Ford: Autobauer muss Zulieferer Mitec Schadensersatz zahlen

Ford: Autobauer muss Zulieferer Mitec Schadensersatz zahlen

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Seit sechs Jahren im Clinch mit Ford: Mitec-Eigentümer Militzer

Zulieferer gegen Autobauer: Sechs Jahre dauert der Rechtsstreit zwischen der Thüringer Mitec AG und Ford bereits. Jetzt entschied das Oberlandesgericht Jena: Ford soll zahlen.

Der Autobauer Ford muss wegen weitergegebener Geschäftsgeheimnisse Schadenersatz an den Thüringer Zulieferer Mitec zahlen. Der Autobauer hafte dafür, dass Zeichnungen und Daten für ein Mitec-Teil zur Verringerung von Motorgeräuschen und Vibrationen an einen anderen Zulieferer gegangen seien, begründete das Oberlandesgericht Jena am Dienstag seine Entscheidung. Ford habe damit gegen die Pflicht verstoßen, Geschäftsgeheimnisse der Eisenacher Mitec AG zu wahren und nicht an Konkurrenten weiter zu geben. Rechte an den Zeichnungen des Mittelständlers habe Ford nicht erworben.

Ford will nach Angaben einer Sprecherin gegen die Entscheidung Rechtsmittel beim Bundesgerichtshof einlegen.

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Das Gericht wies die Berufung des Autokonzerns gegen ein Urteil des Landgerichts Meiningen von 2012 zurück. Es hatte Mitec - allerdings mit einer anderen Begründung - ebenfalls Schadenersatz zugesprochen. Das Oberlandesgericht stützte sich bei seiner Entscheidung auf Gutachten und Zeugenaussagen.

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Mitec-Eigentümer Militzer Quelle: Christoph Busse für WirtschaftsWoche

Nach der grundsätzlichen Entscheidung müsse die Höhe der Schadenersatz-Zahlungen im weiteren Verfahren noch geklärt werden, sagte ein Gerichtssprecher. Das hänge jedoch davon ab, ob das Urteil rechtskräftig wird.

Der Vorstandsvorsitzende der Mitec AG, Michael Militzer, sieht in dem Urteil ein Signal für die Zulieferindustrie. Es sei deutlich gemacht worden, dass das Know-how von Zulieferern nicht einfach weitergegeben werden könne, „um Kopien herstellen zu lassen, die billiger sind“.

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Mitec hatte dem Autohersteller vorgeworfen, Know-how kopiert beziehungsweise das veranlasst zu haben. Lieferanten von Ford in Japan und Mexiko würden die kopierten Systeme bis heute produzieren, sagte Militzer. „Wir werden jetzt klären, ob wir die Forderung von 20 Millionen Euro nicht wesentlich erhöhen“, sagte Militzer. Schließlich sei Mitecdurch das Kopieren der Teile in den vergangenen Jahren viel Umsatz entzogen worden.

Der Rechtsstreit mit Ford läuft seit etwa sechs Jahren. Allein drei Jahre hatte es über alle Instanzen gedauert, bis der Gerichtsstandort - Deutschland statt USA - festgelegt war.

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