Frankreichs Autoindustrie: Das Prinzip Rotstift

Frankreichs Autoindustrie: Das Prinzip Rotstift

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Ein Citroen-Werk bei Paris. In Köln wird Ende März entschieden, welche Werke in Deutschland geschlossen werden sollen.

von Franz W. Rother und Gerhard Bläske

Frankreichs Autobauern geht es so schlecht wie nie zuvor. PSA Peugeot Citroën verschärft den Sparkurs und rettet sich in eine Allianz mit General Motors. Renault zehrt von der Allianz mit Nissan. Alleine sind beide Konzerne nicht mehr wettbewerbsfähig.

Auf der Facebook-Seite von Citroën Deutschland ist die Welt noch in Ordnung. „Freunde“ der französischen Automarke schwärmen auf der Pinnwand von der guten alten Ente und feiern den Elsässer Sébastien Loeb als Rallye-Weltmeister. Bei den 240 Beschäftigten der deutschen Citroën-Hauptverwaltung am Rhein hingegen herrscht große Verunsicherung: 85 Jahre nach der Inbetriebnahme eines Montagewerks im Kölner Süden wird dort nun über einen Restrukturierungsplan beratschlagt, der Hunderte Arbeitsplätze kosten könnte. Die Konzernmutter PSA in Paris will ihr Deutschland-Geschäft straffen und die Importeure von Peugeot und Citroën, die sich heute noch auf Saarbrücken, Köln und Frankfurt verteilen, an einem Fleck zusammenführen. Ende März, heißt es in Köln, werde entschieden, welche Standorte in Deutschland dichtgemacht werden: „Es zählt allein das Prinzip Rotstift.“

Frankreichs größtem und Europas zweitgrößtem Autohersteller hinter Volkswagen bleibt keine andere Wahl. Der Absatz ging im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent auf 3,5 Millionen Einheiten zurück, der Marktanteil in Europa ist im freien Fall. Das abgelaufene Geschäftsjahr endete für das eigentliche Autogeschäft von PSA mit einem Verlust von 92 Millionen Euro.

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Verschärftes Sparprogramm

Nur dem Gewinn der Zulieferertochter Faurecia verdankt der Konzern, dass unter dem Strich ein Plus von 588 Millionen Euro steht. Konzernchef Philippe Varin baute daraufhin seinen Vorstand radikal um und verschärfte sein Sparprogramm: Bis Jahresende will er eine Milliarde Euro einsparen, durch eine Konzentration der Ressourcen und den Abbau von 5000 Jobs allein in Frankreich.

Dem PSA-Konzern, an dem die Gründerfamilie Peugeot heute noch 30,3 Prozent des Kapitals und 46 Prozent der Stimmrechte hält, geht es schlecht. So schlecht, dass er nun den Schulterschluss mit dem US-Konzern und der Opel-Mutter General Motors sucht: Vergangenen Mittwoch gaben beide Unternehmen die Gründung einer strategischen Allianz bekannt, die in den nächsten fünf Jahren Synergien in einer Größenordnung von rund 1,5 Milliarden Euro heben soll. Opel-Eigner GM beteiligt sich dazu im Rahmen einer Kapitalerhöhung, die insgesamt eine Milliarde Euro in die Kasse spülen soll, mit sieben Prozent an dem französischen Autobauer. „Die Partnerschaft birgt enorme Chancen für unsere beiden Unternehmen“, sagte GM-Chef Dan Akerson bei der Bekanntgabe der Partnerschaft und löste damit auch Unruhe bei den Opel-Beschäftigten in Deutschland aus: GM will nicht nur Fahrzeugarchitekturen und Komponenten gemeinsam nutzen, sondern auch Autofabriken.

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