Ex-BMW-Vorstand Göschel: Autohersteller sollten sich vor Apple und Google hüten

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Erste Kooperationen zwischen Apple und Mercedes: auf dem Navigationsdisplay wird die Apple CarPlay Software angezeigt

von Franz W. Rother

Die Autohersteller sollten aufpassen, wichtige Kompetenzen im Automobil nicht an IT-Firmen wie Apple und Google zu verlieren.

Wer sich IT-Unternehmen wie Apple oder Google an Bord hole, könnte erhebliche Probleme beim Markenmanagement bekommen, warnt der frühere BMW-Vorstand und Magna-Manager Burkhard Göschel in einem Gespräch mit der WirtschaftsWoche. Die Autohersteller verkündeten derzeit noch freudig die Kooperationen den IT-Firmen. „Die Freude könnte ihnen bald vergehen“, so Göschel. „Denn diese Kooperationen sind mit Risiken behaftet, von denen sich einige Autohersteller vermutlich noch keine Vorstellung machen.“
„Gegen die Entwicklungsgeschwindigkeit dieser Internetfirmen und deren Power ist schwer anzukommen. Diese werden ihre Datenmacht nutzen und darauf viele neue Geschäftsmodelle aufbauen.“ Die Daten, die vernetzte Autos produzieren, seien hoch interessant und der wahre Grund, warum sich Apple und Google plötzlich so fürs Auto interessieren: „Nicht, weil sie Autos bauen wollen, sondern weil sie ganz andere Geschäfte wittern.“ Deshalb rät Göschel den Herstellern, bei diesen Kooperationen nicht nur aufzupassen, sondern das „Markenmanagement zu optimieren, damit der Käufer auch in Zukunft weiß, warum er Fahrzeuge einer bestimmten Marke bevorzugt“.

Moderne Cockpits Warum wir bald mehr mit unserem Auto sprechen werden

Navigation, Telefonie, Nachrichten, Soziale Medien - was auf den kleinen mobilen Helfern geht, wollen immer mehr Kunden auch im Auto nutzen können. Eine Herausforderung für die Autobauer.

Quelle: Presse

Elektroziel der Bundesregierung unerreichbar

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Keine Chance gibt der Automanager Burkhard Göschel dem Ziel der Bundesregierung, bis 2020 rund eine Millionen Elektroautos in Deutschland auf die Straße zu bringen. „Ich hätte dieses Ziel nie ausgegeben. Es geht bei einem solch fundamentalen Wandel in der Mobilität nicht um Volumen, sondern erst einmal darum, dass man die ersten Schritte geht“, so Göschel im Interview mit der WirtschaftsWoche. Es geht erst einmal darum, Vertrauen in die neue Technik zu schaffen. „Erst dann kann man an größere Stückzahlen denken. Mit dem Elektroauto wird´s nicht schnell gehen. Insofern sehe ich im Jahr 2020 keine eine Million Elektroautos, sondern eine deutlich niedrigere Stückzahl.“

Aber das Elektroauto werde seinen Durchbruch erleben, wenn die Batterietechnik leistungsfähig genug und noch günstiger werde. „Im Jahr 2020 dürfte die Batterie noch die Hälfte des Preises von 2012 kosten“, glaubt der frühere BMW- und Magna-Manager. „2010 standen wir bei einem Preis von 600 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität. Jetzt geht es in Richtung 300 Euro. Und es geht sicher weiter abwärts.“

Gefahren für die heimische Autoindustrie sieht Göschel in den strengen Emissionswerten der EU, die deutlich unter denen der USA liegen. „Ich mache mir große Sorgen, wenn wir in Europa auch im neuen Fahrzyklus auf die 95 Gramm CO2 kommen müssen. Denn dann entfernen wir uns sehr weit von den moderateren Zielwerten der Amerikaner“, warnt Göschel. „Die Folge wären weitreichend: Für Europa müssten andere Fahrzeuge gebaut werden als für die USA, die Produktionen entsprechend angepasst oder gleich nach Übersee verlagert werden“, fürchtet Göschel, der heute an der TU in Graz lehrt. „Rechnet man das US-Verfahren um, liegt der strengste Grenzwert für 2020 bei etwa 120 Gramm CO2 .pro Kilometer.“

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