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Fuhrparkmanagement

Was einen modernen Fuhrpark heute ausmacht, wie er sich bestmöglich organisieren lässt und welche Chancen und Risiken neue Technologien wie Plug-In-Hybride und Elektroautos mit sich bringen.

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Motivation durch Dienstwagen: Warum die Deutschen den Dienstwagen so lieben

14. März 2013
von Rebecca Eisert

Die Deutschen sind ein Volk von Dienstwagenfahrern. Nirgends ist der Wunsch nach einem eigenen Dienstwagen größer, und nirgends fallen sie so groß aus wie hierzulande. Warum will der deutsche Arbeitnehmer Streicheleinheiten auf Rädern?

Dass die Bürger eines Landes, deren geistige Väter nicht nur Goethe und Schiller sondern auch Carl und Bertha Benz heißen, ein Faible für Autos haben, ist schon sprichwörtlich. „Das Auto ist der Deutschen liebstes Kind“, sagt der Volksmund. Wie sehr die Deutschen an ihrem fahrbaren Untersatz hängen, und was sie alles darauf projizieren, zeigt sich daran, wie Arbeitgeber den Dienstwagen als Motivationsinstrument einsetzen. Dabei darf es gerne etwas mehr sein. Michael Velte, der Vorstandsvorsitzende des Verbandes markenunabhängiger Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMF): "Grundsätzlich kann man sagen, dass die deutschen Dienstwagen um eine Klasse besser sind als in den meisten anderen Ländern - wer zum Beispiel hier eine Mercedes-E-Klasse fährt, hätte im Ausland vielleicht eine C-Klasse."

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Dienstwagen machen hierzulande auf der Wunschliste der betrieblichen Extras immer noch das Rennen. Noch begehrter ist nur die betriebliche Altersvorsorge. Als Emnid vor gut zwei Jahren einige tausend Deutsche fragte, ob sie sich einen Dienstwagen wünschen, antworteten mehr als die Hälfte der Befragten mit  „Ja“. Bei den unter 30-Jährigen waren es sogar 70 Prozent.

Kosten sparen - Mitarbeiter motivieren

  • Über die Studie

    Der Verband der markenunabhängigen Fuhrparkmanagementgesellschaften (VMG) hat 2012 beim renommierte CAR Center Automotive Research eine Studie zu den Trends im Fuhrparkmanagement in Auftrag gegeben. Ein wichtiges Thema dabei: Wie können Unternehmen die Fuhrparkkosten senken und gleichzeitig die Zufriedenheit der Mitarbeiter steigern? Die aussichtsreichsten Ansätze.

  • Sparsame Fahrer belohnen

    Ein Ansatz zur langfristigen Kostensenkung ist laut Studie, die Nutzer zu einer sparsameren Fahrweise zu motivieren. VMF-Vorstandschef Michael Velte: "Als wahrscheinlichste Lösung sehen die Experten sowohl die Einführung von Belohnungssystemen für besonders sparsame Fahrer, als auch regelmäßige Hinweise an Fahrer mit überdurchschnittlichen Verbrauch."

  • Weniger Auto für mehr Lebensversicherung

    Ein weiterer Ansatz zum Sparen ist laut Studie, den Mitarbeitern die Wahl zu lassen, wie sie ihr persönliches Mobilitätsbudget einsetzen wollen. Wer beispielsweise einen kleineren Dienstwagen nehme, könne das restliche Budget zum Beispiel in seine Lebensversicherung einzahlen.

  • Was tun mit Automuffeln?

    Bei jungen Städtern stehen Autos als Statussymbol nicht mehr so hoch im Kurs als bei ihrer Elterngeneration. Für diese Mitarbeiter können Arbeitgeber alternativ BahnCards oder den Zugriff auf einen flexiblen Fahrzeug-Pool anbieten. Das stellt für diese Zielgruppe mitunter einen größeren Reiz dar als ein persönlich zugeordneter Dienstwagen.

Ein Dienstwagen, der auch privat genutzt werden darf, gilt nach der Umfrage als einer der größten Motivationshebel bei den Angestellten überhaupt. Das hat vor allem zwei Gründe: Das Auto ist in Deutschland immer noch Statussymbol. Smartphones haben sich zwar ebenfalls in die Liga der begehrtesten Besitztümer hochgearbeitet, doch das Auto und vor allem die Modelle der deutschen Premiumhersteller BMW, Audi und Mercedes haben hierzulande immer noch große Strahlkraft – gegenüber Geschäftspartnern, Familie und Nachbarn.

Detlev Mohr, Leiter der europäischen Automobilberatung bei McKinsey über die Ergebnisse einer Studie zur gesellschaftlichen Bedeutung des Autos: „Knapp 80 Prozent aller Befragten sind überzeugt, dass ihnen das Auto im Vergleich zu anderen Luxusgütern auch in Zukunft die größte Wertschätzung einbringt.“  Dienstwagen sind in den meisten Unternehmen das Privileg von Vorstand, Geschäftsführung und der ersten Managementebene darunter. Wer ein hübsches Modell vor der heimischen Garage stehen hat, der hofft auf die Interpretation seiner Mitmenschen: „Der fährt einen dicken Schlitten, der hat auch was zu sagen.“

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Kommentar | 1Alle Kommentare
  • 14.03.2013, 13:43 UhrMarkus

    Wie soll man sich sonst noch so eine Karre leisten können? Schon mal geguckt, was ein einigermaßen komfortables Familienauto wie der VW Sharan kostet? Wenn man monatlich 500 Euro (!!!!) zurücklegt hat man den Kaufpreis nach 6-8 Jahren zusammen...

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