Deutsche Post: Elektroautos für Briefträger

Deutsche Post: Elektroautos für Briefträger

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Streetscooter-Chef Kampker: Schon im Juni liefert Streetscooter die ersten von 50 Vorserienfahrzeuge an die Deutsche Post aus.

von Franz W. Rother und Jürgen Rees

Die Post will alle Briefe und Pakete mit abgasfreien Elektroautos ausliefern. Das Pilotprojekt startet in Kürze in Bonn. 150 Fahrzeuge sind dort eingeplant.

Die Deutsche Post, die mit 80 000 Fahrzeugen über eine der größten Fahrzeugflotten Deutschlands verfügt, will Briefe und Pakete künftig mit Elektroautos zustellen. Das Pilotprojekt im Rahmen des konzerneigenen Umweltprogramms „GoGreen“ soll in Bonn starten, dem Stammsitz des Konzerns. Dort sollen die Boten bald alle Briefe und Pakete mit Elektroautos zustellen. Rund 150 Fahrzeuge mit dem lautlosen und emissionsfreien Antrieb will das Unternehmen allein für dieses Projekt ordern. Das ehrgeizige Ziel: Bis zum Jahr 2020 möchte die Post ihre CO2-Bilanz gegenüber 2007 um 30 Prozent verbessern. Um das Ziel zu erreichen, plant der Konzern, seine Fahrzeuge besser zu steuern, die Transportflotte zu modernisieren und erneuerbare Energie zu nutzen.

Aber die Pläne der Deutschen Post gehen offenbar weit darüber hinaus. So hat sie in den vergangenen Monaten bei mehreren Autoherstellern und Autoimporteuren angeklopft und über größere Bestellungen gesprochen. Bei Toyota in Marsdorf bei Köln etwa ging nach Angaben eines Vorstands kürzlich eine Anfrage über die Lieferung von rund 6000 Autos ein. Allerdings könnten die Japaner derzeit nur Hybridautos anbieten. Der i-Road, die Studie eines kleinen zweisitzigen E-Mobils nach dem Vorbild des Renault Twizzy, präsentiert Toyota erst im März auf dem Genfer Automobilsalon.

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Da sind andere Autohersteller schneller und auch schon weiter: zum Beispiel das Aachener Startup-Unternehmen Streetscooter, hinter dem ein Konglomerat aus rund 80 mittelständischen Unternehmen steht. Schon im Juni liefert Streetscooter die ersten von 50 Vorserienfahrzeuge an die Deutsche Post aus. Die gelben 4,60 Meter langen Lieferwagen haben eine Leistung von maximal 45 Kilowatt, fahren bis zu 85 Stundenkilometer schnell und verfügen dank der Lithium-Ionen-Batterien über eine Reichweite von 120 Kilometern. Für die Brief- und Paketzustellung müssen die Wagen besonders robust sein. Sie stoppen und fahren täglich bis zu 200 Mal an und sind bis zu 300 Tage im Jahr im Einsatz.

Läuft die Pilotphase bis Anfang 2014 erfolgreich, hofft Streetscooter-Geschäftsführer Achim Kampker auf eine Serienfertigung über mehrere Tausend Autos. Er ist optimistisch und will schon „bis Ende März entscheiden, wo die Serienfertigung des Streetscooter stattfindet“. Im Gespräch ist neben einem Standort in Süddeutschland und dem Firmensitz Aachen angeblich auch eine Montage im Opel-Werk Bochum: Dort soll die Produktion konventionell angetriebener Autos 2016 enden.

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