Extrem leistungsfähig: Deutsche Autobauer ein Vorbild für Europa

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Extrem leistungsfähig: Deutsche Autobauer ein Vorbild für Europa

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BMW-Werk in Dingolfing: In Krisenzeiten kann der Münchener Autohersteller die Produktion um 30 Prozent herunterfahren, ohne in die roten Zahlen zu rutschen.

von Martin Seiwert

Während die Autobauer Westeuropas ein Drittel ihrer Kapazitäten nach Osten verlagert haben, konnte Deutschland die Produktion sogar erhöhen.

Deutschland ist das einzige Land in Westeuropa, in dem die Autoindustrie im vergangenen Jahrzehnt die Produktion ausgeweitet hat. In allen anderen westeuropäischen Staaten sank die Zahl der gebauten Autos um durchschnittlich ein Drittel. Die Jobs wanderten nach Osteuropa. Dort stieg die Produktion um durchschnittlich 180 Prozent (siehe Grafik in der linken Spalte). Dies geht aus einer Studie des Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach hervor, die der WirtschaftsWoche exklusiv vorliegt.

Gesamtproduktion EU-20
200117,96 Millionen Fahrzeuge
200718,5 Millionen Fahrzeuge
201116,85 Millionen Fahrzeuge
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„Deutschland erscheint in Europa wie eine Insel der Glückseligen“, sagt Stefan Bratzel, Direktor des CAM und Professor für Automobilwirtschaft. „Die Alleinstellung erklärt sich durch die höhere Leistungsfähigkeit unserer Hersteller Volkswagen, BMW und Daimler“, begründet Bratzel den Trend. Ebenso wichtig sei, dass Hersteller und Gewerkschaften in Deutschland Wege gefunden hätten, „wie die Unternehmen ihre Produktion flexibel an Schwankungen anpassen können und das Lohnniveau auf einem für die Hersteller erträglichen Niveau blieb.“

Autokonzerne Fünf Hersteller produzieren die Hälfte der Autos

Einer aus den USA, jeweils zwei aus Europa und Asien: Fünf Autokonzerne stellen weltweit die Hälfte aller Neuwagen her. In den kommenden Jahren kämpfen die ersten drei Herstellern um den ersten Platz.

Auf Platz eins: Der japanische Hersteller Toyota konnte die Zahl der hergestellten Wagen um 28 Prozent steigern. Quelle: dpa

Vorbildlich ist für Bratzel dabei BMW-Chef Norbert Reithofer. Zusammen mit den Betriebsräten sei es ihm gelungen, „die ohnehin schon hohe Flexibilität des Konzerns noch zu steigern, obwohl die Zahl der Zeitarbeiter reduziert wird.“ BMW wird den Anteil der Zeitarbeitskräfte an der Belegschaft von zurzeit rund 15 auf 8 Prozent senken . Dank größerer Arbeitszeitkonten, gezielterem Einsatz von Leiharbeitern, flexibleren Erfolgsbeteiligungen und durch Kurzarbeit könne BMW die Produktion in Krisenzeiten um 30 Prozent herunterfahren, ohne in die roten Zahlen zu rutschen, sagt BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch.

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Daimler und Volkswagen sind nicht ganz so flexibel. Insgesamt können die deutschen Autobauer nach Schätzungen Bratzels „Umsatzeinbrüche von 20 Prozent rund ein Jahr lang gut wegstecken“. Ganz anders die europäischen Wettbewerber Renault, Peugeot-Citroën und Fiat, die viele Hausaufgaben nicht gemacht und mit Frankreich und Italien deutlich unattraktivere Standorte hätten.

In einem CAM-Ranking für das Jahr 2011, das Marktstärke, Ertrags- und Innovationskraft der größten Hersteller misst, landen die französischen Hersteller und Fiat auf den hinteren Plätzen, die deutschen besetzen dagegen die obersten Positionen. Dazwischen liegen die großen japanischen und amerikanischen Autohersteller. „Das wird“, prognostiziert Bratzel, „2012 nicht viel anders aussehen.“

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