwicklung in den USA bestätigt frühere Evi-Prognosen. McKinsey-Autoexperte Christian Malorny: „Die vergleichsweise hohen Verkaufszahlen des Tesla Model S und des Nissan Leaf in einem frühen Marktstadium in den USA bestätigen eine frühe Prognose von McKinsey: Elektroautos verkaufen sich dann gut, wenn sie klar positioniert sind – entweder als reinrassiges Premiumprodukt wie im Fall des Tesla oder als kostengünstiges Modell, das die niedrigen Betriebskosten von Elektroautos voll ausspielt.“ Offenbar wünschten sich die Kunden Elektroautos mit einem eigenständigen Konzept und Design, sagt Malorny. Der Tesla Model S und der Nissan Leaf seien speziell als Elektroautos konzipierte und designte Autos. Das honorierten die Kunden, sie würden zu Trendsettern.

Die Erkenntnis wirft Fragen über die E-Auto-Strategie deutscher Hersteller auf. Während BMW mit seinen elektrischen Karbonautos i3 und i8 auf ein eigenständiges Konzept und Design setzt, versuchen es Daimler (Smart) und VW (Golf und Up!) mit bereits bekannten Modellen, die optisch kaum als Elektroautos zu erkennen sind. „Wir gehen davon aus, dass die ersten Elektroauto-Käufer in Deutschland Autos vorziehen, die man sofort als E-Modelle erkennt“, sagt Malorny: „Elektroautos eignen sich durchaus als Statussymbol, aber dafür muss man sie als solche erkennen.“

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