Ferrari-Börsengang: Ferrari will mehr sein als ein schnöder Autobauer

Ferrari-Börsengang: Ferrari will mehr sein als ein schnöder Autobauer

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Ferrari wird bald alle Details um seinen Börsengang bekanntgeben.

von Tim Rahmann

Der italienische Sportwagenhersteller geht an die Börse – und verkauft sich als Luxusunternehmen. Ist Ferrari tatsächlich eher mit Prada vergleichbar als mit Daimler oder Porsche?

Ferrari ist Luxus. Diese Botschaft versucht der Sportwagenhersteller aus Maranello seit Wochen zu verbreiten. So auch im Börsenprospekt. Stolze 153 Mal taucht das Wort „Luxus“ in dem Infoblatt auf, mit dem die Italiener um Investoren werben. Der Grund ist einfach: Luxus hat seinen Preis. Auch an der Börse.

Fiat Chrysler will sich über die New York Stock Exchange von neun Prozent seiner Ferrari-Anteile trennen. Zwischen 48 und 52 US-Dollar soll eine Aktie kosten, der für diese Woche erwartete IPO 893,1 Millionen Dollar einspielen. Für Ferrari ergäbe sich daraus ein Unternehmenswert von fast zehn Milliarden US-Dollar – 22 Mal so viel wie die Traditionsmarke 2014 an Gewinn vor Zinsen und Steuern einfuhr. Zum Vergleich: Daimler, BMW und Audi werden an der Börse nicht mal mit dem Zehnfachen ihres operativen Ergebnisses bewertet. Trotzdem stehen die Investoren für Ferrari Schlange, laut Insidern ist der Börsengang bis zu zehnfach überzeichnet.

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Ferrari ist nicht einfach nur ein Autobauer

Für Sergio Marchionne, Ferrari-Präsident und Fiat-Chrysler-Chef, ist die Sonderstellung gerechtfertigt. Ferrari als Autobauer zu bezeichnen sei „falsch“, das Unternehmen „mache etwas anderes“ und sei eher mit den Luxusherstellern Prada oder Hermès vergleichbar, die ähnlich hohe Börsenbewertungen haben.

Wahr ist: Ferrari kann – ähnlich wie die Edelmarken – seine Preise durchdrücken. Das Geschäft ist kaum konjunkturabhängig und die Kunden sind zahlungskräftig und -willig. 7255 Autos haben die Italiener im vergangenen Jahr verkauft und damit 265 Millionen Euro Gewinn machen.

Während Prada und Hermès geringe Produktionskosten haben, eine breite Produktpalette besitzen und auf allen wichtigen Märkten vertreten sind, schlägt sich Ferrari mit den typischen Problemen der internationalen Autobauer herum. Die Kosten für Technik und Entwicklung sind enorm, die Konkurrenz ist groß und die Erschließung neuer Märkte schwierig. Insbesondere in China und Japan gibt es hohe Hürden für den Autoexport, die Politik ist oft eher Gegner denn Freund ausländischer Hersteller. Während sich Konkurrenten wie Aston Martin oder Porsche schon längst durch das Geflecht von persönlichen Beziehungen und Vorschriften in China gekämpft haben, muss Ferrari hier noch aufs Gaspedal drücken.

„Anders als in Europa ist für die potenziellen Kunden in China und auch im Mittleren Osten Ferrari keine Herzensangelegenheit“, sagt Ed Kim, Vizepräsident des Beratungs- und Marktforschungsunternehmen „Auto Pacific“ im Gespräch mit WirtschaftsWoche Online. „Die Konkurrenz dort ist groß. Ferrari fällt es schwer, zu punkten.“ Die Italiener hätten hier noch viel Arbeit vor sich und müssten sich „besser vorbereiten“, um Marktanteile zu gewinnen, so Kim.

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