FiatChrysler will mit GM fusionieren: Sergio Marchionne fürchtet das Mittelmaß

FiatChrysler will mit GM fusionieren: Sergio Marchionne fürchtet das Mittelmaß

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Sergie Marchionne gibt das Werben um eine Zusammenarbeit mit GM nicht auf.

Schon vor Monaten hat General Motors den Fusionsplänen von FiatChrysler-Chef Sergio Marchionne eine Absage erteilt. Dieser lässt aber nicht locker: Es sei "verantwortungslos, einen Partner nicht zu drängen".

Aufgeben ist nicht die Sache von Sergio Marchionne. Und graues Mittelmaß auch nicht. An seiner Idee, den von ihm geführten Autobauer FiatChrysler Automobiles (FCA) mit dem Konkurrenten General Motors zu fusionieren, hält der italo-kanadische Automanager trotz Absage verbissen fest – und erhöht in einem Interview sogar noch den Druck.

Der Branchenzeitung "Automotive News" sagte Marchionne: "Es wäre verantwortungslos, einen Partner nicht zu drängen." Der FCA-Chef hat eigenen Angaben zufolge die finanziellen Folgen einer Fusion beider Autokonzerne berechnet. Das Ergebnis sei so ausgefallen, "dass mein Vorstand keine andere Wahl hatte, als Druck auf GM zur Aufnahme von Verhandlungen auszuüben."

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Dabei, betonte er, gehe es weniger ums langfristige Überleben des neue geformten italienisch-amerikanischen Autokonzerns, als vielmehr darum, eine starke globale Allianz zu schmieden. Ohne eine solche habe FCA eine Zukunft in "Mittelmäßigkeit" vor sich. Eine Vision, die dem selbstbewussten Marchionne gar nicht gefällt.

Fiat Das Ende eines Traditionsunternehmens

Sergio Marchionne verwandelt Fiat in den Wurmfortsatz einer seelenlosen italo-amerikanischen Holding – in der vagen Hoffnung, mit Alfa Romeo und Maserati vielleicht einmal zu VW oder BMW aufzuschließen.

Quelle: Bloomberg

Dieser Druck soll aber zu einer gemeinschaftlichen Fusion führen – und nicht zu einer feindlichen Übernahme. "Es gibt verschiedene Varianten einer Umarmung", sagte Marchionne. "Ich kann jemanden zärtlich umarmen, ich kann ihn hart umarmen. Es beginnt immer mit körperlichem Kontakt."

Marchionne will Volkswagen überflügeln

Für den umtriebigen Manager geht es nicht um kleine Verbesserungen der Marge, sondern um große Änderungen in der Leistungsfähigkeit – in die Regionen von Volkswagen. "Ich bin es durchgegangen, Produkt für Produkt, Werk für Werk, Region für Region, und habe alles analysiert." Die potenziellen Gewinne sind seinen Berechnungen zufolge erheblich höher als die Summe der aktuellen Gewinne beider Konzerne.

Als operatives Ergebnis für den Gemeinschaftskonzern FCA-GM hat Marchionne nach eigenen Angaben 30 Milliarden US-Dollar, also rund 26,7 Milliarden Euro, errechnet. Das wären mehr als die 23 Milliarden Euro, die VW in seiner Bilanz als Ebitda für 2014 ausweist. Zwar sagte Marchionne weder, wie er im Detail auf diese Zahl gekommen ist, noch mit welchen Maßnahmen ein solches Ergebnis zu erreichen sei. Dennoch ist er von dem Vorhaben überzeugt: Die Logik seines Plans sei "unwiderlegbar".

Wie Fiat-Chrysler in Deutschland aufgestellt ist

  • Fiat

    2010: 78.190 Neuzulassungen
    2011: 80.125 Neuzulassungen
    2012: 72.755 Neuzulassungen
    2013: 67.753 Neuzulassungen
    2014: 68.103 Neuzulassungen

    Quelle: Kraftfartbundesamt KBA

  • Jeep

    2010: 2.296 Neuzulassungen
    2011: 3.992 Neuzulassungen
    2012: 6.614 Neuzulassungen
    2013: 6.899 Neuzulassungen
    2014: 10.268 Neuzulassungen

  • Alfa Romeo

    2010: 8.621 Neuzulassungen
    2011: 10.480 Neuzulassungen
    2012: 7.502 Neuzulassungen
    2013: 3.625 Neuzulassungen
    2014: 3.391 Neuzulassungen

  • Lancia

    2010: 1.463 Neuzulassungen
    2011: 2.334 Neuzulassungen
    2012: 2.979 Neuzulassungen
    2013: 2.979 Neuzulassungen
    2014: 1.262 Neuzulassungen

Wie bei seinem ersten Vorstoß vor einigen Monaten hält sich die Begeisterung in den Detroiter Chefetagen von General Motors in Grenzen. Die "Automotive News" zitiert einen Konzerninsider mit den Worten: "Warum sollten wir Fiat Chrysler retten?"

Die Stimmung bei Marchionne dürfte die erneute Absage nicht verbessern. Bereits die erste Reaktion von GM habe ihn enttäuscht: "Sie hören nicht zu. Der Kapitalmarkt wird nicht verstehen, warum sie die Diskussion verweigern. Sie könnten die Fusion ablehnen, aber nicht die Verhandlungen."

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