Fiat steigert Abgase statt zu reduzieren: Jaguar und Porsche pusten das meiste CO2 in die Luft

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Fiat steigert Abgase statt zu reduzieren: Jaguar und Porsche pusten das meiste CO2 in die Luft

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BMW und Mercedes-Benz konnten ihre Abgas-Werte um 12 und 18 Prozent reduzieren. Volvo sogar um 23 Prozent. Erstaunliche Ausnahme: Fiat steigerte den Ausstoß um 5 Prozent, statt ihn zu senken.

Für die Autohersteller wird es immer schwieriger, die Abgasziele der EU zu erreichen. Nach einer Studie des Center of Automotive Management muss die Autoindustrie noch mehr auf E-Autos setzen. Aber wer will die kaufen?

Bis 2020 sollen die Fahrzeugflotten der Autobauer im Schnitt nicht mehr als 95 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer in die Atmosphäre pusten. So lautet die Vorgabe der europäischen Kommission. Ein ehrgeiziges Ziel, dass die Hersteller mit aller Tricks und Kniffen zu erreichen versuchen. Das CAM Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach hat die Fortschritte der globalen Hersteller unter die Lupe genommen.

Fazit: Zwischen 2009 und 2014 ist der CO2-Ausstoß quer über alle Hersteller hinweg um 12,8 Prozent auf jetzt 134,5 g CO2/100 km gesunken. Allerdings flacht sich die Reduzierungskurve deutlich ab. Trotz der vielen Innovationen, mit denen die Autobauer die Werte zu erreichen versuchen. Im ersten Halbjahr 2014 konnte der CO2-Ausstoss nur noch um 2,3 Prozent reduziert werden, während im Vorjahreszeitraum 2013 das Minus noch bei 3,8 Prozent lag.

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Ein riesiger Spagat für die Hersteller

Studienleiter Stefan Bratzel: "Im Bereich der konventionellen Optimierung liegen zwar noch einige Reduzierungspotentiale. Die notwendigen hohen CO2-Einsparungen sind jedoch zunehmend nur durch eine breite Elektrifizierung der Fahrzeugflotten erreichbar. " Die Hersteller stünden am Scheideweg. Die Erfüllung der Klimaziele wird immer mühsamer und teurer, da der Grenznutzen der Optimierung von konventionellen Benzin- und Dieselmotoren sinkt. "Auf der anderen Seite sind alternative Antriebstechnologien, vor allem die Elektrifizierung, bei vielen Herstellern im Vergleich zu herkömmlichen Antriebstechnologien meist noch teurer und teilweise erst in Ansätzen verfügbar."

Außerdem nehmen die Kunden Elektroautos wegen ihrem hohem Preis bei vergleichsweise geringer Reichweite kaum an. Die Akzeptanz wird erst dann steigen, wenn das Reichweitenproblem gelöst ist und die Autos günstiger werden. Bratzel: "Für die Hersteller bedeutet das die Quadratur des Kreises: Antriebsinnovationen mit hohen Kosten für die Entwicklung vorantreiben und gleichzeitig die Kosten und Endkundenpreise für die umweltschonende Antriebe senken. Nicht allen Herstellern wird dieser Spagat gelingen."

Sportwagenbauer die größten CO2-Sünder
Die vorläufige CO2-Bilanz der Premiumhersteller in Deutschland zeigt ein gemischtes Bild. Die höchsten CO2-Werte weisen Porsche und Jaguar mit 201g CO2/km und 183 g CO2/km auf. Sie können die CO2-Emissionen zwischen 2009 und 2014 um 22 und 15 Prozent reduzieren. Allerdings sinkt seit 2012 jedoch die Verminderungsrate, wobei sich bei Jaguar im ersten Halbjahr sogar die CO2-Bilanz wieder deutlich verschlechtert.

Die hohen EU-Klimaziele von 95 g/CO2 (EU) und die in der Diskussion stehenden weiteren Verschärfungen setzen die Hersteller unter enormen Veränderungsdruck und verlangen technologische und kostenmäßige Quantensprünge.

Deutsche Autobauer
Die zulassungsstarken Marken BMW/Mini, Mercedes-Benz/Smart und Audi sowie Volvo weisen mittlerweile CO2-Werte von deutlich unter 140 g aus.

- BMW (inklusive Mini): 137,3 g CO2/km (-12 %)

- Mercedes-Benz (inklusive Smart, ohne Vans/Wohnmobile): 137,4 g CO2/km (-18%)

- Audi: 139,5 g (- 15 %)

- Volkswagen: 132,4 Gramm (-1,1 %)

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Besonders positiv hat sich Volvo mit einer Reduzierung von 23 Prozent und nunmehr 138 g CO2/km entwickelt. Lexus liegt in Deutschland sogar bei nur 128,5 g. BMW und vor allem Mercedes profitieren dabei von ihren kleinen Töchtern Mini und Smart: Während die geringeren CO2-Emissionen von Mini (130,9 g/km CO2) für den BMW Gesamtkonzern um knapp ein Gramm geringer ausfallen, reduziert sich bei Mercedes der CO2-Ausstoß dank Smart (96,4 g/km CO2) um hohe 4,2 Gramm.

Internationale Volumenhersteller
Bei den Volumenmarken ist das Emissionsniveau noch einmal spürbar niedriger:

Platz 1: Toyota (inklusive Lexus): 118,7 g/km CO2,

Platz 2: Peugeot: 122,2 g/km CO2,

Platz 3: Renault (inklusive Dacia): 123,6 g/km CO2,

Platz 4: Ford: 128,9 g/km CO2,

Die höchsten Rückgänge seit 2009 verbuchen Renault inklusive der rumänischen Tochter Dacia mit 20 Prozent sowie Peugeot und Volkswagen mit 15 Prozent. Während sich im Jahr 2014 bei den Franzosen (Peugeot:-2,5;
Bei Hyundai und Fiat erhöhten sich im Jahresverlauf sogar die CO2-Emissionen.

Fiat erhöht statt zu verringern

Dabei sticht insbesondere Fiat mit einer Steigerung von 5,2 Prozent gegenüber dem Gesamtjahr 2013 hervor. Auch in den letzten Jahren zeigt der Trend bei Fiat eher nach oben, was das grundsätzliche Ziel zur Senkung der CO2-Emissionen konterkariert und die Erfüllung der immer strenger werdenden EU-Vorgaben zunehmend schwierig erscheinen lässt.

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