Ford-Werke-Chef: "Hybridfahrzeuge haben die besten Perspektiven"

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InterviewFord-Werke-Chef: "Hybridfahrzeuge haben die besten Perspektiven"

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Ford-Chef Bernhard Mattes bewirbt den Focus Eletric in der breiten Öffentlichkeit nicht. "Wir versuchen stattdessen, über geeignete Kanäle Flottenbetreiber zu überzeugen, dass ein Elektroauto im innerstädtischen Einsatz eine gute Alternative zum diesel- oder benzingetriebenen Pkw ist."

von Franz W. Rother

Autofahrer zahlen lieber für mehr Komfort als für sparsamere Antriebe. Ford-Werke-Chef Mattes will daher noch mehr Individualisierung für den Fiesta anbieten. Den Focus Electric sieht er eher in gewerblichen Flotten als in Privatgaragen.

WirtschaftsWoche: Herr Mattes, Ford scheint in Europa gut ins neue Jahr zu kommen. Die Verkaufszahlen sind seit Jahresbeginn um fast 10 Prozent gestiegen. Ist die Absatzkrise damit beendet?

Bernhard Mattes: In unserer Prognose für 2014 hatten wir mit einer leichten Steigerung der Verkaufszahlen gerechnet. Die Zahlen für die beiden ersten Monate haben das bestätigt. Aber damit ist die Krise noch längst nicht vorbei. Denn der Gesamtmarkt liegt immer noch auf einem niedrigen Niveau: Im vergangenen Jahr wurden gerade mal 12 Millionen Pkw in Westeuropa abgesetzt – vor sechs Jahren waren es noch fast 18 Millionen. Das ist schon gewaltiger Rückgang. Aber in der Tat sehen wir nun eine gewisse Erholung auf fast allen Märkten.

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Und nun startet die Aufholjagd?

Wir sehen einen leicht positiven Trend, werden bei Ford aber weiterhin Vorsicht walten lassen und die Produktion stetig der Nachfrage anpassen.

Zur Person

  • Bernhard Mattes

    , 56, Sohn eines ehemaligen VW-Managers, startete seine Karriere nach dem Ökonomiestudium bei BMW, wechselte 1999 zu den deutschen Ford-Werken und stieg dort 2002 zum Chef auf.

Sonderschichten planen Sie nicht?

Wir nutzen auch die Flexibilität in der Produktion, um die Lieferzeiten nicht zu lang werden zu lassen. Das haben wir im vergangenen Jahr schon beim Ford Kuga gemacht.

Und dieses Jahr?

Wir haben kürzlich die Tagesproduktion beim Fiesta von 1650 Fahrzeuge auf 1760 erhöht, eine weitere Steigerung auf 1850 Ford Fiesta täglich steht noch im März an. Die Auftragsbestände sind zu Beginn des Frühjahrsgeschäfts ordentlich. Es gelingt uns auch, das Privatkundengeschäft zu forcieren, ohne an der Preisschraube zu drehen oder auf Tageszulassungen zu setzen. Wir nutzen dieses Mittel deutlich zurückhaltender als andere Hersteller. Das hilft, die Restwerte der Fahrzeuge hochzuhalten und die Profitabilität des Unternehmens und des Handels weiter zu verbessern.

Für die Profitabilität des Unternehmens ist vor allem der neue Mondeo wichtig. Wann kommt der auf den Markt?

Wir planen, nach den Sommerferien die Produktion in Valencia anlaufen zu lassen.

Eigentlich sollte sie schon vor zwei Jahren im belgischen Genk anlaufen. Dann entschied Ford, das Werk in Genk zu schließen. Gutes Management sieht anders aus.

Zu den Schließungen – neben Genk haben wir ja auch zwei Standorte in England schließen müssen – gab es wegen der erwähnten Absatzkrise in Europa leider keine Alternative: Wir haben so unsere Kapazitäten um 18 Prozent reduzieren können und die Auslastung der übrigen Standorte dadurch in einer Weise erhöht, dass wir bis zur Mitte der Dekade wieder profitabel sein können. Zumal wir durch die Maßnahmen zwischen 400 und 500 Millionen Euro an Fixkosten sparen.

Die Belegschaft in Belgien hat die Schließung erstaunlich friedlich hingenommen.

Wir haben in Genk auch eine vernünftige Auslaufplanung getroffen, die von der Belegschaft zu 100 Prozent eingehalten wird: Das Werk liefert wie vereinbart täglich 500 Autos in sehr guter Qualität.

Weitere Anpassungen der Kapazitäten in Europa sind nicht erforderlich?

Niemand weiß genau, wie sich die Nachfrage nach Autos langfristig entwickelt. Aber ich möchte hier nicht spekulieren. Grundsätzlich haben wir aber unsere Maßnahmen zur Restrukturierung und Kapazitätsanpassung nun umgesetzt. Jetzt geht es darum, die neuen Autos, die wir in der Pipeline haben, in den bestehenden Werken erfolgreich anlaufen lassen.

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