Elektroautoindex: Hoffen auf den Apple-Effekt

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Elektroautoindex: Hoffen auf den Apple-Effekt

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Viele Leute würden sich ein Elektroauto kaufen. Doch der Preis schreckt potenzielle Käufer immer noch ab.

von Martin Seiwert

Japan wird bei der E-Mobilität den Ton angeben. Doch auch Deutschland hat eine wichtige Rolle: Elektroautos begehrlich zu machen.

Renault-Nissan hatte große Pläne mit dem Elektroauto. 500 000 E-Mobile wollte der Konzern bis 2015 absetzen. Und nun, da der Medien-Hype um die Stromer abkühlt? Nun korrigiert Renault-Nissan seine Ziele: 1,5 Millionen verkaufte Elektroautos bis 2016 lautet die neue Losung von Konzernchef Carlos Ghosn.

Aus der Perspektive der deutschen Autoindustrie, die Elektro- und Hybridantriebe bis vor wenigen Jahren als automobile Verirrung begriff, mutet das Ziel des Franzosen irrwitzig an. Doch Ghosn hat eine andere Sichtweise: die japanische. Nippon wird, das geht aus dem aktuellen Elektroautoindex Evi von McKinsey und WirtschaftsWoche hervor, auf lange Sicht die Elektromobilität dominieren (siehe Grafik).

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Elektromotoren sind in Japan Alltagsgeschäft

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780 000 Elektroautos wird Japan 2017 produzieren, Deutschland kommt nach der Evi-Prognose auf weniger als ein Drittel (218 000). Der Grund ist offensichtlich: Für die japanischen Autobauer sind Elektromotoren und Hochleistungsbatterien in Hybridautos bereits seit einem Jahrzehnt Alltagsgeschäft. Im Herbst lief bei Honda das millionste Hybridauto vom Band, bei Toyota sogar das viermillionste. Der Hybridklassiker Toyota Prius ist weltweit das dritthäufigste verkaufte Auto. Damit sind die Japaner gerüstet für das anbrechende Zeitalter der E-Mobilität.

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Einzig der Kunde muss noch mitziehen. So mancher Elektro-Traum ging 2012 nicht in Erfüllung, weil sich die Käufer die neue Technik noch nicht leisten können. Der mitunter herbeibeschworene „Flop der E-Mobilität“ indes lässt sich aus den weltweiten Absatzzahlen kaum ablesen. Seit 2009 wurden laut McKinsey-Berechnungen in den weltweit zwölf wichtigsten Märkten mehr als 100 000 Elektroautos verkauft. Allein in den USA kommen inzwischen jeden Monat über 4000 E-Mobile hinzu. Damit verläuft der Anlauf der neuen E-Auto-Technik schneller als der Start der Hybride. Das Elektroauto Chevrolet Volt – baugleich mit dem Opel Ampera – etwa hat die Nische längst verlassen: Es schlägt im US-Markt derzeit zahlreiche Audi-, Mercedes-, Porsche- und BMW-Modelle.

Billiges Aussehen, hoher Preis

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Im Elektroautoland Japan ist die Nachfrage dennoch nicht so groß wie vorhergesagt. Drei Prozent der Käufer wären grundsätzlich bereit, zu den Erstkäufern von Elektroautos zu gehören, so das Ergebnis der Evi-Studie. Doch nur ein Zehntel davon entscheidet sich letztlich für ein E-Auto. Der Grund: Die Autos sehen aus wie herkömmliche Kompaktwagen, kosten aber so viel wie Premiumautos.

Die Lösung könnte hochwertiges Design sein, durch das die Autos Statussymbole werden – der neue Tesla Model S und der Fisker Karma aus USA setzen auf diese Strategie. "Bei Smartphones hat Apple demonstriert, wie das funktioniert", sagt McKinsey-Autoexperte Christian Malorny. Den deutschen Autoherstellern, die ab 2013 mit ihren ersten E-Autos neuer Bauart kommen, attestiert er beste Chancen, es Apple gleichzutun: "Die deutschen Hersteller sind erfahrungsgemäß am besten in der Lage, mit Design, Qualität und innovativer Technik Emotionen und Begehrlichkeiten zu wecken."

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